Gibt es noch einmal eine Sensation wie 2007?

Dragan Petkovic und die Dröscheder wollen Sonntag jubeln.
Dragan Petkovic und die Dröscheder wollen Sonntag jubeln.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Dragan Petkovic, spielender Trainer beim Fußball-Landesligisten Borussia Dröschede, taxierte die Chance seiner Elf auf einen Aufstieg in die Westfalenliga unmittelbar nach dem 4:3 gegen Hüsten am vorletzten Spieltag auf 25 Prozent.

Das ist nicht viel, zumal der aktuelle Tabellenzweite und einen Punkt besser gestellte Aufstiegsplatz-Inhaber SG Finnentrop eindeutig die besseren Karten zu besitzen scheint. Doch vor dem finalen Akt der Dröscheder in Attendorn und dem zeitgleichen Auftritt der SG gegen die FSV Werdohl werden auf der Emst Gedanken an den 3. Juni 2007 wach. Auch damals waren die Borussen in einer denkbar schlechten Position, denn am letzten Spieltag hatte Tabellenführer Hohenlimburg den Rangsechsten SV Rothemühle zu Gast. Auch damals gab es kaum die Hoffnung auf einen Ausrutscher.

Doch hinter den Kulissen wurde schon im Vorfeld an der sensationellen Wende im Aufstiegsrennen gearbeitet. Dröschedes Trainer Christian Hampel hatte noch am Morgen mit seinem Rothemühler Kollegen Maik Wolf telefoniert. Beide waren sich nicht sonderlich sympathisch, doch es war ein gutes Gespräch. Wolf versicherte, sein Team habe nichts zu verschenken und setzte genau das in Hohenlimburg um, führte zur Pause 3:0 und siegte am Ende 3:2. Da Dröschede, mit Petkovic und dem aktuellen Coach Ramazan Ceylan als Spieler, Olpe zeitgleich 5:0 wegfegte, waren die Heimischen am Ende Tabellenführer, und der erste Westfalenliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte perfekte.

Einige Jahre später sollte es die Borussia noch einmal schaffen - damals aber souverän. Und 2015? Gelingt nun der dritte Streich? Die Ausgangslage ist vergleichbar - mit einem Unterschied. Denn Trainer des Finnentroper Gegners Werdohl ist mit Alen Terzic ein Übungsleiter, der der Dröscheder Mannschaft wohlgesonnen ist, hat er doch fast alle Akteure mehrere Spielzeiten trainiert und mit der Meisterschaft 2012 nach dem Abstieg im Jahr zuvor die direkte Rückkehr in die Westfalenliga geschafft.

Gelaufen scheint das Aufstiegsrennen noch nicht, wenngleich Finnentrop, das zuletzt 6:2 in Meschede triumphierte, alle Joker in der Hand hält. Für den Verein von der Emst wäre es noch einmal wie 2007 eine sensationelle Wende. Damals lud man die Helden aus Rothemühle spontan zur improvisierten Aufstiegsfeier ins Stadion ein, und der SVR kam per Bus mit Team und Fans vorbei. Diesmal würde es, immer den eigenen Sieg in Attendorn vor­ausgesetzt, wohl anders laufen. Erst müsste man die Heimreise antreten und dann könnte mit den Werdohlern ausgiebig gefeiert werden.