Erster Enttäuschung folgt Zuversicht

„Wir dürfen unsere Defensive nicht vernachlässigen“, fordert Matthias Grothe von seinen Spielern.
„Wir dürfen unsere Defensive nicht vernachlässigen“, fordert Matthias Grothe von seinen Spielern.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Bei Matthias Grothe, dem Trainer der NOMA-Basketballer, kamen nach der Heimniederlage im Spiel eins des Play-off-Halbfinales gegen Wedel etliche Kurzmitteilungen ein, auch aus der über Iserlohn hinausgehenden Basketballszene. „Kopf-Hoch-“ oder „Woran-lag’s?“-Nachrichten, so Grothe.

Und die Frage nach dem „Warum“ konnte er schnell auflösen. „Unsere DNA ist die Defensive, die haben wir am Samstag vernachlässigt.“ Vor allem der Plan, die Wedeler Watkins („er darf nicht an den Ball kommen“), Spearman („dem werden aber nicht noch einmal von zwölf Versuchen elf gelingen“) und Roquette aus dem Spiel zu nehmen, habe nicht geklappt. „Da waren wir nicht wach, wo wir wach sein sollten. Und ich habe auch keinen Weg gefunden, den Spielern das zu vermitteln.“

Aber daran erkenne man, dass seine Mannschaft noch jung ist, „vielleicht hat sie auch ein klein wenig die Bodenhaftung verloren und wollte etwas Besonderes.“ Doch man könne derzeit noch eher „Brot und Butter auftischen, aber noch keine ganze Torte“, führt er einen bildhaften Vergleich an.

Grothe spricht von einer akzeptablen Niederlage gegen einen zumindest in jenem Duell besseren, aber wohl auch schon am oberen Limit spielenden Gegner. Deshalb sei er nach dem Spiel auch gelöst gewesen, „weil wir nicht wir waren“, und er sich sicher ist, dass seine Mannschaft am Samstag in Wedel anders auftreten wird. „Die werden nicht noch einmal so viele Punkte machen. Lass uns mal unser Spiel spielen . . .“

Grothe ist überzeugt, dass seine Spieler wie schon nach Niederlagen in der Hauptrunde auch aus diesem 85:94 gestärkt hervorgehen werden. Hängende Köpfe habe er, nach der verständlichen ersten Enttäuschung, nicht ausgemacht, sondern Siegeswillen und Mut. „Auch wenn wir natürlich mit dem Rücken zur Wand stehen.“

Selbstverständlich weiß Grothe, trotz seiner Zuversicht, um die Höhe der Hürde beim SC, dessen Trainer Michael Claxton nicht mit einem Sieg in Iserlohn gerechnet hatte. Grothe: „Das wird brutal schwer. Aber ich sehe keinen Grund, warum wir es nicht schaffen sollen.“ Zumal man in dieser Play-off-Serie auswärts besser als in eigener Halle gespielt habe. Und so schiebt er folgenden Aspekt nur ein: „Selbst wenn am Samstag die Saison beendet sein sollte, können wir mehr als zufrieden sein.“ Aber Grothe glaubt fest an das dritte, entscheidende Spiel am 21. April am Hemberg.

In Wedel hofft er auf die Rückkehr von Joshua Dahmen, geht aber nicht davon aus, dass Niklas Geske (Phoenix Hagen) zur Verfügung steht. Unter Hinweis auf starke Leistungen auch ohne das Talent will er dessen Ausfall jedenfalls nicht überbewerten.