Im letzten Drittel Sieg aus der Hand gegeben

Die Roosters konnten gegen Nürnberg nur über einen Teilerfolg jubeln.
Die Roosters konnten gegen Nürnberg nur über einen Teilerfolg jubeln.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Auch das vierte Saisonspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers konnten die Roosters nicht gewinnen. Und bereits zum dritten Mal fiel die Entscheidung nicht in der regulären Spielzeit. Dabei hätten die Sauerländer das Match trotz eines frühen 0:2-Rückstandes durchaus für sich entscheiden können. Doch die erstmalige Führung im letzten Abschnitt wurde schnell aus der Hand gegeben, und ein Powerplay kurz vor Ende konnte nicht genutzt werden. Im Penaltyschießen war der IEC dann chancenlos.


Iserlohn Roosters – Nürnberg Ice Tigers 3:4 n. P. (1:2, 1:0, 1:1). Die kampfstarken Gäste erspielten sich die ersten Gelegenheiten und gerieten nicht in Gefahr, als Iserlohn erstmals in Überzahl agierte, Keeper Andreas Jenike musste gegen seinen Ex-Klub nicht einmal eingreifen. Kurios: Als Nürnberg komplett war, gelang es den Heimischen besser, sich im Gästedrittel festzusetzen. Erste Chancen sprangen heraus. Doch die Führung erzielte Nürnberg, allerdings mit Unterstützung der Roosters. Denn die zeigten Abstimmungsprobleme in der eigenen Verteidigungszone, Alexander Oblinger sagte „Danke“ und netzte - durchaus glücklich - mit einem Schuss aus der Drehung ein (11.).

Nur zweieinhalb Minuten später folgte die nächste kalte Dusche, diesmal mit Unterstützung der schwachen Unparteiischen. Denn Corey Locke „drosch“ wie mit einem Baseballschläger den halbhoch vor Mathias Lange herfliegenden Puck in die Maschen. Die Fernsehbilder zeigten, dass der Nürnberger den Stock zu hoch hatte. Die Schiris zogen zwar den Videobeweis heran, doch in jenem Ausschnitt war die Aktion natürlich nicht zu sehen, weil sie sich deutlich jenseits des Torraumes abgespielt hatte (14.). Die Proteste brachten nichts: Iserlohn musste das Match mit der Hypothek des 0:2 fortsetzen gegen einen Gegner, der kompakt aufspielte und immer wieder gefährliche Aktionen startete. Aber der IEC zeigte Moral und kam noch vor der ersten Pause zum Anschlusstor. Eingeleitet vom energisch nachsetzenden Nick Petersen schlenzte Mike York dessen Vorlage in den rechten Winkel.

War das erste Überzahlspiel noch sehr unbefriedigend verlaufen, konnte beim zweiten Versuch gejubelt werden. Ein Connolly-Schuss senkte sich über Keeper Jenike ins Tor, Alex Foster stocherte nach – 2:2 (27.). Fast hätte York wenig später die Führung erzielt, doch er verzog knapp, der folgende Bauerntrick gelang Petersen nicht (31.). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nürnberg machte wie schon bei der ersten Überzahl (28.) auch beim zweiten Powerplay gehörig Druck. Aber wieder zeigte Lange starke Reaktionen. Unterdessen gelang dem IEC dann bei eigenem Powerplay nichts. Letzte Chancen in Abschnitt zwei boten sich Marko Friedrich und Brent Raedeke.

Im Schlussdurchgang erspielten sich die Hausherren ein leichtes Übergewicht, die dicksten Möglichkeiten gab es allerdings für die Franken. Zunächst tauchte Marc El-Sayed frei wurde Lange auf, doch der Schlussmann klärte klasse (42.). Vier Minuten später war der Goalie dann zwar geschlagen, aber auf der Linie rettete Sean Sullivan gegen Steven Reinprecht. Das Duell stand weiter auf des Messers Schneide mit nun wieder aufdrehenden Gästen, für die Oblinger von der blauen Linie abzog. Doch erneut reagierte Lange souverän (52.). Auf der Gegenseite klärte Jenike gegen Petersen, der aus kurzer Entfernung die Scheibe nicht lupfen konnte.

Sekunden später durfte aber endlich wieder gejubelt werden. Über links war Chad Bassen vorgestoßen und traf (50.). Doch nur 81 Sekunden später freuten sich die Nürnberger, Patrick Reimer hatte eine weitere Unsicherheit der IEC-Defensive genutzt (52.). Die Riesenchance zur Entscheidung bot sich dann in Überzahl, als Oblinger raus musste. Die Roosters setzten sich zwar fest, aber die Aktionen waren nicht zwingend genug. Und als kurz vor dem Ende Sullivan an Jenike scheiterte, ging es nach einer spannenden Schlussphase in die Overtime. Dort rettete Lange kurz vor Schluss stark gegen Reinprecht (65.) – Penaltyschießen. Und das wurde zu einer klaren Sache für die Gäste.