Brunswicker: „LTV muss dauerhaft die Landesliga anbieten können“

Stefan Brunswicker, Geschäftsführer der LTV-Handballer.
Stefan Brunswicker, Geschäftsführer der LTV-Handballer.
Foto: Michael May/IKZ

Iserlohn..  Die Bezirksliga-Handballer des Letmather TV stecken in der Krise. Der aktuelle achte Tabellenplatz steht im krassen Gegensatz zu den Zielen. Wir sprachen mit Geschäftsführer Stefan Brunswicker über die Situation und über die Perspektiven des Traditionsvereins.

Frage: Wir beurteilen Sie die augenblickliche Lage?

Brunswicker: Das ist mehr als enttäuschend. Wir haben vor Saisonbeginn zwar nicht den Wiederaufstieg als Ziel ausgegeben, wollten aber zumindest im oberen Tabellendrittel ein gewichtiges Wörtchen bei der Titelvergabe mitreden.

Ende November war man Tabellenführer, seither geht es in rasantem Tempo bergab. Woran liegt das?

Zu jenem Zeitpunkt lief die Saison ja noch nicht besonders lange. Die Mannschaft ist an sich nicht schlecht, teilweise vielleicht etwas zu dünn besetzt. Hinzu kam Verletzungspech, das durch Jugendspieler kompensiert werden musste. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Aber man muss auch zugeben, dass es auswärts häufig an Kampfgeist gefehlt hat und wir insgesamt nicht gut gespielt haben.

Welche Rolle spielt der Trainer in diesem Negativtrend?

Wir könnten es uns natürlich leicht machen und uns von Günther Drechsel trennen. Aber das wäre falsch, weil er ein guter Trainer ist. Auch aus der Mannschaft kommt keine Kritik in diese Richtung. Drechsel erreicht die Mannschaft. In erster Linie sind die Spieler für die Leistungen verantwortlich.

Sie haben den Kontrakt mit dem Trainer bereits im Dezember verlängert. Welchen Spielraum hat der Verein da noch?

Der Vorstand ist sich einig. Wir wollen keine Trainerdiskussion und sind von Günther Drechsel überzeugt. Er macht ein gutes Training, davon kann sich jeder überzeugen. Wir werden uns mit ihm zusammensetzen und nach Lösungen suchen, wie wir da wieder herauskommen.

Die Zuschauer haben auf die Vorstellung gegen Halden am Samstag erstaunlich ruhig reagiert, fast schon gleichgültig. Wundert Sie das?

Vielleicht ist das ein Spielgelbild dessen, was die Mannschaft leistet. Eine Halle leer zu spielen, ist leicht. Deutlich schwieriger ist es, das Publikum wieder zurückzuholen. Aber ich möchte hier auch nichts schön reden. Es ist absolut unbefriedigend. Wir müssen aber schon auf das nächste Jahr schauen.

Beim LTV hat man sich stets gegen auswärtige Spieler ausgesprochen, die eine Aufwandsentschädigung bekommen. Ist diese Haltung noch zukunftsfähig?

Wenn wir uns zusammensetzen, wird auch das ein Thema sein. Wir müssen alles auf den Prüfstand stellen. Die Bezirksliga kann man so wie jetzt sicher halten, deutlich mehr wird schon schwierig. Wir sind es den Zuschauern allerdings schuldig, gutes Landesliganiveau anzubieten.

Welche Ziele haben die LTV-Handballer?

Mittelmaß in der Bezirksliga wollen wir nicht. Wir wollen auch kein gemütlicher Dorfverein sein. Vielmehr ist die Landesliga unser Ziel, und die möchten wir auch dauerhaft anbieten. Aktuell geht es darum, die Saison ordentlich zu Ende zu spielen.

Wann schlägt sich die Jugendarbeit nieder?

Wir müssen sehen, wer sich aus der A-Jugend aufdrängt. Auch in der B-Jugend gibt es Kandidaten. Wir machen ordentliche Nachwuchsarbeit, aber letztlich hängt alles davon ab, in welcher Liga die Erste spielt.

Wäre es angesichts des drohenden Wegfalls der Bezirksliga nicht auch eine Option, zusammen mit dem Lokalrivalen TV Lössel die Kräfte zu bündeln?

Nein, das schließe ich aus. Unser Vorstand will das nicht. Ich möchte für den Zeitraum, für den ich sprechen kann, den Namenszug Letmather TV auf dem Trikot haben. Wir sind stark genug. Spielgemeinschaften haben vielerorts nichts gebracht.