Defensivqualität ermöglichte Traumsaison

Stets engagiert: Kangaroos-Coach Matthias Grothe.
Stets engagiert: Kangaroos-Coach Matthias Grothe.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Die Vorgaben waren eindeutig: Sie wollten defensivstark sein und damit die Basis für den angestrebten Mittelfeldplatz legen. Die Umsetzung gelang dem Aufsteiger NOMA Iserlohn in der 2. Basketball-Bundesliga Pro B aber viel besser als erwartet, ja besser sogar als es Daueroptimisten in ihren kühnsten Träumen erhofft hätten.

Mit nur drei Niederlagen beendeten die Kangaroos die Hauptrunde und wurden reichlich souverän Gruppenerster der Südstaffel. Der einzige ernsthafte Verfolger, die Weißenhorn Youngstars, wurden erfolgreich auf Distanz gehalten. Die Basis hierzu wurde in eigener Halle gelegt. In allen elf Hauptrundenspielen hieß der Sieger Iserlohn. Und die Serie schien auch in den Play-offs zu halten, erst im 14. Heimspiel folgte die erste Schlappe mit dem 85:94 gegen Rist Wedel.

Dabei gelang es erstmals einem Gegner, gegen die überragende NOMA-Defensive zu bestehen. Gerade einmal 62,7 Punkten gönnten die Waldstädter im Schnitt ihren Kontrahenten. Weißenhorn gelang mit 75 Zählern der Bestwert, Würzburg wurde bei 55 Punkten gehalten.

Und genau diese dominante Defensive wurde auch auswärts zum Erfolgsmodell. Hier markierten die Gegner in der Hauptrunde zwar 74,8 Punkte, doch das lag vor allem an einigen Ausrutschern, wie beim 82:100 in Weißenhorn.

Die defensive Erfolgsformel wirkte schließlich auch zunächst in den Play-offs. Gegen Braunschweig und Dresden blieb man in fremder Halle sogar noch unter dem Schnitt, erst in Wedel brachen alle Dämme.

Offensiv waren die Iserlohner größeren Schwankungen unterlegen. 78,5 Punkte erzielten sie in den 14 Heimpartien, 78,1 auf fremdem Terrain (81 waren es nach der Hauptrunde).

Vor allem ab Februar schien es phasenweise so, als hätten die Kangaroos im Angriff ihr Pulver verschossen, die Wurfquoten sanken in den Keller. Dennoch gelang selbst gegen die wiedererstarkten Hanauer ein Sieg, obwohl nur 32 Prozent der Feldwürfe getroffen wurden und nur einer von 25 Dreierversuchen durch die Reuse fiel. Dafür holte man rekordverdächtige 50 Rebounds in jener Partie. In dieser Sparte gehörten die Heimischen zu den besten ihres Fachs.

„Wir haben keine guten Dreierschützen, wir sind eine defensivorientierte Mannschaft“, stellte NOMA-Coach Matthias Grothe fest. Und so wurde mancher Sieg zu harter Arbeit, denn auch in den Play-off-Spielen kletterten die Wurfquoten aus dem Feld nur unwesentlich über 40 Prozent.

Zwei Erfolgsserien prägten die Saison aus Iserlohner Sicht. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember gewann man acht Spiele in Folge. Von Ende Februar bis Anfang April waren es sieben. Maßgeblich für diese Kontinuität war die ausgeglichen besetzte Mannschaft. Jeder der zwölf Akteure war in der Lage, zweistellig zu punkten. Das machte es für die Gegner schwierig, die Iserlohner auszurechnen. Und selbst wenn Topwerfer Orlan Jackman einmal einen schwächeren Tag erwischt hatte, sprangen andere in die Bresche.

Auf die Ausgewogenheit der Besetzung ihrer Mannschaft wollen die Iserlohner auch künftig achten, denn nur so lässt sich auch das Defensivkonzept umsetzen, ganz unabhängig davon, ob das Team in die vermutlich stärkere Nordgruppe umquartiert wird oder aber im Süden bleibt.