Ein unvergessliches Kegel-Ereignis

So sah es 1995 in der Eisporthalleaus.
So sah es 1995 in der Eisporthalleaus.
Foto: IKZ

Iserlohn..  „Wenn ich daran zurück denke, läuft mir heute noch ein Schauer über den Rücken“, sagt Freddy Klahold. Und das Ereignis, das sich beim Chef von Ninepin 09 Iserlohn so sehr eingeprägt hat, liegt auf den Tag genau 20 Jahre zurück: Die Weltmeisterschaft im Sportkegeln, die vom 3. bis 11. Juni 1995 in der Iserlohner Eissporthalle stattfand. Er war damals der maßgebliche Organisator vor Ort.

In Erinnerungen schwelgten die einstigen WM-Gastgeber, als vor einigen Tagen Nationalmannschaftskegler aus dem In- und Ausland auf der Alexanderhöhe zu Besuch waren, die 1995 bei der außengewöhnlichen WM an den Start gingen. Iserlohn hatte sich mit dem PSV beworben, und Klahold, zu dieser Zeit Präsident des westdeutschen Keglerverbandes, wusste genau, an welchen Stellschrauben zu drehen war.

In einer Kampfabstimmung setzte sich die Waldstadt durch und schuf die Grundlage für ein Event, das noch lange für Gesprächsstoff sorgte. „Voraussetzung war, dass eine völlig neue Kegelanlage errichtet wurde“, erinnert sich Klahold. Die installierte man in der Halle am Seilersee, und sie wurde nach der WM vor der Herstellerfirma wieder verkauft. Vier Bahnen gingen nach Brasilien.

Die Iserlohner reagierten zunächst reserviert auf das Großereignis in einer Randsportart, doch im Turnierverlauf wurde der Zuspruch immer größer und die Stimmung immer besser. Am Schlusstag registrierten die stolzen Veranstalter 2000 zahlende Zuschauer. „Da haben manche Leute, die an der Halle vorbei gingen, gefragt, ob denn schon wieder Eishockey gespielt würde“, erinnert sich Klahold.

Er selbst, von 2004 bis 2008 Präsident des Kegel-Weltverbandes, hat nie wieder etwas Vergleichbares erlebt. „Und so etwas wird es auch nicht mehr geben, weil die Budgets nicht zur Verfügung stehen“, Damals hatten die Iserlohner einen Etat von 500 000 DM für die WM, der durch zahlreiche Sponsoren abgedeckt wurde. Heute muss es eine Nummer kleiner gehen, so auch bei der am letzten Wochenende zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft in Morbach im Hunsrück, die in einer Kegelhalle stattfand. Iserlohn 1995 - das war das Ereignis schlechthin in der Welt des Kegelsports.