Die „Löwen“ kicken jetzt für die Turnerschaft

Der ITS-Vorstand freut sich über den  Zuwachs aus der neu gegründeten Jugendabteilung.
Der ITS-Vorstand freut sich über den Zuwachs aus der neu gegründeten Jugendabteilung.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Wenn das keine positive Entwicklung ist. Als sich die Fußballer der Iserlohner Turnerschaft 2005 entschlossen, vom Betriebssport in den DFB-Bereich zu wechseln, da konnte man für die damals einzige Herrenmannschaft gerade einmal aus einem Reservoir aus 15 Akteuren wählen. Heute, zehn Jahre später, kratzt der Klub, der seine sportliche Heimat im Steinbruchstadion in der Grüne hat, an der 200-Mitglieder-Marke.

Gerade vor ein paar Wochen stand die bis zum Frühjahr diesen Jahres auf 100 Mitglieder angewachsene Turnerschaft vor ihrer bislang schwierigsten Entscheidung. Denn große Teile der Jugendabteilung des bisherigen Seniorpartners SG Grüne hatten sich nach Querelen des seit einiger Zeit in unruhigem Gewässer trudelnden Vereins zum Austritt aus dem Klub entschieden. Um für den Nachwuchs den Standort Steinbruchstadion zu erhalten, wurden Kontakte zur Turnerschaft geknüpft, bei der man sich zunächst einmal Bedenkzeit auserbeten hatte.

„Mehr als nur Fußball“ lautet der Slogan unter dem die Kicker der ITS antreten. Spaß am Spiel steht eindeutig im Vordergrund. Weniger wichtig sind sportlich hochtrabende Pläne. Nach einigen Überlegungen stand für Turnerschaft-Geschäftsführer Carsten Fürst und seine Mitstreiter aber fest: „Wir machen das.“ Von Anfang an trat man bei den ehemaligen Betriebssportlern aber dem Eindruck entgegen, dass es sich um Abwerbung handelt. „So etwas gibt ja bekanntlich nur böses Blut, und daran ist uns nicht gelegen“, macht Fürst deutlich.

Sechs bis sieben Jugend-Mannschaften werden nun aber künftig unter der Regie der Turnerschaft als „Löwen“ an den Start gehen. Darunter auch eine A-Jugend, die allerdings nicht von der SG Grüne stammt, sondern sich als bisher in Eigenverwaltung organisiertes Team dem Verein anschließt. Fürst: „Und das ist auch genau unsere Ausrichtung. Wir wollen auf keinen Fall mit den heimischen Marktführern konkurrieren, sondern den Breitensport-Charakter pflegen.

Dass es aber mit der reinen Aufnahme in den Verein bei so vielen Nachwuchsteams nicht getan ist, hat der Vorstand der Turnerschaft sofort erkannt. Von der SG Grüne kam zwar auch ein Teil der Infrastruktur (Trainer, Betreuer) mit zur ITS, doch es musste ja auch ein Vorstand her, der mit dem bisherigen aus der Grüne nicht identisch sein sollte. Und so fanden sich mit Ulrike und Andreas Hitzegrad (Sportwart) sowie Tanja (Kassiererin) und Thomas Schreiber (Geschäftsführer) auch zwei engagierte Elternpaare, die die Vorstandsarbeit übernahmen. Neben dem bürokratischen Teil kümmert sich die Crew aber auch um die finanziellen Mittel beim Nachwuchs, denn schließlich mussten nicht nur neue Trikotsätze angeschafft werden.

Unter dem Strich ist der Wechsel bisher recht gut über die Bühne gegangen, wofür Carsten Fürst auch Vorstand Karola Heitschötter von der SG Grüne dankt. Auf einer gemeinsamen Sitzung mit Horst Reimann vom Fußballkreis wurde zugesichert, dass die gewechselten Kinder allesamt ihre Freigaben für den sportlichen Neustart erhalten.

Carsten Fürst von der ITS freut sich nach anfänglicher Skepsis längst über den gewaltigen Zuwachs im Verein. „Auch wenn wir bisher eher so der alternative Verein waren, bei dem der Spaß außerhalb des Spielfeldes nicht zu kurz kam, muss man sehen, dass es auch Vorteile für uns hat, wie es jetzt ist“, sagt er. Dabei denkt er vor allem daran, dass zunächst die A-Jugendlichen und später auch die anderen Altersstufen den Fortbestand der Seniorenteams sichern. Aber er schaut auch über den Tellerrand des eigenen Vereins hinaus und ist froh, dazu beigetragen zu haben, den Standort für den Fußball-Nachwuchs in der Grüne gesichert zu haben.