Die Flucht in den Sarkasmus

Nach dem 6:2 gegen Hombruch strauchelte der FC Iserlohn in Erndtebrück.
Nach dem 6:2 gegen Hombruch strauchelte der FC Iserlohn in Erndtebrück.
Foto: IKZ

Erndtebrück..  Christian Hampel wirkte nach dem Abpfiff mächtig angefressen. Mit 2:5 unterlag der FC Iserlohn bei der Reserve des TuS Erndtebrück, kassierte dabei vier Treffer binnen 22 Minuten. „Am liebsten wäre ich nach der Pause schon nach Hause gefahren“, gestand der FCI-Trainer, dessen heftige Standpauke zur Halbzeit keine zwei Minuten dauerte:“ „Ich bin sofort wieder raus aus der Kabine, weil ich keine Lust auf die Mannschaft hatte.“


Fußball-Westfalenliga: TuS Erndtebrück II - FC Iserlohn 5:2 (4:0). Schon nach 20 Minuten war die Partie gelaufen, lagen die Iserlohner mit 0:4 zurück. „Ich kann noch nicht einmal sagen, dass die Jungs schlecht verteidigt haben, sie haben gar nicht verteidigt“, flüchtete Hampel in den Sarkasmus, um die desolate Vorstellung in der Anfangsphase zu beschreiben, in der seine Elf zwar zweifellos ihre Anwesenheitspflicht erfüllte, körperlich offenbar aber dennoch abwesend war. Schon nach wenigen Sekunden nahm das Unheil seinen Lauf. Nach dem die Iserlohner in der Vorwärtsbewegung den Ball leichtfertig vertändelt hatten, wurden sie prompt ausgekontert, erzielte Hammel mühelos die Führung für die Siegerländer.

Damit war die Taktik der Gäste, die tief stehen und kein Risiko durch offensives Pressing eingehen wollten, rasch über den Haufen geworfen. Noch dreimal musste Dreesen in den nächsten 21 Minuten den Ball aus den Maschen holen, wobei ihn keinerlei Schuld traf. „Die Tore, waren unhaltbar“, versicherte Hampel mit Verweis auf das dilettantische Abwehrverhalten. Gleichwohl hatten auch die Gäste einige gute Möglichkeiten, aber Lenz, Schattling, Nweke oder Beilfuß ließen selbst beste Gelegenheiten aus und brachten ihren Trainer schier zur Verzweiflung: „Die machen aus fünf Chancen vier Tore und wir lassen alles liegen.“

Hampel hoffte auf Besserung im zweiten Durchgang, zumal Nweke kurz nach Wiederbeginn eine weitere Großchance vergab. Stattdessen musste erneut Dreesen nach einem Foul von Lötters an Attiee hinter sich greifen, verwandelte Markow den Strafstoß sicher. Anschließend gelang Nweke zwar per Doppelschlag noch eine Resultatsverbesserung, die den Trainer angesichts der weitesten Auswärtstour und Leistung seiner Mannschaft aber keineswegs versöhnlich stimmte.