Hiobsbotschaft am frühen Morgen zerstört Iserlohns Taktik

Auch in Hassel glücklos im Abschluss: Vincenzo Burgio.
Auch in Hassel glücklos im Abschluss: Vincenzo Burgio.
Foto: Stefanie Albedyhl/IKZ

Gelsenkirchen..  Die Niederlage in Hassel kostet den Iserlohnern zwar den fünften Tabellenplatz, aber Trainer Christian Hampel war nach dem Abpfiff allenfalls zerknirscht über die Leistung des Schiedsrichters.


Fußball-Westfalenliga 2: SC Hassel – FC Iserlohn 2:0 (0:0). Der Tag fing schon nicht gut an für Hampel. Eine Hiobsbotschaft, die zu den personellen Unwegsamkeiten der Iserlohner passt, zerstörte seine ausgetüftelte Taktik: Dominik Deppe musste wegen einer Blinddarm-Entzündung in der Nacht notoperiert werden – nichts war es mehr mit dem geplanten 4-4-2-System. Hampel entschied sich für einen Pendel zwischen Dreier- und Fünfer-Kette, wobei Tim Schattling in der Abwehr zwischen Dennis Ceta und Sebastian Kozlowski das Zentrum besetzte, während Tayfun Öztürk und Sascha Ernst bedarfsweise aus dem Mittelfeld hinten einrückten. „Das haben die Jungs richtig gut umgesetzt“, zeigte sich der Trainer zwar zufrieden, gestand aber auch ein, dass darunter der Offensivschwung litt. Das machte aber nichts, denn die um den Aufstieg kämpfenden Gelsenkirchener fanden kein Mittel gegen das taktische Bollwerk. Lediglich einmal wurde es brenzlig, klärte Sascha Ernst nach einem Eckball auf der Torlinie. Nach der Pause erhöhten die Gastgeber den Druck, kamen auch zu zwei Chancen, die sie aber schlampig zu Ende spielten. Langsam machte sich bei Hassel Nervosität breit, während Hampel das Gefühl beschlich: „Die schießen kein Tor mehr, eher setzen wir einen Konter.“

Möglicherweise wäre es auch so gekommen, doch Raphael Gräßer, Lukas Lenz und Kingsley Nweke verpassen zwischen der 50. und 55. Minute die Führung. Stattdessen wurden Hampels Träume jäh zerstört. Einen eigentlich ungefährlichen Ball aus dem Halbfeld heraus in den Strafraum geschlagen unterlief Schlussmann Daniel Dreesen, und Tim Fricke nahm das Geschenk dankend an – 1:0 (57.). „Daniel ist einer der besten Keeper der Liga, so etwas kann passieren“, gab es von Hampel keine Schuldzuweisungen. Iserlohn gab nun noch einmal Gas, doch in der Schussphase haderten die Gäste mit dem Unparteiischen, der nach ihrer Meinung ein klares Foul an Lukas Lenz außerhalb des Strafraums verlegt und anschließend nach dem Freistoß ein Handspiel übersehen haben soll. Im Gegenzug traf Julian Hellmich unmittelbar vor dem Abpfiff zum 2:0.