Bei den Iserlohn Roosters herrscht Ernüchterung
06.02.2012 | 17:14 Uhr 2012-02-06T17:14:00+0100
Iserlohn.Vor einer Woche durfte man noch vom Durchstarten träumen. Als Zehnter lagen die Iserlohn Roosters acht Punkte vor Krefeld und wollten die Pinguine im direkten Duell endgültig auf Distanz halten. Drei Spiele und drei Niederlagen später herrscht Ernüchterung am Seilersee. Krefeld und Augsburg sind vorbei gezogen, Iserlohn ist aus den Play-off-Rängen gerutscht.
Zu Beginn der Zielgeraden hatte man solche Spiele eigentlich nicht mehr für möglich gehalten. Doch die Roosters präsentierten sich in Wolfsburg phasenweise desolat, verloren 0:8, kassierten damit ihre höchste Saisonniederlage und erinnerten nicht im Entferntesten an einen Play-off-Kandidaten.
Und wer die Mannschaft bei ihrer kläglichen Vorstellung in Wolfsburg beobachtete, fragte sich unwillkürlich, wie diese acht Tage zuvor Meister Berlin überzeugend mit 4:0 in die Schranken weisen konnte . „Vielleicht haben wir diesen Weckruf gebraucht, um für die Play-offs wirklich alles aus uns rauszuholen,“ mußmaßte Kapitän Robert Hock und ergänzte. „Wolfsburg liegt uns wirklich nicht.“ Ein Sieg, drei Niederlagen, 5:21 Tore - diese Saisonbilanz spricht für sich. Hock geht davon aus, dass die Roosters nach der Abfuhr besonders motiviert den Endspurt angehen werden. Die jüngsten Niederlagen lassen ihn jedenfalls nicht an der Play-off-Tauglichkeit zweifeln. „Weshalb sollen wir keine Erfolgsserie starten können?“
Caron und Guliano sollen am Dienstag wieder mitwirken
Der Kapitän nutzt die vier freien Tage in der Länderspielpause für einen Kurzurlaub in Rom. Auf die Langstrecke haben sich nur Sean Blanchard und Sébastien Caron begeben, die nach Nordamerika geflogen sind. Caron absolvierte am Sonntag gemeinsam mit dem ebenfalls an den Folgen einer Gehirnerschütterung leidenden Jeff Giuliano einen Belastungstest auf dem Fahrrad, und beide wiesen gute Werte auf. Am nächsten Dienstag sollen beide wieder mitwirken. Damit kann sich Stand-by-Keeper Tero Leinonen wieder nach Finnland verabschieden. Falls nichts unplanmäßiges passiert, würde er erst wieder zu den Play-offs nach Iserlohn kommen.
Turbulentes Spiel in Iserlohn: Die Roosters führten im Heimspiel gegen Mannheim nach zwölf Minuten mit 2:0. Dann egalisierten sie einen 2:4-Rückstand und sowohl in der regulären Spielzeit als auch in der Overtime wäre der Sieg möglich gewesen. Doch die Adler gewannen 5:4.
Die Länderspielpause kommt für einige Roosters-Akteure zum richtigen Zeitpunkt. In Wolfsburg mussten Sean Blanchard und Collin Danielsmeier wegen Leistenbeschwerden vorzeitig vom Eis, und Colton Fretter erlitt einen Pferdekuss. Jetzt ist eine intensive Behandlung angesagt.
Roosters "haben es selbst in der Hand"
Am Freitagmittag wird Trainer Doug Mason seine Mannschaft wieder aufs Eis bitten, und dann beginnt der Countdown. Neun Spiele stehen noch aus, fünfmal haben die Roosters Heimrecht und empfangen u. a. die direkten Mitbewerber Augsburg und Krefeld. „Wir haben es selbst in der Hand. Und wenn wir es nicht schaffen sollten, ist es unsere eigene Schuld“, betonte Mason, dem es am Montag schwer fiel, das Video vom Wolfsburg-Spiel anzuschauen. „Das will man eigentlich nicht zweimal sehen.“
Mit den Pinguinen kommen die Roosters einfach nicht klar. Westrivale Krefeld mausert sich immer mehr zum Angstgegner, gegen den der letzte glatte Drei-Punkte-Sieg in der vorletzten DEL-Serie gelang. Am Dienstag wären die Iserlohner froh gewesen, überhaupt etwas mitnehmen zu können.
Der Coach betonte, dass bei den Roosters viele unglückliche Umstände (fehlende Stammkräfte, verletzte und erkrankte Spieler) zusammengekommen seien und Wolfsburg eine Topleistung geboten habe. „So stark war in dieser Saison noch niemand“. Den Trainer ärgert jedoch das Ausmaß der Niederlage, die das Torverhältnis massiv verschlechterte. „Deshalb haben wir sogar vier Punkte verloren“.
Schon jetzt rückt das Duell mit den einen Punkt besser gestellten Panthern am kommenden Dienstag in den Fokus. „Das wird das Schlüsselspiel der gesamten Saison“, sagt Co-Trainer Bernd Haake. Ein Sieg muss her, schließlich wollen die Roosters aus eigener Kraft unter die Top Ten. Wer noch gegen München (zweimal), Hannover, Nürnberg Krefeld, Augsburg und Köln spielt, muss nicht auf Schützenhilfe bauen.
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