Borussia durfte lange vom Aufstieg träumen

Die Fans feierten trotz des verpassten Aufstiegs mit ihrer Mannschaft.
Die Fans feierten trotz des verpassten Aufstiegs mit ihrer Mannschaft.
Foto: IKZ

Attendorn..  Was sie selbst beeinflussen konnten, hatten die Landesligakicker von Borussia Dröschede beim letzten Saisonspiel in Attendorn sicher im Griff. Der Rest glich dagegen einer Achterbahnfahrt. Unter dem Strich war die Elf von Trainer Ramazan Ceylan und seinem spielenden Kollegen Dragan Petkovic mehr als eine Halbzeit Westfalenligist. Zehn Minuten vor Schluss, als in Finnentrop das 3:2 fiel, zerplatzten die vagen Hoffnungen der Mannschaft von der Emst aber wie eine Seifenblase.


Fußball-Landesliga 2: SV Attendorn - Borussia Dröschede 0:5 (0:1). Es war noch keine Minute gespielt, da durften die Gäste mitsamt ihrer beachtlichen Fanschar bereits jubeln. Elmoueden war in den Strafraum eingedrungen und wurde zu Fall gebracht. Den fälligen Strafstoß verwandelte Torjäger Et mit seinem 30. Saisontreffer.

Auch in den folgenden Minuten rangen die Gastgeber um Struktur in ihrem Spiel. Dröschede blieb dominant und kombinierte sicher. Nach einem langen Ball angelte sich Debütant Tshitungu Kadima das Leder und spitzelte die Kugel zum 0:2 in die Maschen (10.). Dabei verletzte sich der Angreifer jedoch und musste schon bald das Feld verlassen.

Mit dem frühen Vorsprung im Rücken mehrten sich Nachlässigkeiten. Vielmehr interessierte die Frage, wie es in Finnentrop steht? Die gut vernetzten Borussen-Anhänger vermeldeten keine besonderen Vorkommnisse. Zur Pause hielt Werdohl ein 0:0, was den Heimischen gereicht hätte.

Doch die Partie im Hansastadion, die wegen eines zunächst nicht zu entfernenden Übungstores schon später begonnen hatte, wurde auch nach der Pause später angepfiffen, weil der Referee ein Loch im Tornetz entdeckt hatte. Und so starteten die Dröscheder mit der schlechten Kunde von einer 2:0-Führung des Konkurrenten durch einen Doppelschlag (57./60.) in den zweiten Durchgang.

Die Spieler der Borussen blieben aber sehr fokussiert und waren bemüht, in ihrer Partie möglichst schnell für die Entscheidung zu sorgen. Nach einer schönen Kombination schloss Elmoueden zum 0:3 ab (50.), neun Minuten später knallte Cakmak aus gut 20 Metern das Leder in den Winkel - 0:4.

Damit war die Partie gelaufen, und schließlich brandete großer Jubel im Dröscheder Lager auf, denn in Windeseile hatte sich die Kunde vom Werdohler Ausgleich in Finnentrop verbreitet. Ebenfalls mit einem Doppelschlag (74./77.) hatte die Terzic-Elf den Traum vom Westfalenliga-Aufstieg rund um das Hansastadion wieder mit neuem Leben erfüllt.

Doch die Wunschvorstellung war nur drei Minuten später schon wieder beendet, da klingelten zahlreiche Handys erneut. Schrage hatte in der 80. Minute für Finnentrop zum 3:2 getroffen.

Aber die Partie lief ja noch zehn Minuten. Die Dröscheder Kicker, die sich selbst gerade erst in der 68. Minute befanden, vertrieben sich die Wartezeit zumeist mit konstruktivem Spiel. Frei vor Keeper Goulas jagte Dzafic das Leder unter die Querlatte (74.), doch der Ball sprang ins Spiel zurück.

Wenig später war schließlich Schluss in Finnentrop, und es war beim Sieg der Gastgeber geblieben. Auch diese Information machte auf dem Feld schnell die Runde, doch ihre Enttäuschung ließen sich die Akteure nicht allzu sehr anmerken. Allen voran betrieb Petkovic Frustbewältigung und erzielte nach einer Ecke per Kopf schließlich noch das 5:0 für die Gäste (87.).

Dann war auch in Attendorn Schluss. Ersatzspieler, die verletzten Akteure, Trainer und Betreuer liefen sofort das Feld und kümmerten sich um die Protagonisten. Auf keinen Fall sollte Enttäuschung aufkommen, denn die Saison muss nach dieser tollen Rückrunde als Erfolg gewertet werden. Letztlich fehlten ein Punkt und ein paar Tore zum Sprung in die Westfalenliga. Und verspielt wurden die ganz sicher nicht beim 0:0 in Hohenlimburg, sondern in einer über weite Strecken schwachen Hinrunde.

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