„Im nächsten Jahr werden wir wieder angreifen“

Die Samurais Iserlohn haben Platz zwei beim Europapokal belegt.
Die Samurais Iserlohn haben Platz zwei beim Europapokal belegt.
Foto: IKZ

Iserlohn/Givisiez..  Es ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte: Zweiter Platz im Europapokal! Doch am Tag danach war in den Worten von Marcel Brozé, Co-Trainer des Skaterhockey-Bundesligisten Samurai Iserlohn, auch leichte Enttäuschung zu spüren. „Wenn man im Finale steht, möchte man das auch gewinnen“, begründet er dies. Und die Iserlohner waren wirklich sehr nah dran.

Denn das Finale im schweizerischen Givisiez bei Fribourg gegen den deutschen Vizemeister, zweifachen Europapokalsieger und Titelverteidiger TV Augsburg entwickelte sich vor über 500 Zuschauern, darunter Samurai-Chef Frank Riepe und Roosters-Manager Karsten Mende, in der proppevollen RealSport-Arena zu einem echten Krimi mit einem Wechselbad der Gefühle.

Denn der Bundesliga-Tabellenführer, der mit zehn Siegen in die Saison gestartet ist, ging mit 3:0 in Führung. „Da hätte keiner mehr eine Münze auf uns gesetzt“, kommentierte Brozé, der den aus privaten Gründen verhinderten Spielertrainer Karsten Plate vertrat, den Rückstand. Aber als Dominik Bialke, der im Halbfinale einen Schlagschuss in den Nacken bekommen hatte, in Überzahl das erste Tor gelang (32.) und Tim Linke nicht einmal 60 Sekunden später den Anschlusstreffer markierte, waren die Sauerländer wieder im Match. Und völlig offen war das Duell vier Minuten vor dem Ende, denn Pascal Poerschke gelang in Überzahl der Ausgleich. 40 Sekunden vor dem Ende bot sich den Iserlohnern sogar die Siegchance bei einer 2:1-Situation, doch TV-Schlussmann Fuchs parierte, den daraus resultierenden Gegenstoß nutzen die Augsburger 15 Sekunden vor dem Ende zum 4:3. Schlussmann Jonas Mende verließ daraufhin das IHS-Gehäuse, Augsburg kam in Ballbesitz und machte neun Sekunden vor dem Ende alles klar.

„Das war große Werbung für unseren Sport“, bewertete Brozé das Endspiel. „Es war ein grandioses Finale zweier gleichwertiger Mannschaften, die beste Werbung für unseren Sport gemacht haben“, lobte mit ähnlichen Worten Ingo Goeke, Chef des nationalen Verbandes ISHD, die beiden Finalisten und strich auch den vierten Platz des Deutschen Meisters HC Köln-West heraus, der nach seiner Halbfinalniederlage gegen den TVA das Spiel um Platz drei gegen Rossemaison aus der Schweiz verloren hatte.

Immer wieder Siegeswilleund Charakter gezeigt

Den Siegeswillen und Charakter, den die Samurais im Endspiel an den Tag gelegt hatten, hatten sie auch schon im Halbfinale gezeigt. Denn gegen Rossemaison, Vizemeister der Eidgenossen, lagen sie mit 0:2 hinten. Dann kämpfte sich das Team zurück, ließ sich auch von Ruppigkeiten der Schweizer im Hexenkessel nicht irritieren, sondern profitierte von zwei schwarzen Karten (Matchstrafen) gegen Rossemaison und erreichte mit dem 4:3 das Endspiel. Zuvor hatte sich Iserlohn mit diesem Resultat gegen Österreichs Vizemeister Irish Moose Linz durchgesetzt. „Wir sind sehr gut gestartet“, kommentierte Marcel Brozé die ersten Spiele der torhungrigen Iserlohner, die 6:0 gegen die Barehamwood Crusers (GB), 5:1 gegen die Biel/Bienne Seelanders (CH), 6:1 gegen CBS Sports Panthers (DK) und 3:1 gegen Österreich-Meister Stegersbach deutlich gewonnen hatten.

Nach der Siegerehrung, bei der ein Pokal und Medaillen überreicht worden waren, zogen sich die Samurais in die Zimmer ihrer Jugendherberge zurück, wirklich zum Feiern war ihnen am Montagabend nach einem kräftezehrenden Turnier dann doch nicht zumute. „Aber letztendlich sind wir allemal zufrieden“, bewertet Brozé Platz zwei doch als Erfolg, verbunden mit einer Kampfansage: „Im nächsten Jahr greifen wir wieder an.“

IHS: Mende, Dorn; Bialke, Schäfer, Albrecht, Mühlfort, N. Brozé, Neumann, Wichern, Poeschke, Riepe, Linke, Peters.