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Der dritte Treffer wollte nicht fallen

17.06.2012 | 19:37 Uhr
Der dritte Treffer wollte nicht fallen
Für die ERGI blieb in Cronenberg nur die Vizemeisterschaft.

Wuppertal. Der Traum vom Double erfüllte sich nicht. Nach dem Pokalsieg blieb der ERGI „nur“ der Titel „Deutscher Rollhockey-Vizemeister“. Denn am Samstag verloren die Iserlohner auch das zweite Play-off-Finale. Dem 3:5 in eigener Halle vor einer Woche folgte in Cronenberg ein 2:7. Die Hoffnung, ein drittes Spiel zu erzwingen, währte nur eine Halbzeit.

Rollhockey-Bundesliga, Play-off-Finale, Spiel 2: RSC Cronenberg - ERG Iserlohn 7:2 (3:2). Dass es am Ende so deutlich werden würde, war zumindest in der ersten Halbzeit nicht absehbar. Denn der amtierende Meister und der Herausforderer aus Iserlohn lieferten sich in der vollen, engen Alfred-Henckels-Halle ein packendes Match auf Augenhöhe. Und anders als im ersten Finalspiel legte die ERGI sofort ein hohes Tempo vor. Die Rückkehr von Carlos Nuñez nach überstandener Gürtelrose machte sich positiv bemerkbar.

Aber auch Cronenberg zeigte Entschlossenheit, drei gefährliche Schüsse in den ersten 30 Sekunden untermauerten das. Als Sergio Pereira sich nur per Foul helfen konnte, drohte bei Haupts Penalty der frühe Rückstand. Doch Patrick Glowka reagierte glänzend (6.), ebenso nur wenig später gegen Behrendts Solo. Die zweite Penaltychance ließen sich die „Löwen“ dann aber nicht nehmen, wiederum nach Foul von Pereira, der vor dem Match als bester Ligatorschütze ausgezeichnet worden war (34 Treffer gemeinsam mit Yannick Peinke aus Remscheid). Diesmal verwandelte Bernadowitz (10.). Praktisch im Gegenzug trat dann Timon Henke zum Strafstoß an, nachdem Pereira von den Beinen geholt worden war, doch Wilk klärte (10.). Aber nur wenige Sekunden später durfte der ERGI-Anhang mitjubeln, als Nuñez bei Überzahl eine herrliche, blitzschnelle Kombination abschloss (10.). Und als Felix Bender nur drei Minuten später per Distanzschuss zur Führung traf, sah es gut für die Gäste aus. Sie setzten auch weiter nach, aber das so wichtige dritte Tor fiel nicht, trotz guter Chancen.

Das sollte sich rächen. Als Nusch für den vor dem Tor lauernden Coelho die Kugel liegen ließ, glich der Portugiese, der nach Genf wechselt, aus (20.). Den neuerliche Rückstand vereitelte Glowka gegen den Penalty von Nusch. Doch nur wenig später schlenzte Haupt in seinem letzten Spiel ein.

Nach dem Wechsel verloren die Sauerländer ihren Faden. Und die Unaufmerksamkeit in der Defensive nutzte Wochnik, der völlig frei auftauchte. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn war das ein herber Rückschlag für die Gäste, die nun angezählt wirkten. Der Wille zum Anschlusstreffer war da, aber es fehlte eine zündende Idee oder ein glücklicher Moment. Stattdessen verwandelte Bernadowitz nach einer blauen Karte gegen Henke zum 5:2. In der 34. Minute war der Titelkampf entschieden, weil die ERGI weiterhin keine Lücke fand und Keeper Wilk alles, was auf ihn zukam, entschärfte.

Am Ende wurde es noch ganz bitter für den Vizemeister. Denn Wochnik, der freie Bahn hatte (44.), und Velte aus spitzem Winkel machten den Kantersieg perfekt. Dass Glowka in den letzten Sekunden Veltens Direkten parierte, ging praktisch schon im Schlussjubel der Wuppertaler unter, während die Iserlohner kurz danach zunächst enttäuscht dem Sieger gratulierten, bei der Ehrung mit der Silbermedaille aber schon wieder lächelten - einige zumindest.

Michael Topp


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