Das Meisterstück des SC Hennen

Die Damen des SC Hennen haben den Oberliga-Aufstieg geschafft.
Die Damen des SC Hennen haben den Oberliga-Aufstieg geschafft.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Klammheimlich haben die Volleyball-Verbandsliga-Damen des SC Hennen im Nachholspiel beim Tabellensechsten EVC Massen ihr Meisterstück gemacht und vertreten den Verein aus dem Iserlohner Norden in der kommenden Saison in der Oberliga.

Es ist das erste Mal, dass der SC mit einer Mannschaft auf diesem Niveau vertreten ist - eine echte Premiere für den mehr als 100 Jahre alten Großverein, der bei aller Freude aber auch Probleme bringt. Bislang wurde in der Sporthalle der Hauptschule mit einer Ausnahmegenehmigung gespielt und trainiert. Erfüllten Länge und Breite des Spielfeldes noch die Anforderungen, fehlt es an der Deckenhöhe der Sportstätte. Eineinhalb Meter zu wenig weist diese auf, und eine Sondergenehmigung für die Oberliga sehen die Statuten des Verbandes nicht vor.

„Das Sportbüro hat sich bereits gemeldet. Uns dürfte ein Umzug bevorstehen, möglicherweise zum Nußberg“, weiß Trainer Christoph Schulte. Seit 18 Jahren betreut der Coach aus Unna die erste Mannschaft, und hat diese aus der Bezirksliga mit einigem Auf und Ab in die Oberliga geführt. „Der entscheidende Umbruch hat vor sechs Jahren stattgefunden. Von diesem Zeitpunkt an hat sich das heutige Team entwickelt“, berichtet der sportlich Verantwortliche, der eine heute seltene Form von Vereinstreue lebt. „Ich habe mich gefragt, was kann ich mit diesem Verein erreichen“, so der 44-Jährige, der mit seinem Team mit der künftigen Liga ein neues Kapitel aufstößt. „Unser Ziel sollte es sein, uns in der Oberliga zu etablieren“, macht Schulte deutlich, weiß aber auch, dass das ohne Verstärkungen wohl ein schwieriges Unterfangen wird.

Zwei Fragezeichen gibt es hinter den Spielerinnen des aktuellen Kaders, ansonsten will die routinierte Truppe um Spielführerin und Leitfigur Natascha Marks sowie Zuspielerin Rahel Oefner komplett die neue Klasse in Angriff nehmen. „Die Abläufe stimmen, jeder weiß, was der andere macht“, nennt der Trainer die Vorteile des seit langem nur unwesentlich veränderten Teams, das nur zwei Trainingseinheiten pro Woche absolviert und die Intensität auch künftig nicht steigern will. „Die Spielerinnen tun aber auch nebenher viel für ihre Fitness“, erläutert Christoph Schulte, dass in den Einheiten keine Basisarbeit geleistet werden muss.

Intensität wird auch in der Oberliga nicht gesteigert

Wie dominant der SC Hennen in der laufenden Saison in der Verbandsliga agiert, macht ein Blick auf die Tabelle deutlich. Mit dem 3:1 in Massen gelang der 14. Sieg im 14. Spiel. Nur zweimal hieß es am Ende 3:2. Die übrigen Partien wurden 3:0 oder 3:1 gewonnen, so dass derzeit 40 von möglichen 42 Zählern zu Buche stehen. Verfolger Gelsenkirchen hat nur 28 Punkte. Vier Spieltage vor Schluss ist das die Entscheidung, weil der Verfolger zwar noch zwölf Zähler holen könnte, Hennen aber mehr Siege (14:9) aufweist.

„In den verbleibenden Spielen wollen wir unseren Triumph genießen“, ist für Trainer-Dauerbrenner Schulte jetzt der Druck aus dem Kessel. Noch einmal am 14. März spielt der SC Hennen in eigener Halle gegen Gelsenkirchen. Es ist das letzte echte Heimspiel des „Dorfvereins“, der bei den Volleyballerinnen aus einem Reservoir von etwa 35 Spielerinnen, aufgeteilt auf vier Mannschaften, schöpfen kann.

Angesichts dieser begrenzten Möglichkeiten ist das nun Erreichte bemerkenswert, verbietet aber die Frage, ob die Entwicklung über die Oberliga hinaus gehen kann. Aktuell werden schon zwei Jugendliche an die erste Mannschaft her­angeführt, doch für intensive Jugendarbeit fehlen dem Verein nicht nur die personellen Möglichkeiten.

Nichtsdestotrotz geht es nun darum, das Erreichte zu genießen und zu schauen, was in der Oberliga mit dieser eingespielten und eingeschworenen Gemeinschaft möglich ist.