Hommel schießt IEC auf Siegkurs
27.01.2012 | 23:03 Uhr 2012-01-27T23:03:00+0100
Iserlohn.„Und Ihr wollt Deutscher Meister sein!“ Am Ende bekam der DEL-Tabellenführer auch noch von den Roosters-Fans sein Fett weg, nachdem zuvor die IEC-Cracks den Titelverteidiger mit einer starken Vorstellung und einem furiosen zweiten Drittel gedemütigt hatte.
Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin 4:0 (0:0, 4:0, 0:0). Dabei waren die Ausgangsvoraussetzungen nicht gut. Denn die Iserlohner mussten kurzfristig auf Stürmer Jeff Giuliano verzichten. Er war beim Training mit Mark Ardelan zusammengestoßen und klagte über Kopfschmerzen. Die erste Chance hatte nach einem Vorstoß von Mike York der kaum zu stoppende Michael Wolf, der aber knapp verfehlte (3.). Brenzlig wurde es dann auf der Gegenseite bei einer allerdings weniger erbaulichen Iserlohner Überzahl, als Daniel Weiß mit seinem Gegenstoß an Sébastien Caron scheiterte (6.). Auch die nächste große Gelegenheit erspielte sich der Meister, diesmal in Überzahl. Doch Barry Tallackson scheiterte an Caron, der einen Klassereflex zeigte (10.). Und wenig später stand der IEC-Goalie erneut im Fokus, als er gegen Tyson Mulock klärte (12.). Die bis dahin beste Sauerländer Chance besaß Jeff Cowan. Nach Zuspiel von Oliver Hackert fuhr er auf Rob Zepp zu, doch der Versuch, den Schlussmann auszuspielen, misslang (13.). So blieb es beim torlosen Remis mit sich konstant steigernden, konzentriert aufspielenden und defensivstarken Roosters, die sich in den folgenden 20 Minuten in einen Rausch spielen sollten.
Den Startschuss zum furiosen Durchgang gab Christian Hommel, der nach 46 Sekunden nach schöner Einzelleistung traf, als er die Scheibe unter Keeper Zepp ins Tor drückte – sein erster Saisontreffer, dem vier Minuten später sein zweiter Streich folgte. Wieder brachte er die Scheibe mit energischem Einsatz ins Tor. Diese Führung gegen den Meister verlieh weitere Sicherheit und sorgte für nun entfesselt aufspielende Hausherren, denen fast alles gelang. So nach einem herrlichen öffnenden Pass von Robert Hock, der genau bei Dave Spina landete. Der zog aus vollem Lauf ab und tunnelte Zepp. Für den Schlussmann war damit das Match beendet, in der Tat hatte er bei den Gegentreffern nicht gut ausgesehen. Und es ging weiter Richtung Eisbären-Gehäuse. Kurios fiel das 4:0. Nach Schuss von Tobias Wörle reagierte Mike York, dem Mason später „eine unglaublich starke Leistung“ sowie „richtige Entscheidungen“ bescheinigte, am schnellsten. Er stand hinter dem Tor und traf Keeper Kevin Nastiuk, von dessen Rücken (oder war es der Schläger von Verteidiger Nicholas Angell?) prallte die Scheibe ins Netz. Vier Treffer innerhalb von elf Minuten sorgten für Partystimmung.
Wenig später bot sich sogar die Chance, das Ergebnis in ungeahnte Höhen zu schrauben. Nach Check von hinten gegen Sean Blanchard war das Spiel für Jonathan Sim beendet. Doch aus der fünfminütigen Überzahl konnte der IEC kein Kapital schlagen, stattdessen drohte das erste Gegentor, Darin Olver traf aber den Pfosten (38.). „Iserlohn spielt wirklich sehr stark“, kommentierte das gesperrte Eisbären-Urgestein Sven Felski das Resultat, als er auf die Leistung der Berliner angesprochen wurde. Und dass die Gäste ersatzgeschwächt antraten, wollte er nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Wir haben einen guten Nachwuchs, dem wir auch vertrauen.“
Im letzten Drittel machte Berlin zwar Druck, doch die IEC-Abwehr mit einem konsequent aufräumenden Jassen Cullimore hielt stand, dabei konnte sich der herausragende Caron weiter mit spektakulären Paraden auszeichnen, u. a. gegen Tyson Mulock, Florian Busch und Tallackson, hier musste aber der Videobeweis herangezogen werden (55.). Somit war sein dritter Shut-out war perfekt.
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