Ein bitteres Ende in Wedel

Der SC Rist Wedel war für NOMA Iserlohn letztlich eine Nummer zu groß.
Der SC Rist Wedel war für NOMA Iserlohn letztlich eine Nummer zu groß.
Foto: IKZ

Wedel..  Das war ein jähes Ende einer Saison, die unter dem Strich als überragend in die Vereinsgeschichte der Basketballer von NOMA Iserlohn eingehen wird. Deutlich vom bärenstarken, auf den Punkt topfitten SC Rist Wedel in die Schranken gewiesen, durften die Kangaroos aber trotz einer deftigen 30-Punkte-Schlappe am Ende erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.


2. Basketball-Bundesliga Pro B, 2. Play-off-Halbfinale: SC Rist Wedel - NOMA Iserlohn 91:61 (21:12/43:27/ 66:42). Die gut 80 Fans aus der Waldstadt feierten ihr Team nach Spielschluss. Einigen Akteuren war zwar definitiv nicht nach Feiern zumute, doch im Konfettiregen war so mancher Schmerz ein wenig leichter zu ertragen. Zuvor hatten die Gastgeber in der überfüllten Steinberghalle (es gab keine Eintrittskarten, nur einen Stempel auf die Hand!) ein Feuerwerk abgebrannt, gezeigt, wie motiviert man in eine Partie gehen kann und Iserlohn die deftigste Niederlage der letzten Jahre zugefügt.

Schon nach zwei Minuten war der Weg vorgegeben. Zwei Dreier von Strauß sowie weitere Zähler von Watkins und Roquette bedeuteten das 10:0 - Auszeit Iserlohn. Doch auch danach bekamen die Gäste keinen Zugriff auf die Partie, leisteten sich zahlreiche Ballverluste, kamen kaum zum Abschluss. Einzig der zuletzt häufig gescholtene Matt Kavanaugh punktete, so dass es beim 19:11 (8.) noch einen leichten Hoffnungsschimmer gab.

Die Gäste blieben ein Team

Aber die Norddeutschen hatten sich schnell in den nächsten Rausch gespielt, trafen bis zur Pause sechs ihrer acht Dreier und obendrein 63 Prozent ihrer Würfe aus dem Feld. Dass das Grothe-Team das Reboundduell für sich entschied, überraschte da schon fast. Zugute halten musste man den Gästen, dass sie selbst in den bittersten Phasen nicht als Team zerfielen. Yannick Opitz spielte trotz einer im Donnerstagstraining erlittenen Bänderverletzung, die sich als Riss entpuppte. Joshua Dahmen biss trotz schmerzhafter Dehnung die Zähne zusammen.

Mit dem 36:20 (17.) schufen sich derweil die Hausherren ihr Pausen-Polster. Die Wedeler lebten diesmal nicht nur von Watkins und Spearman, sondern hatten im dritten Amerikaner Erves, der von der Bank kam und zum Topwerfer avancierte, einen weiteren ungemein athletischen Aktivposten.

Auch nach dem Seitenwechsel bekam das NOMA-Team das Ruder nicht mehr herumgerissen. Kavanaugh musste nach einem Cut an der Augenbraue lange auf die Bank, J. Dahmen wurde auch noch an einer blutenden Wunde an der Hand versorgt. Derweil musste Opitz endgültig aufgeben, sein Fuß schwoll immer mehr. Er hatte sich zuvor in der Watkins-Verteidigung aufgerieben.

Angesichts dieser vielen Probleme bei den Gästen drehten die Hausherren noch einmal richtig auf. Als der 17. Dreierversuch der Iserlohner durch Orlan Jackman endlich durch die Reuse fiel und kurz darauf Thomas Reuter zum 61:42 traf (29.) durfte das Team noch von einem annehmbaren Resultat träumen, doch beinahe im gleichen Moment legten Erves und Spearman noch zum 66:42 nach.

Völlig berauscht gelang den Nordlichtern endgültig alles. Center Erves mogelte nun auch einen Dreier zum 71:44 in den Korb (31.). Dieser Wurf war nicht besser als viele der Gäste, doch er war drin. Und Erves drehte weiter auf, riss die Fans mit zwei Dunkings mit, während mit Laatzen und Hirschberg auch die Bankspieler Dreier trafen. Unter dem Strich machte das nach dem finalen Dunk von Erves eine 30-Punkte-Schlappe, die eine denkwürdige Serie doch sehr rüde beendete.