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Ein „emotioneller Kater“ mit Folgen für die Roosters

04.11.2012 | 21:25 Uhr
Ein „emotioneller Kater“ mit Folgen für die Roosters
Auch Jeff Giuliano (li.) ging gegen München leer aus.Foto: ALBEDYHL

Iserlohn.   Der Galavorstellung am Freitag beim 4:2 gegen Mannheim folgte knapp 48 Stunden später die Ernüchterung. Nach einer über weite Strecken enttäuschenden Leistung mussten sich die Roosters nach zuletzt vier Siegen in Folge München geschlagen geben.

Der Galavorstellung am Freitag beim 4:2 gegen Mannheim folgte knapp 48 Stunden später die Ernüchterung. Nach einer über weite Strecken enttäuschenden Leistung mussten sich die Roosters nach zuletzt vier Siegen in Folge München geschlagen geben. Allerdings wurde es nach 0:3-Rückstand in den letzten sechs Minuten noch einmal richtig spannend, als dem IEC zwei Treffer gelangen. Doch die Aufholjagd kam zu spät.

Iserlohn Roosters – EHC Red Bulls München 2:3 (0:0, 0:2, 2:1). Die Iserlohner kamen sehr schwer ins Spiel, und bis zur turbulenten Schlussphase sollte es auch keinen Aufschwung geben. München erwies sich als unangenehmer, kompromissloser Gegner. Konsequent „bearbeiteten“ die Bayern ihre Gegenspieler und störten schon früh. Die Folge: Die Blau-Weißen hatten Mühe, ein Kombinationsspiel aufzubauen. Vieles blieb Stückwerk, Chancen gab es nur wenige. Auch bei Überzahl lief es nicht, einen ersten Vorgeschmack darauf gab es bereits in Abschnitt eins. Die beste Gelegenheit besaß hier Mark Bell. Nach einem Münchener Fehlpass tauchte er allein vor dem starken Keeper Jochen Reimer auf (10.). Und München? Offensiv strahlten die Süddeutschen recht wenig Gefahr aus. Richtig eng drohte es nur einmal zu werden, als IEC-Goalie Sébastien Caron am Boden lag (12.). Ansonsten tat sich wenig in einem zerfahrenen ersten Durchgang.

Und das Spiel der Gastgeber wurde auch im zweiten Abschnitt nicht besser. Im Gegenteil: München erspielte sich nun sogar gute Möglichkeiten. Den ersten Schreckschuss gab Ryan Kavanagh mit einem Lattenkracher ab (22.). In Unterzahl gerieten die Roosters dann in Rückstand. Drei Sekunden vor Ablauf der Strafzeit gegen Marvin Tepper stocherte Martin Hinterstocker die Scheibe ins Netz, nachdem sich der IEC zum wiederholten Male nicht aus der Umklammerung befreien konnte (24.). Von jener Effektivität beim Powerplay war bei den Sauerländern nichts zu spüren, eine weitere Überzahlphase verlief ganz schwach. Unterdessen näherten sich die Red Bulls immer häufiger und gefährlicher dem Kasten. Auch das 0:2 entsprang schließlich einem Überzahlspiel, wieder drei Sekunden vor Ablauf einer Strafe, die diesmal Mark Bell – allerdings zu Unrecht – getroffen hatte. Felix Petermanns Schuss von der blauen Linie wurde unhaltbar von Mike Kompon abgefälscht (35.).

Jetzt wurde es ganz eng, und noch stiller in der Halle. Den Anschlusstreffer hatte bei einem der wenigen guten Überzahlangriffe Bell auf dem Schläger. Doch Reimer rettete mit einem sensationellen Reflex und legte mit einer Flugparade gegen Michael Wolfs Schuss nach (38.). Somit gingen die Heimischen, die längst nicht so dynamisch und intensiv agierten wie am Freitag, mit einer 0:2-Hypothek in den Schlussabschnitt. Eine unlösbare Aufgabe angesichts der Münchener Konsequenz?

Möglicherweise hätte ein erfolgreiches Powerplay unmittelbar nach Beginn des Drittels noch etwas bewirken können. Aber es blieb dabei: Ein weiteres Mal konnte diese numerische Überlegenheit nicht genutzt werden. Die kalte Dusche folgte wenig später, als NHL-Lock-out-Spieler Blake Wheeler die Defensive austanzte und Maurer nachsetzte. Das 0:3, abgesichert durch den Videobeweis, besiegelte die Pleite (46.). Denn auch in der Folge gelang den Hausherren weiterhin offensiv wenig, das siebte Überzahlspiel blieb ebenfalls erfolglos. Erst Powerplay Nummer acht und Carons Herausnahme brachten das erste Tor: Mike York netzte ein. Sollte doch noch etwas gehen? Eine groteske Strafe gegen York nahm dem IEC den Schwung des ersten Tores. Aber es wurde dennoch richtig spannend, als Wolf 114 Sekunden vor Ende der Anschlusstreffer gelang. Jetzt war endlich Stimmung in der Bude, es „roch“ sogar nach Ausgleich. Aber dem IEC lief die Zeit davon. München hatte vom „emotionellen Kater“, wie Doug Mason es nannte, profitiert.

Michael Topp


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