Im Aufstiegsgipfel ohne Chance

Die Frauen von Borussia Dröschede hatten in Bochum keine Chance.
Die Frauen von Borussia Dröschede hatten in Bochum keine Chance.
Foto: IKZ

Bochum..  Die Hoffnung, eine starke Saison mit dem Titel und dem Aufstieg in die Westfalenliga zu krönen, war gewiss nicht unrealistisch. Doch für den dazu nötigen Sieg im Gipfeltreffen der Fußball-Frauen-Landesliga kam Borussia Dröschede am Sonntag nicht infrage. Dazu war Tabellenführer SC Union Bergen aus Bochum zu stark, während die Borussia nie richtig in Schwung kam. Und so fiel die erste Saisonniederlage der Dröschederinnen sehr happig aus.


Fußball, Frauen-Landesliga: SC Union Bochum-Bergen - Borussia Dröschede 6:1 (2:0). Hochbetrieb herrschte auf der Anlage des SC. Rund 700 Zuschauer, darunter sehr viele Fans aus Dröschede, säumten den Kunstrasenplatz und sorgten für den würdigen Rahmen dieses Endspiels um die Meisterschaft, noch eine Viertelstunde nach Spielbeginn stand eine Schlange am (einzigen) Kassenhäuschen.

Bereits nach 22 Minuten geriet Dröschede in Rückstand. Nahezu mühelos wurde die Abwehrreihe überspielt, Rinke verwandelte souverän. „Kopf hoch! Wir haben schon häufiger zurück gelegen. Oder hat tatsächlich jemand erwartet, dass wir hier kein Tor kassieren werden?“, versuchte Teammanager Guido Knitter die Spielerinnen aufzubauen. Aber es lief nicht. Zu selten rückten sie auf, zu häufig ließen sie zu, dass Union das Spiel nahezu unbedrängt aufbauen konnte. Und nach dem Rückstand wirkte die Truppe auch wenig selbstbewusst. So geriet der bis dahin ungeschlagene Zweite, dem nur ein Sieg zum Triumph gereicht hätte, praktisch schon vor der Pause auf die Verliererstraße.

Denn während die Gäste noch Glück hatten, als nach einem weiteren Defensivfehler Dorny nur den Pfosten traf (31.), sorgte Rinke wenig später mit ihrem zweiten Treffer für das 2:0, Maggio sah hier nicht gut aus. „Die spielen nicht, was wir sagen“, ärgerte sich Knitter. Und während Dröschede weiterhin wenig Torgefahr ausstrahlte, lediglich Kaminski prüfte Beil mit einem „Schüsschen“ (43.), setzte Bochum weiter Akzente. Zum Glück verzog Benatelli völlig frei, und Schmidt klärte mit dem Pausenpfiff gegen Dorny.

Direkt nach dem Wechsel profitierte Müllemeyer von einem Missverständnis zwischen Pleschke und Schmidt (49.) und erhöhte auf 3:0. Aber dennoch wirkte die Borussia nun weitaus zielstrebiger, immer wieder wurde Sina Schäfer in der Spitze gesucht - und einmal auch erfolgreich gefunden. Denn sie gewann ihren Zweikampf und spitzelte das Leder via Innenpfosten ins Netz (56.). Sollte doch noch etwas gehen?

Nur drei Minuten währte die Hoffnung, dann düpierte Dorny die Abwehr. Sina Haase hatte zwar bei einem Solo das zweite Tor auf dem Fuß, doch Beil klärte. Damit war das Match entschieden, nahezu mühelos legte der Spitzenreiter noch zweimal nach (76., 84.) und vergab noch weitere Chancen, so bei einem Lattenschuss von Dorny. Entsprechend groß war nach dem Abpfiff der Jubel, aber nachdem sich bei den Borussinnen die Enttäuschung gelegt hatte, ließen auch sie die Sektkorken nach einer überzeugenden Saison knallen.