„Aufstieg nur bei sportlicher Qualifikation“

NOMA-Manager Michael Dahmen würde
NOMA-Manager Michael Dahmen würde
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Die Zweitliga-Basketballer von NOMA Iserlohn sind im Höhenflug. Mittlerweile steht das Team im Play-off-Halbfinale, hat den Aufstieg in die zweithöchste deutsche Spielklasse, die Pro A, vor Augen. Wir sprachen mit Manager Michael Dahmen über die aktuelle Situation und die Perspektiven.

Frage: Sind Sie von der aktuellen sportlichen Entwicklung überrascht?

Dahmen: Ja. Ich hätte schon mir vorstellen können, dass wir die erste Runde der Play-offs überstehen, aber jetzt sind wir im Halbfinale. Man kann nur begeistert sein, was Trainer und Mannschaft geleistet haben. In jedem Spiel stechen andere Spieler hervor. Unser Konzept ist voll aufgegangen.

Vor vier Monaten hatten Sie gesagt, die Mannschaft habe noch nicht einmal ihr Potenzial voll abgerufen. Ist das inzwischen passiert?

Das war ja ein Stöhnen auf hohem Niveau. Beim Heimsieg gegen Hanau, in Braunschweig oder auch in beiden Spielen gegen Dresden haben wir schon unser Potenzial gezeigt. Die Spieler sind ja nicht alle im Schnitt über dreißig, sondern jung und entwicklungsfähig.

Spätestens jetzt müssen Sie sich intensiv mit dem Thema Pro A beschäftigen. Wie ist der Stand der Dinge?

Trainer Matthias Grothe und ich haben uns nach dem Dresden-Spiel darauf verständigt, dass ein Aufstieg für uns wohl drei Jahre zu früh käme. Dafür müssen wir eigentlich noch weitere Strukturen schaffen. Aber wir haben auch beschlossen, dass die Mannschaft, wenn sie ins Finale kommt und damit den Aufstieg sportlich schafft, die Chance dazu bekommen soll. Dann werden wir überlegen, wie wir es sportlich hinkriegen den Weg früher zu gehen und würden das Risiko wohl eingehen. Wir sind ja auch ein wenig von den Ereignissen überrollt worden.

Welche Voraussetzungen erfüllt der Standort Iserlohn denn schon jetzt?

Wir haben die Lizenzunterlagen für die Pro A eingereicht und müssen uns bis zum zehnten Mai erklären. Es gibt in der Pro A einen Punktekatalog. Die dort geforderte Zahl erreichen wir nach unserer Auffassung. Aber das ist ja nicht alles. Der Etat müsste knapp gerechnet um einhundertzwanzig- bis einhundertfünfzigtausend Euro erhöht werden. Die Gebühren verdoppeln sich in der Pro A, die Auswärtsfahrten werden teurer. Die Mannschaft benötigt mindestens einen ausländischen Spieler mehr, zudem müsste ein hauptamtlicher Geschäftsführer her.

Gibt es bei den Sponsoren schon eine Tendenz?

Erste Gespräche sind geführt worden, die Resonanz war bislang durchaus positiv.

Haben Sie auch schon in Sachen Geschäftsführer vorgefühlt?

Es gibt bereits erste Gespräche mit einigen Kandidaten. Unabhängig davon soll in diesem Jahr die erste Mannschaft ausgegliedert und in eine GmbH überführt werden. Das ist für den Sommer geplant, da ist es ganz gleich, ob wir Pro A oder Pro B spielen.

Haben Sie mit den Spielern bereits über deren sportliche Pläne gesprochen?

Alle Akteure wollen bei uns auch im nächsten Jahr spielen. Das ist eine gute Basis. Auf der Ausländerposition genießt eine Weiterverpflichtung von Orlan Jackman Priorität. Wir sind davon überzeugt, dass die Mannschaft Pro A-Niveau hat. Allerdings muss man auch wissen, dass es in der Liga Teams wie Würzburg oder Nürnberg gibt, die schon ganz nah am Niveau der ersten Bundesliga sind.

Und wie sieht es mit der Trainerfrage aus?

Mit Matthias Grothe sprechen wir unmittelbar nach der Saison. Wir wollen ihn unbedingt halten, das hat oberste Priorität.

Was wünschen Sie sich für das Halbfinale gegen Rist Wedel?

Dass wir auch diese Spiele für uns entscheiden. Auch wenn es danach stressig werden sollte. Wir sind ja nicht angetreten, um einen Rentnerjob zu machen. Ganz im Gegenteil: Wir wollen etwas entwickeln. Natürlich wünsche ich mir auch eine volle Halle. Zuletzt wurden es ja immer mehr Fans. Wir haben einen enormen Zuspruch die Nachfrage ist sehr groß.

Hat der Standort Iserlohn das Potenzial, dauerhaft in der Pro A zu spielen?

Definitiv. Wir arbeiten darauf hin, dass wir so aufgestellt sind, dort dauerhaft bestehen zu können. Wir sind auf einen gutem Weg, uns langfristig als Nummer zwei im Iserlohner Sport zu positionieren. Deshalb wäre ein Aufstieg jetzt aber nicht unbedingt vernünftig, denn wir wollen uns ja nicht nur ein Jahr in der Pro A halten. Doch es bleibt dabei, wenn wir uns sportlich qualifizieren, werden wir es versuchen, auch wenn es viele Unwägbarkeiten gibt, das alles hinzubekommen.