Ein Super-Oldie engagiert sich für den Nachwuchs
07.02.2012 | 16:56 Uhr 2012-02-07T16:56:00+0100
Iserlohn. (MT) Er dürfte einer der ältesten aktiven Iserlohner Sportler sein, mit einem großen Herzen für die Jugend und das Ehrenamt. 87 Jahre alt ist Horst Hoffmann. Für seine langjährige Funktionärstätigkeit wurde der rüstige Senior und Jugendwart des PSV Iserlohn nun mit der Goldenen Ehrennadel des Westdeutschen Tischtennisverbandes ausgezeichnet.
Keine Frage: Der Sport und die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen haben den ehemaligen Industriekaufmann fit gehalten. „Tischtennis kann man bis ins hohe Alter spielen, wenn auch nicht mehr mit so viel Tempo“, schildert der gebürtige Schlesier seine sportliche Erfahrung. Und er führt einen weiteren Aspekt für sein Engagement an: „Man hat noch eine Aufgabe.“
Dass er diese ehrenamtlich wahrnimmt, ist für ihn im wahrsten Sinne Ehrensache. „Viele fragen doch zunächst, was sie dafür bekommen“, weiß er aus eigener Erfahrung. Das kam und kommt für Hoffmann nicht infrage.
Vermutlich liegt das auch in seiner Biografie und den Anfängen seiner sportlichen Laufbahn begründet. In amerikanischer Gefangenschaft kam er mit dem Tischtennissport erstmals intensiver in Kontakt, genauer: In Virginia. Im dortigen Kriegsgefangenenlager hatten Argentinier Tischtennisplatten gespendet. „Das brachte Abwechslung in den Lageralltag“, blickt Hoffmann auf diese Zeit zurück.
Von den USA ging es dann 1948 nach Iserlohn. Über das Rote Kreuz hatte er die neue Adresse seiner aus Schlesien vertriebenen Eltern erhalten. „Das hat fast zwei Jahre gedauert“, erinnert sich Hoffmann. In der Waldstadt blieb er dem Sport treu. Der angehende Postfacharbeiter fand einige Mitstreiter und im Keller der alten Hauptpost Räumlichkeiten. Aus dieser TischtennisHobbytruppe entwickelte sich allmählich ein Klub, der schließlich über den Postsportverein beim Verband angemeldet wurde.
Später erfolgte dann der Umzug zum Stenner-Gymnasium. Hoffmann und Co. spielten in der Kreisliga, gleichzeitig widmete er sich der Nachwuchsarbeit. „Einen Trainerschein gab es damals aber noch nicht.“
Die Jugendlichen folgten seinen Ratschlägen. Und so ist es auch noch heute. „Ich versuche, ihnen das so gut ich kann zu erklären“, berichtet er von seinen Aktivitäten, rund 20 bis 25 Jugendliche betreut er derzeit, auch bei den Ligenspielen. „Da gebe ich ihnen schon mal Tipps.“
Akzeptanzprobleme aufgrund des großen Altersunterschiedes spürt Hoffmann nicht. „Ich nehme an, dass sie das ganz gut finden, was ich da mache. Sie sind zum größten Teil einsichtig.“
Zweimal in der Woche ist Hoffmann bei den Trainingseinheiten anwesend, montags und donnerstags. Um 17 Uhr schließt er die Sporthalle auf, „um zwanzig Uhr gehe ich dann nach Hause.“ Und bei den Heimspielen ist er ebenfalls stets vor Ort, kümmert sich u. a. um das Ausfüllen der Spielberichtsbögen und natürlich um die Betreuung der Spieler bei den Matches. Und so soll es auch in Zukunft weiter gehen, denn ans Aufhören denkt Horst Hoffmann noch lange nicht: „Ich möchte das weiter machen, so lange ich kann.“ Das ist für ihn Ehrensache.
0mitdiskutieren