„Im Verein wird zu viel verwaltet“

Torsten Busch
Torsten Busch
Foto: IKZ

Iserlohn..  Nach zehn Jahren Vorstandstätigkeit will er im Mai, wenn in der Nachwuchsabteilung des Iserlohner EC Wahlen im Rahmen der Jahreshauptversammlung anstehen, nicht wieder kandidieren. Aber Torsten Busch (48), der zweite Vorsitzende der Young Roosters, verbindet die Ankündigung seines Abschieds mit einer Mischung aus Nachdenklichkeit und Enttäuschung.

„Der Nachwuchs steht heute sportlich schlechter da als vor drei Jahren, als dieser Vorstand ins Amt gewählt wurde. Ich kann uns allen, und ich beziehe mich ausdrücklich mit ein, nur ein schlechtes Zeugnis ausstellen.“ Busch belegt seine Zustandsbeschreibung mit aktuellen Tabellenständen. „Unsere Nachwuchsmannschaften stehen im Mittelfeld oder sogar ganz unten. In der DNL1-Aufstiegsrunde haben wir mit weitem Abstand hinter Hamburg und Krefeld abgeschlossen und liegen auf dem Niveau von Essen. Das ist ernüchternd.“ Stichwort DNL1: Der Aufstieg war ein Kernthema der vom Verein ausgerufenen Agenda 2016, doch offenkundig ist man diesem Ziel bis heute keinen Schritt näher gekommen.

Torsten Busch: „Der Nachwuchs braucht strukturelle und personelle Veränderungen.“ Er wünscht sich eine klare Zielsetzung. „Will man Leistungssport oder Breitensport? Ich kann mit beidem leben, aber es muss klar sein, in welche Richtung es gehen soll.“ Wenn er in dieser Weise Fehlentwicklungen skizziert, so muss das zwangsläufig auch als Kritik an Nachwuchschef Bernd Schnieder verstanden werden, der im Mai ebenfalls zur Wahl steht.

Busch räumt ein, dass man schon lange nicht mehr auf einer Wellenlänge funke. „Im kaufmännischen Bereich ist der Nachwuchs gut aufgestellt, aber im sportlichen Bereich wird zu sehr verwaltet. Da fehlen klare Führung und konkrete Hilfestellung für den sportlichen Leiter und die Trainer.“ Er sieht keine Möglichkeit mehr, unter den gegebenen Umständen Veränderungen herbeiführen, wie er sie für nötig hält. Und zieht die Konsequenzen. „Ich will ein Zeichen setzen und meinen Platz frei machen. Die Mitglieder sollen sich Gedanken machen, wie es mit dem Nachwuchs weitergehen soll.“

Busch geht, will den Young Roosters aber nicht den Rücken kehren. „Der Verein ist mir ans Herz gewachsen, und ich wünsche mir, dass es wieder aufwärts geht. Zu einem späteren Zeitpunkt stehe ich vielleicht wieder zur Verfügung.“

Eine Schlüsselrolle bei der künftigen Ausrichtung sieht er bei den Roosters. „Sie können Einfluss nehmen und Strukturen verändern.“ Und ohne Veränderungen, da ist Torsten Busch sicher, werden nach den Zielen der Agenda 2016 – Wiederaufstieg in die DNL, Bindung gut ausgebildeter Nachwuchsspieler an die Roosters, Integration von jungen Spielern in die DEL-Mannschaft – auch alle weiteren sportlich ambitionierten Vorhaben scheitern.