Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Iserlohn Hemer Letmathe

Die Möglichkeiten optimal genutzt

22.06.2007 | 06:39 Uhr

Iserlohn. (wis) Die Abschlussbilanz nach 34 Oberligaspieltagen weist die SF Oestrich-Iserlohn der Gewinnerseite zu. Als Vizemeister aufgestiegen, von der Konkurrenz zuweilen mit Geringschätzung bedacht, behaupteten sich die Sportfreunde in einem Umfeld, d

Auch damals war Oestrich zwar der Underdog aus dem Sauerland, aber seine finanziellen Möglichkeiten unterschieden sich nicht so krass von denen der Spitzenklubs. Diesmal waren Preußen Münster & Co. mit ihren Profi-Ensembles am Start, und im Sportfreunde-Dress liefen gerade zwei Akteure auf, die bereits über Erfahrung in dieser Liga verfügten. Im eigenen Lager war der Glaube an die Konkurrenzfähigkeit vor dem Start zwar hinreichend ausgeprägt, doch der Dämpfer an jenem 13. August 2006 hatte es in sich. 0:3 in der Schledde gegen den VfB Hüls - eine Mannschaft, die Oestricher Kragenweite besaß.

Doch dieser Schuss vor den Bug erwies sich als förderlich. Es folgte der Coup von Münster, das 1:1 bei den hochgewetteten Preußen, und nach den Heimsiegen gegen Rheine und Wattenscheid, unterbrochen vom Überraschungs-Remis auf Schalke, war der Neuling voll auf Kurs.

In den ersten Wochen der Saison gingen die eigene Euphorie und die Überheblichkeit mancher Kontrahenten eine hilfreiche Symbiose ein, die Oestrich ins Tabellenmittelfeld spülte. Das Auswärtshoch endete mit dem 0:3 in Lotte, und bis zur Winterpause gelang auf des Gegners Platz kein Punkt mehr. Das blieb zunächst ohne Folgen, weil die ersten derben Abfuhren in der Fremde mit klaren Heimsiegen (jeweils 3:0 gegen Erkenschwick und Emsdetten) beantwortet wurden.

Dass der Blick dennoch nicht ganz unbeschwert in Richtung zweite Serie gerichtet werden konnte, lag am schwachen Ausklang des Jahres 2006: Nur ein Punkt wurde aus den letzten fünf Hinrundenspielen geholt.

Die Stärken der Mannschaft wie Einsatzwille und Teamgeist wurden von Schwächen wie mangelnde Torgefahr und Anfälligkeit in der Deckung zuweilen aufgezehrt. Eine einst ganz auf Offensive ausgerichtete Formation, die in ihrer letzten Verbandsligasaison noch stolze 79 Treffer erzielte, krankte am Fehlen echter Strafraumspieler mit konsequentem Abschluss. Samir Tahris Ausfall wog schwer, aber auch der Abschied eines Markus Kulisch, der mit seinen Vorstößen über die rechte Seite manche Abwehr knacken konnte, schränkte Oestrichs Möglichkeiten ein. In der Defensive wurde die Anfälligkeit bei Standardsituationen nie behoben, und wenn im Mittelfeld einmal keine Laufarbeit auf hohem Niveau erledigt wurde, wuchs für jeden Gegner die Erfolgschance.

Zum Jahreswechsel entschlossen sich die Verantwortlichen zur moderaten Nachrüstung, die dem Angriff galt. Hakan Firat und Andrija Dabovic kamen neu hinzu, und das schien sich auszuzahlen. Der Start aus der Winterpause klappte mit dem 4:1 in Hüls maßgerecht und ließ die Aktien im Kampf um den Klassenerhalt sprunghaft steigen. Der nächste Coup missglückte, denn der Sieg in Rheine wurde in der Nachspielzeit aus der Hand gegeben. Und es folgten fünf Niederlagen, die nur durch den zweiten Münster-Coup (1:1 am Hemberg) unterbrochen wurden.

Aber die Mannschaft behielt ausgerechnet in den folgenden Duellen mit den Kontrahenten aus der Gefahrenzone die Nerven. 0:0 in Erkenschwick, 1:0 in Wattenscheid, 3:3 in Emsdetten: So blieben die Sportfreunde in der Spur, und sie ließen sich auch nicht beirren, als das Warten auf die endgültige Rettung etwas länger dauerte. Als es darauf ankam, krempelte die Mannschaft die Ärmel hoch und erarbeitete sich den Erfolg. Den Heimsiegen gegen Bochum und Delbrück folgte das erlösende 1:1 in Ahlen. Die Sportfreunde überstanden einige heikle Situationen, sie gerieten in die Nähe des Abgrundes, aber der unbedingte Wille, diese Liga zu erhalten, setzte letztlich die entscheidenden Kräfte frei, um das Klassenziel zu erreichen. Dass Trainer und Vorstand stets die Ruhe behielten und harmonisch zusammenarbeiteten, war ein weiterer Grund für eine unter dem Strich überaus erfreulich verlaufene Serie.



Kommentare
Aus dem Ressort
Zum Auftakt in eigener Halle
Radball
Kaum ist die Saison 2013/14 im Zweier-Radball beendet, beginnt die Saison in der 1. Fünfer-Radball-Bundesliga. Der RC Pfeil Iserlohn stellt eines von zehn Teams in der höchsten Spielklasse.
Finden die Samurai in ihren Play-off-Modus?
Skaterhockey
Sekt oder Selters für den Deutschen Skaterhockeymeister IH Samurai? Am morgigen Samstag (18 Uhr) kreuzt der IHC Atting zum dritten und entscheidenden Spiel der Play-off-Viertelfinalserie in der Heidehalle auf.
Klassischer Hallenfußball soll sich den Futsal-Regularien annähern
Hallenfußball
Vor ein paar Jahren war beim Hallenfußball die Rundumbande das Nonplusultra, nur mit ihr schien die gewünschte Rasanz des Spiels möglich zu sein. Mittlerweile kommen immer mehr Zweifel auf, ob diese Bande wirklich segensreich ist, weil sie den Trend zu körperbetontem Spiel weiter forciert hat. Und...
Spaß und Bewegung stehen im Vordergrund
Fußball
Schon um 17.45 Uhr sitzt der Großteil der Mannschaft vor der alten Hemberghalle, obwohl das Training offiziell erst um 18 Uhr beginnt. Voller Vorfreude wird über das anstehende Training und das nächste Fußball-Turnier diskutiert. Die 15 Spieler des Teams sind mit Herzblut bei der Sache - das ist den...
Ehrgeiz gegen IGR Remscheid
Rollhockey
Die Pleite im CERS-Cup hat Rollhockey-Bundesligist ERG Iserlohn aufgearbeitet. „Alle wissen, wo die Fehler lagen“, versichert Trainer Dirk Iwanowski, und er ist guter Dinge, dass an diesem Donnerstag im Nachholspiel gegen IGR Remscheid (20.15 Uhr, Hemberghalle) eine gute Vorstellung gelingt. „So...
Umfrage
Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

Dortmund in der Krise - Kann der BVB seine Saisonziele noch erreichen?

 
Fotos und Videos
Erfolgreicher Saisonstart
Bildgalerie
Fotostrecke
55 Jahre Eishockey im Sauerland
Bildgalerie
Fotostrecke
Großes Finale der Westfalen YoungStars
Bildgalerie
Fotostrecke
22. IKZ-Jedermann-Triathlon
Bildgalerie
Fotostrecke