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„Haben es noch selbst in der Hand“

12.11.2012 | 17:22 Uhr
„Haben es noch selbst in der Hand“
NOMA-Coach Matthias Grothe ist überzeugt von seiner Mannschaft.Foto: RAPP, Jessica

Iserlohn. Die Regionalliga-Basketballer von NOMA Iserlohn haben vor der Saison das Ziel „Aufstieg“ ausgegeben. Das ist spätestens seit der Niederlage von Münster in Gefahr. Wir sprachen mit Trainer Matthias Grothe über die aktuelle Situation.

Frage: Es sind neun Spieltage absolviert, und Ihr Team hat bereits die zweite Niederlage kassiert. Ist das Projekt Aufstieg in Gefahr?

Grothe: Wir haben unseren zweiten Joker verspielt, die Sache aber noch selbst in der Hand. Deshalb ein klares Nein. Richtig ist, dass wir zwei sehr ernüchternde Niederlagen erlitten haben, wofür es verschiedene Gründe gab. Beide hatten aber nichts mit fehlender Qualität der Mannschaft zu tun.

Die Gegner, gegen die man verloren hat, hatten Sie im Vorfeld wohl nicht auf dem Zettel. Wie kann das passieren?

Salzkotten hat uns taktisch überrascht mit einer sehr guten Zonendeckung. Das ist das exakte Gegenteil von der Spielweise, für die wir stehen. In Münster waren es gleich mehrere Faktoren, die wir in Zukunft so mit Sicherheit nicht mehr erleben werden. So haben wir zum Beispiel fünfzehn unserer fünfundzwanzig Freiwürfe vergeben, schlecht verteidigt und konnten Greg Baker nur vierzehn Minuten einsetzen.

Warum ist es so schwierig, gegen eine Zonendeckung zu spielen?

Weil wir eine junge Mannschaft sind. Für so etwas benötigt man Erfahrung, denn diese Verteidigungsvariante ist bis zur Altersstufe U18 verboten, und unsere Mannschaft hat gerade ein Durchschnittsalter von zwanzig Jahren. Es ist auch schwierig, so etwas im Training zu simulieren. Wir spielen schnell und kreativ, und die Zone ist das genaue Gegenteil. In der Pro B wird so etwas nicht mehr gespielt.

Woran liegt es, dass die Schiedsrichter im Basketball so einen großen Einfluss haben?

Dieser Sport lebt von vielen Entscheidungen in kurzer Zeit, da lässt sich dann eben auch viel Einfluss nehmen. Gegen Münster haben wir sehr viel Pech gehabt, aber ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat sich sehr gut benommen. Und das ist nicht leicht, wenn Greg Baker ein technisches Foul erhält, das obendrein sein fünftes ist, weil sich die Hände vor das Gesicht schlägt. Dagegen donnert der Amerikaner der Münsteraner nach einem Pfiff den Ball wutentbrannt auf den Anschreibetisch und wird dafür nicht einmal ermahnt. Da fehlt das Augenmaß. So etwas ist nicht planbar.

Wie beurteilen Sie nun die Ausgangslage Ihrer Mannschaft?

Der vierte Platz ist sicher nur eine Momentaufnahme. Nach heutigem Stand dürfen wir kein Spiel mehr verlieren, auch wenn Bochum am Samstag gegen Schalke spielt. Uns hat nur das eigene Spiel gegen Düsseldorf zu interessieren, und das wird schwer genug. Ebenso wie die nächsten drei Spiele gegen in Sechtem, gegen Schalke und bei der BG Hagen, die bis Weihnachten noch folgen. Wir müssen den Fokus einhundert Prozent auf uns selbst richten.

Ist die Mannschaft psychisch in der Lage, mit diesem Druck klarzukommen?

Ja, denn wir haben unsere besten Spiele in dieser Saison gemacht, als wir unter Druck standen. Das war gegen BG Hagen, gegen Bochum und in Grevenbroich. Wenn die Niederlage nur dazu dient, fünf Prozent geschärfter und fokussierter ins nächste Spiel zu gehen, haben wir eine Menge gewonnen.

Glauben Sie, dass die Mannschaft gut genug besetzt ist, um die Ziele zu erreichen?

Ganz klar ja. Das haben alle Spiele gezeigt. Solange Manndeckung gespielt wurde, haben wir auch Salzkotten und Münster an die Wand gespielt. Wir haben die Qualität, doch es ist nicht immer gelungen, das Potenzial abzurufen.

Wird also doch über eine Verstärkung nachgedacht, und wenn ja, für welche Position?

Über Verstärkungen denken wir derzeit nicht nach. Fakt ist aber, dass wir definitiv aufsteigen wollen und dass sich jeder diesem Ziel unterordnen muss. Wenn es sein muss, werden wir auch noch einen Spieler holen. In Frage käme da wohl die Centerposition, da andere Vereine unter dem Korb vielleicht besser besetzt sind. Bisher war das allerdings kein Problem, weil wir das durch unsere Schnelligkeit kompensiert haben. Gegen Düsseldorf werden wir etwas umstellen. Greg Baker wird auf der Vier als kleiner Center spielen, Vytautas Nedzinskas am Brett und Ruben Dahmen rückt als Flügel in die Startformation. Wir werden sehen, ob das etwas bringt.

Markus Wassmuth


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