Bewegungsmangel war nie so groß wie heute

Prof. Dr. Klaus Bös (3. v. li.) referierte zum Projekt KommSport.
Prof. Dr. Klaus Bös (3. v. li.) referierte zum Projekt KommSport.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Das Projekt „KommSport“ schreitet voran. Auf Einladung von Kreissportbund und Stadt Iserlohn referierte zuletzt Prof. Dr. Klaus Bös vom Forschungszentrum für den Schulsport vor 54 Teilnehmern im Ratssaal der Stadt.

„Noch nie waren so viele Kinder im Sportverein wie heute und nie waren Bewegungs- und Fitnessmangel so groß wie heute“, stellte der Referent fest. Er plädierte dafür, dass Schulen vermehrt Freude und Spaß am Sporttreiben vermitteln. Vereine müssten vor allem auf qualifizierte Übungsleiter setzen, die Eltern sehr viel stärker Bewegungsvorbilder sein, während die Kommunen attraktive Spiel- und Sportstätten sicherstellen sollen.

In seinem 45-minütigen Vortrag präsentierte Prof. Bös auch die Auswertung von Bewegungstagebüchern von 1000 Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren. Neun Stunden liegen, neun Stunden sitzen, fünf Stunden stehen und eine Stunde Bewegung lautet das erstaunliche Resultat.

Die Erkenntnisse des Karlsruher Professors zeigten, dass die Bewegungsumwelt die Bewegungsarmut von Kindern verstärken kann. Entwickelt wurde von dem Wissenschaftler der sportmotorische Test, der im Frühjahr in 13 Iserlohner Grundschulen unter der Leitung von Günther Nülle vom Kreissportbund MK und zahlreichen Helfern durchgeführt wurde. Auf dieser Grundlage erhalten die Schulen nun konkrete Bewegungsangebote. Die lokale Auswertung der Tests soll bis Ende September erfolgen.

Zusätzlich informiert der KSB in Kürze (der Termin wird noch bekannt gegeben) die Sportvereine über Fördermöglichkeiten im Rahmen der Angebotsgestaltung. Bislang stehen etwa 6000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung, die an engagierte Vereine fließen. Etwaige Anträge sind an den Kreissportbund zu richten.

Neben Iserlohner Vertretern waren im Ratssaal die acht teilnehmenden KommSport-Kommunen mit von der Partie. Landesweit sind es 33 Kommunen, die beim Projekt, das vom Landessportbund und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert wird, mitmachen.

Außer den bereits genannten Vertretern der Kommunen und Vereine waren Matthias Kohl vom LSB, Dr. Ulrike Kraus aus dem Ministerium, Dr. Rainer Fiesel, Sportdezernent der Bezirksregierung, Michael Scheffler, Thorsten Schick (beide MdL), Kathrin Brenner (Stadt Iserlohn) und Ralf Horstmann (Sportbüro) mit von der Partie.