Der größere Druck lastet auf Titelverteidiger Herringen

André Costa wird der ERGI im zweiten DM-Finalspiel in Herringen fehlen.
André Costa wird der ERGI im zweiten DM-Finalspiel in Herringen fehlen.
Foto: IKZ

Iserlohn..  „Nur“ noch ein Sieg fehlt der ERG Iserlohn gegen SK Germania Herringen, um nach 2009 wieder einmal die Deutsche Rollhockey-Meisterschaft in die Waldstadt zu holen und den siebten Titel zu feiern. Und dazu bieten sich den Heimischen gleich zwei Chancen. Gute Perspektiven also. Oder?

Es gibt viele Faktoren, die für die Sauerländer sprechen, die in den letzten fünf Jahren viermal im Play-off-Finale standen. Der größte Vorteil: Die ERGI steht weniger unter Druck. Denn sie hat sich in einem packenden ersten Duell in der Hemberghalle vor 14 Tagen den Matchball erspielt und viel für die Moral getan, auch, weil beim 6:5-Sieg aus einem 2:4 ein zwischenzeitliches 6:4 gemacht wurde. „So etwas steckt in den Köpfen“, mutmaßt ERGI-Trainer Dirk Iwanowski, dass beim Gegner ein solcher Rückschlag Spuren hinterlassen hat. Zudem sind die Germanen an diesem Samstag (18 Uhr, Glückauf-Arena, Herringen) zum Siegen verurteilt, um ein entscheidendes drittes Spiel am Sonntag (15.30 Uhr), ebenfalls in Herringen, zu erzwingen. „Sollte ihnen das wider Erwarten gelingen, haben wir am Sonntag noch eine Chance.“

Aber der amtierende Titelträger ist doppelt angeschlagen. Denn am letzten Wochenende musste er sich im Finale des Pokals gegen Cronenberg vom Traum des Doubles verabschieden. Nach dem 5:4 in Cronenberg verlor der Titelverteidiger sein Heimspiel mit 2:4. Diese Duelle kosteten zudem Kraft. Iwanowski: „Ich bin froh, dass wir eine Pause hatten. Wir sind wirklich super drauf.“

Aber es sprechen natürlich auch Fakten für die Herringer. Der Heimvorteil spielt gewiss eine Rolle. Iwanowski: „Aber ich hoffe, dass wir von unseren Fans gut unterstützt werden.“ Und der Blick in die Chronik könnten den Hammern ebenfalls Mut machen. Denn 2012 hatte Iserlohn das Heimspiel gewonnen, musste sich dann aber in Herringen zweimal geschlagen geben.

Ein weiteres Manko: André Costa ist wegen seiner dritten blauen Karte am Samstag gesperrt. Iwanowski: „Aber auch ohne ihn ist das machbar.“ Und am Sonntag wäre er dann wieder dabei. Der ERGI-Coach geht davon aus, dass die Tagesform entscheiden sein wird, spricht von einer 50:50-Chance und durchaus vorhandenem Druck, sagt aber auch: „Herringen steht mit dem Rücken zur Wand.“

ERGI: P. Glowka, Kaas; Nuñez, Milewski, Pereira, Fonseca, Henke, Hegner, S. Glowka, (So.: Costa).