Herkömmlicher Spielbericht hat im Handball bald ausgedient

Auch beim HTV Sundwig/Westig wird in der kommenden Saison der elektronische Spielbericht Einzug halten.
Auch beim HTV Sundwig/Westig wird in der kommenden Saison der elektronische Spielbericht Einzug halten.

Iserlohn..  Das Zauberwort lautet „elektronischer Spielbericht.“ Was von der dritten bis zur ersten Bundesliga längst praktiziert wird, hält nun auch auf westfälischer Ebene Einzug. Ab der kommenden Saison werden Handball-Spiele von der Landesliga an aufwärts mit moderner Technik protokolliert. Der herkömmliche Spielberichtsbogen hat ausgedient und findet künftig nur noch in den darunter liegenden Spielklassen Anwendung.

„Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt, und ich freue mich über diese Entwicklung“, sagt Marion Klein, die beim Oberligisten HTV Sundwig/Westig am Zeitnehmertisch sitzt. Sie hat bereits eine Schulung absolviert, ein Freundschaftsspiel der Frauen wurde schon mit der neuen Technik bewältigt, und man sieht in Hemer keine Probleme. Die einjährige Zugehörigkeit zur A-Jugend-Bundesliga hat in dieser Hinsicht schließlich auch für einige Vorkenntnisse gesorgt. „Wenn alles wirklich reibungslos funktioniert, wird es Spaß machen, so zu arbeiten“, versichert Marion Klein.

Gundula Bembon-Schoof, die Jugendwartin des Kreises Iserlohn-Arnsberg, stellt klar: „Das wird ohne wenn und aber kommen“. Natürlich schwingt bei einigen Vereinsvertretern Skepsis mit, ob zum Saisonstart Anfang September alles läuft oder ob man besser doch noch die alten Formulare bereit halten soll.

Viele Zeitnehmer werden in jedem Fall Neuland betreten, und kritisiert wird in diesem Zusammenhang, dass die Weisung des Handballverbandes Westfalen erst Anfang Juni kam. So wird die Zeit für gezielte Schulungen - auch für die Schiedsrichter - etwas knapp. Im Handball-Kreis gibt es noch zwei Termine: am 18. August in Neheim und am 24. August in Halingen.

Die technischen Voraussetzungen sind schnell erklärt. Die Vereine müssen über Laptops mit einem aktuellen Betriebssystem und einen Drucker verfügen. Zudem ist ein Internet-Anschluss für die zeitnahe Übermittlung der Spieldaten absolut bindend. Bembon-Schoof: „Direktleitung, Drahtlosverbindung, WLAN-Stick - das ist egal. Hauptsache, man kann senden.“

Die Vorteile des Systems, das man in ähnlicher Form aus dem Fußball kennt, liegen auf der Hand. Mannschaften werden namentlich und mit Kennziffern erfasst, die aufgestellten Spieler per Mausklick in eine vorgegebene Maske gezogen. Dabei werden auch mögliche Sperren angezeigt. Exakte Spielstände mit Torschützen und Zeitangaben, sogar Zeitstrafen und Torwartwechsel - das alles beschert der elektronische Spielbericht. Und der muss spätestens eine Stunde nach der Schlusssirene online gestellt sein.