„Gute Chemie ist das Erfolgsrezept“

Thomas Reuter ist ein wichtiger Leistungsträger bei NOMA Iserlohn.
Thomas Reuter ist ein wichtiger Leistungsträger bei NOMA Iserlohn.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Sein Dreier mit der Schlusssirene machte den Weg für die unglaubliche Wende im Spiel der Basketballer von NOMA Iserlohn in Schwelm erst möglich, doch es war beileibe nicht die einzige Großtat, die Thomas Reuter bislang im Trikot der Kangaroos vollbrachte. Vielmehr gehört er seit vielen Wochen zu den Leistungsträgern beim Spitzenreiter der 2. Bundesliga Pro B Süd.

„In so einer Mannschaft habe ich noch nicht gespielt. Unsere Zwölfer-Rotation ist einfach unglaublich, und wir sind nicht abhängig von einzelnen Spielern“, ist er voll des Lobes über seinen neuen Verein. Dass es für ihn als Hagener schon ein größerer Schritt war, in die Waldstadt zu wechseln, verhehlt er nicht. Mittlerweile findet er jedoch das bestätigt, was er auch in der Nachbarstadt über NOMA Iserlohn gehört hatte. „Ein solider Verein mit klaren Strukturen, familiär und mit begeisterungsfähigen Fans“, gibt er die verbreitete Einschätzung wieder.

Dass er im vergangenen Sommer am Hemberg gelandet ist, war aber kein Zufall. Schon lange bestanden Kontakte, und als schließlich der Anruf von Manager Michael Dahmen kam, sagte Reuter zu. Schon einige Jahre zuvor hätten die Waldstädter ihn gerne gehabt, doch als er im Bundesliga-Kader von Phoenix Hagen stand, zog er ein Doppellizenz-Engagement mit dem BSV Wulfen vor, weil der seinerzeit in der Pro B spielte.

Erkrankung stoppte das Engagement in den USA

Dort avancierte Reuter auch gleich zum Leistungsträger. Deutlich schlechter lief es im zweiten Jahr. „Da gab es einen Trainerwechsel, und da war ich nicht unglücklich, als ein Angebot aus den USA kam“, erinnert sich der 1,96- m große Flügelspieler. Ähnlich wie deutsche Vereine über Agenturen an US-Spieler kommen, läuft es auch umgekehrt mit jungen europäischen Talenten, die von den Universitäten gesucht werden.

Thomas Reuter landete im Sommer 2012 auf einer renommierten Uni im Bundesstaat Washington und fasste dort auch sportlich auf Anhieb Fuß. Vier Jahre wollte er bleiben, doch im zweiten Jahr bereitete eine heftige Erkrankung große Probleme und bescherte einen längeren Krankenhaus-Aufenthalt. „Da ich zudem gemerkt habe, dass mich das Studium nicht unbedingt weiterbringt, habe ich meine Zelte nach zwei Jahren abgebrochen. Irgendwann kommt man den Punkt, wo man erkennt, dass es vielleicht nicht gut ist, nur auf Basketball zu setzen“, erläutert der Lehramtsstudent (Englisch/Erziehungswissenschaften) seine Entscheidung. Bei den Kangaroos fasste er schnell Fuß, zumal er viele Teamkollegen schon kannte und mit einigen bereits zusammengespielt hat. Doch auch den Rest der Truppe lernte er schnell schätzen.

Besonders für Orlan Jackman hat er großes Lob parat. „Das ist ein unglaublicher Spieler. Das hat man in Schwelm wieder gesehen, er macht seine Nebenleute besser, gibt zweimal den entscheidenden Wurf aus der Hand“, so Thomas Reuter. Die gute Teamchemie sieht er als ein Erfolgsrezept der Kangaroos, denen er noch einiges zutraut. Wie sein Kumpel Yannick Opitz hat er bereits Play-off-Erfahrung, schied damals aber in der ersten Runde mit Wulfen in drei Spielen gegen Lich aus. Sein Ehrgeiz ist, es diesmal besser zu machen. Und er ist auch davon überzeugt, dass Coach Matthias Grothe („er ist streng, aber er findet für jeden immer einen guten Weg“) keine Nachlässigkeiten duldet und die Mannschaft zum großen Erfolg führen wird.

„Sportlich haben wir diePro A sicherlich drauf“

Am Ende des Weges stünde dann die Pro A. „Sportlich haben wir das sicher drauf“, ist Thomas Reuter überzeugt. „Doch erst einmal gilt es, den ersten Platz als optimale Ausgangsposition zu sichern“, macht er deutlich - wohlwissend, dass seine geringe Freizeit, in der er sich vor allem um seine Freundin Antonia kümmert, dann noch etwas knapper bemessen sein dürfte. Mehr zurückstecken müsste wohl die Doppelkopf-Runde mit Niklas Geske, Fabian Bleck und Yannick Opitz. „Aber vielleicht ist Fabian ja in den Play-offs bei uns dabei“, spekuliert er darauf, dass man dann auch auf den vermutlich weiten Auswärtsfahrten eine Runde spielen könnte.