Herren-Volleyball fehlt die echte Perspektive

Aus der Herren-Oberliga haben sich die Iserlohn Panthers wohl für längere Zeit verabschiedet.
Aus der Herren-Oberliga haben sich die Iserlohn Panthers wohl für längere Zeit verabschiedet.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Mit einer kurzen Mitteilung wurde am letzten Freitag der Rückzug der Oberliga-Volleyballer der Iserlohn Panthers verkündet. Fünf Runden vor Schluss haben sie wegen anhaltender Personalprobleme den Spielbetrieb eingestellt. Doch dieser Ausstieg dürfte weitreichende Folgen haben und könnte sogar das Ende des leistungsorientierten Männer-Volleyballs in der Waldstadt bedeuten. Und das kann auf eine bemerkenswerte Historie zurückblicken, u. a. mit der Zweitliga-Zugehörigkeit des TuS Iserlohn zu Max Anschütz’ Zeiten.

„Es geht seit Jahren abwärts, und jetzt waren wir an einem Punkt, wo es nicht mehr funktionierte. Aber wir geben nicht auf“, sieht Uwe Kunold, Abteilungsleiter der TuS-Volleyballer, keineswegs das Ende im Männerbereich. Aber er räumt die Schwierigkeiten ein. „Es gibt kaum noch Jugendliche, die Interesse zeigen, dennoch werden wir weiter Werbung für Volleyball machen.“

Spielerreservoir bei den Panthers sehr überschaubar

Für TuS-Geschäftsführer Axel Kahl, lange Zeit der Motor der Volleyballabteilung, kommt die Entwicklung gleichfalls nicht überraschend. „Wir hatten natürlich gehofft, dass wir diese Saison irgendwie überstehen.“ Bis April kann man zwar noch darüber nachdenken, ob man das dem Verein automatisch zufallende Verbandsligastartrecht wahrnimmt, aber es wird bereits die Frage aufgeworfen, ob man das überhaupt will.

Die Oberliga war für viele Spieler eine attraktive Klasse, für die man einigen Aufwand in Kauf nahm. Eine Etage tiefer ist der Reiz schon deutlich geringer, und weil Iserlohn im Umkreis als einziger Verein dieses Niveau anbieten konnte, gibt es nur wenig Chancen, Zugänge aus der Region mit entsprechender Qualifikation zu bekommen. Und in den eigenen Reihen fehlt das Potenzial. Die zweite Mannschaft ist Vorletzter in der Bezirksliga, dazu kommt eine Handvoll U20-Akteure. „Es tut mir zwar in der Seele weh, aber wo ist die Perspektive“, fragt Kahl.

Iserlohn ist im Männer-Volleyball im Bereich des westdeutschen Verbandes kein Einzelfall. Allerorten bröckelt es, Aussteiger sind fast an der Tagesordnung. In den acht Landesligastaffeln des Verbandes etwa sind seit Saisonbeginn insgesamt sechs Mannschaften zurückgezogen worden, und weil unter dem Strich immer weniger Mannschaften gemeldet werden, soll künftig mit der Bezirksklasse eine ganze Ebene gestrichen werden.

Bei den Panthers wird man möglicherweise versuchen, eine Formation aus erster und zweiter Mannschaft zu bilden, aber der Auflösungsprozess schreitet weiter voran. „Ändern könnte sich das nur, wenn sich an den Schulen etwas bewegen würde und man im Verein wieder echte Nachwuchsarbeit betreiben könnte“, sagte Kahl. Wenn aktuell im Verein neue Gruppen angeboten werden, ist das Interesse bei den Jungen gleich Null.

Bei den Frauen sieht es deutlich besser aus, obwohl die erste Mannschaft trainerlos in die Serie startete und lange ebenfalls unter Personalproblemen litt. Aber die sind überwunden, und die Chance auf den Klassenerhalt in der Verbandsliga ist durchaus gegeben. Aber auch hier gilt die Devise das Vereins: Alles muss mit eigenen Leuten erreicht werden, Kraftakte sind nicht geplant. Immerhin gibt es vier Frauenmannschaften, dazu sind die Altersstufen U20, U18 und U16 besetzt. Uwe Kunold. „Wir sind eine kleine Abteilung mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Die einzige Chance für uns ist, über eine guten Jugendarbeit wieder etwas aufzubauen.“