Ein Torhüter, der auch im Feld seinen Mann stehen könnte

Daniel Dreesen spielt gerne für den FCI – und zeigt noch lieber seine fußballerischen Fähigkeiten.
Daniel Dreesen spielt gerne für den FCI – und zeigt noch lieber seine fußballerischen Fähigkeiten.
Foto: WR

Iserlohn..  Das war wieder so ein Spiel, in dem er seine besonderen Qualitäten zeigen konnte – und auch musste, um den Sieg seiner Mannschaft festzuhalten. „Beim eins-gegen-eins bin ich ja ganz gut“, sagte Daniel Dreesen, der Torhüter des FC Iserlohn, nach dem 2:0-Erfolg beim Westfalenliga-Spitzenreiter Westfalia Wickede. Dessen Torjäger Tim Schrade wird es bestätigen können, denn der hatte gleich mehrfach einen Treffer auf dem Fuß. Doch Dreesen stand im Weg.

„Vielleicht war das ja der Beginn einer Erfolgsserie, damit wir diese Saison doch noch zu einem guten Ende bringen können“, meinte der Schlussmann, der beim FC längst ein zentraler Leistungsträger ist und den sein Trainer für einen der besten Keeper der Liga hält. Stichwort Trainer: Mit Christian Hampel ist er seit langem freundschaftlich verbunden, was im Herbst 2013 auch die Verantwortlichen des Lüner SV zu spüren bekamen. Sie hatten Hampel den Stuhl vor die Tür gesetzt und mussten sich einen Tag später auch einen neuen Torwart suchen. „Ich hatte einfach keine Lust mehr“, erläuterte der 27-Jährige, der aber noch eine Weile brauchte, um die Zusammenarbeit mit dem Coach am Hemberg fortzusetzen. „Ich brauchte ein kleine Auszeit, aber nachdem ich ein paar Mal in Iserlohn mittrainiert hatte, juckte es wieder in den Fingern.“

Beim FC fühlt er sich pudelwohl („das Umfeld ist top“), hier will er auf jeden Fall länger als für die bei seinen letzten drei Stationen üblichen eineinhalb Jahre bleiben. Schließlich soll in absehbarer Zeit an das Tor zur Oberliga geklopft werden, was wohl schon in der laufenden Saison ohne das extreme Verletzungspech möglich gewesen wäre. Auch Dreesen erwischte es – beim denkwürdigen 0:5 in Hordel, als die Mannschaft krass versagte und nach dem Ausscheiden ihrer Nummer eins noch nicht einmal ein gelernter Torhüter zur Verfügung stand. Und noch ein Spiel bleibt ihm gewiss in Erinnerung: Das 2:3 beim TSV Marl-Hüls, als er einen vom Wind begünstigten Torschuss des Marlers Kühn aus 50 Metern passieren lassen musste. „Das Tor schießt der nur einmal im Leben, und deshalb muss ich meinen Stil nicht ändern“, versichert Dreesen, der sich als mitspielender Keeper sieht, der gern auch zeigt, dass er mit dem Ball umgehen kann. „Unser Kapitän Lukas Lenz meint ja, dass ich in der Landesliga auch als Feldspieler mithalten könnte, wenn ich etwas laufstärker wäre.“ Doch er strebt nicht nach einem anderen Arbeitsplatz, zwischen den Pfosten fühlt er sich seit der Wickeder Jugendzeit wohl.

Auch wenn Daniel Dreesen sagt, nie ein Vorbild im großen Fußball gehabt zu haben, so ist er von Manuel Neuer doch extrem angetan. „Er ist der Beste überhaupt und mit seinem schwächeren Fuß noch besser als Roman Weidenfeller mit seinem starken.“ Womit er beim BVB wäre, mit dem er seit frühester Jugend sehr intensiv sympathisiert. „Mein Vater hat mich schon als Kind mit ins Stadion geschmuggelt.“ Dass die Borussen künftig von Thomas Tuchel angeleitet werden, sieht er mit Skepsis. „Jürgen Klopp hat einfach ideal gepasst.“

Mit seinem Vater verbindet Dreesen auch die Liebe zum Motorradfahren. 2012 unternahmen die beiden einen ausgedehnten Trip nach Kroatien, und ähnliches soll sich in den nächsten Jahren wiederholen. Aber diesem Hobby lässt sich auch auf sauerländischen Straßen frönen, so dass es kein Wunder ist, dass sich der Torhüter in diesen Tagen in der Freizeit gern auf seine Maschine schwingt. Zum Entspannen und Auftanken. Schließlich soll der Coup von Wickede veredelt werden, um in der Tabelle noch zu klettern. „Besser als Rang acht im Vorjahr sollte es schon werden“, sagt Daniel Dreesen. Hält er sein Tor noch einige Male sauber wie am Sonntag stehen die Chancen nicht schlecht.