Eine Schranke als großes Hindernis

Die Schranke vor der neuen Hemberghalle.
Die Schranke vor der neuen Hemberghalle.
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Hans-Hermann Wieschendahl wohnt nur einen Katzensprung von Iserlohns einziger komplett behindertengerecht ausgestatteter Sporthalle entfernt, und dennoch blieb ihm der Besuch beim Hallenfußball verwehrt. 25 Jahre lang war er als Schiedsrichter auf den heimischen Plätzen unterwegs, konnte sich am Budenzauber in der neuen Hemberghalle aber nicht erfreuen, weil ihn eine Schranke vom Besuch abhielt.

Die befindet sich an der Einfahrt zu Iserlohns Schmuckkästchen und lässt sich nur mit einem Transponder öffnen. Über den verfügen aber nur einige wichtige Mitarbeiter der dort beheimateten Vereine, der Hallenwart und wenige städtische Bedienstete.

„Es ist ja schön, dass es Behindertenparkplätze direkt vor der Halle gibt. Nur wie soll ich dahin kommen“, fragt Hans-Hermann Wieschendahl, der zeitweise auf den Rollstuhl angewiesen ist und nur sehr kurze Strecken zu Fuß absolvieren kann. Der normale Weg vom Hemberg-Parkplatz zur Halle mit den vielen Treppen stellt für den 71-Jährigen sowohl als Fußgänger als auch als Rollstuhlfahrer definitiv ein unüberwindliches Hindernis dar.

Ralf Horstmann, Leiter des Sportbüros im Iserlohner Rathaus, räumt ein, mit dem Problem bislang nicht konfrontiert worden zu sein, hat aber eine individuelle Lösung für Hans-Hermann Wieschendahl parat. So hat der Sportinteressierte aus der Iserlohner Heide eine Telefonnummer des Hallenwarts erhalten, der ihm nach rechtzeitiger Vorabinfo nach Absprache öffnet.

Diese Vorgehensweise müssten auch andere Besucher mit Handicap wahrnehmen, weil die Transponderstation nicht mit einer Sprechanlage ausgerüstet ist. Eine entsprechende Telefonnummer sollte vorher im Sportbüro erfragt werden. Erst dann ist der Weg frei in Iserlohns modernste Sporthalle, in die eigens für Rollstuhlfahrer ein Aufzug, der hoch zur Tribüne führt, eingebaut wurde.