HVW-Pläne zum Wegfall der Bezirksligen

Wie lange gibt es noch die Handball-Bezirksliga, in der u. a. der LTV und  Lössel spielen?
Wie lange gibt es noch die Handball-Bezirksliga, in der u. a. der LTV und Lössel spielen?
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die Forderung des Handballverbandes Westfalen steht im Raum. Konkretes zur Umsetzung gibt es noch nicht, dementsprechend machen viele Spekulationen die Runde. Zur Saison 2016/17 strebt der HVW eine Strukturreform an, in deren Folge die Bezirke Nord und Süd sowie die Bezirksligen als mittlere Ebene oberhalb der Kreise abgeschafft werden sollen. Damit will man der Tatsache Rechnung tragen, dass die Zahl der Mannschaften im Spielbetrieb seit Jahren rückläufig ist.

Wo liegt die Zukunft von LTV, TV Lössel und VfK?

Für Unruhe sorgt dieser Beschluss natürlich bei den heimischen Vertretern in dieser Liga. Wo soll nach den Vorstellungen des Verbandes also die sportliche Zukunft von Letmather TV, TV Lössel und VfK Iserlohn liegen? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht einfach. Ginge es nach den Vorstellungen der Verbandsfunktionäre, würden die Bezirksligisten den Kreisen zugeschlagen, aus denen sie stammen. Im Fall der lokalen Vertreter wäre dies der Kreis Iserlohn-Arnsberg.

Der ist quantitativ noch gut aufgestellt, wäre aber auch bei genauerer Nachforschung nicht in der Lage, so viele höherwertige Mannschaften zu stellen, dass in einer neuen z.B. „Kreis-Oberliga“ genannten Kopf-Liga auf ähnlichem Niveau gespielt werden könnte wie in der jetzigen Bezirksliga-Staffel 6.

Vielmehr müsste diese Klasse mit Mannschaften „von unten“ aus der aktuellen Kreisliga aufgefüllt werden. Das Niveau würde zwangsläufig sinken, und der Sprung in die Landesliga, die dann nach der Auflösung der Bezirke die unterste Klasse des Verbandes wäre, würde deutlich größer sein.

Vor vier Wochen wurden in Halingen die Vertreter der Klubs aus dem Kreis mit den Plänen des Verbandes vertraut gemacht. Der heimische Handball-Kreis wollte sich allerdings nicht öffentlich äußern. Es gibt aber wohl Pläne, die Bezirksliga in Eigenregie fortzuführen, möglicherweise zusammen mit angrenzenden Kreisen. Am 9. Februar treffen sich die Vertreter aus dem Bezirk Süd, um über diese Pläne zu beraten.

Wichtige Sitzung für den Bezirk Süd am 9. Februar

Knapp einen Monat später am 8. März ist eine Sitzung von Vertretern des Verbandes und der Kreise geplant, auf der die Planungen dann schon konkreter beraten werden sollen. Bis dahin müsste dann auch feststehen, wie die Kostenverteilung aussehen soll - ein zentraler Punkt. Bislang konnte der Verband bei den Startgebühren der Bezirksligisten stets einen hohen fünfstelligen Betrag einplanen. Der fehlt, wenn die Pläne umgesetzt werden. Die eingesparten Verwaltungskosten durch den Wegfall der Bezirke wiegen dies bei weitem nicht auf.

In den heimischen Klubs sieht man die Planungen sehr kritisch, hängt irgendwie in der Luft. Kaum vorstellbar, dass ein Traditionsklub wie der Letmather TV, einstmals Oberligist, nach dem heutigen Stand der Dinge nur noch Kreisligist wäre. Das sieht auch Geschäftsführer Stefan Brunswicker so, doch sollte es wirklich so kommen, bleibt ja noch ein wenig Zeit, um in die Landesliga zurückzukehren - bevor der Handball-Verband Westfalen mit seinen Plänen dem demografischen Wandel begegnet.