Auch mit „80“ noch fest im Sattel

Fritz Pütthoff (rechts) und seine Brüder Peter (li.) und Willi.
Fritz Pütthoff (rechts) und seine Brüder Peter (li.) und Willi.
Foto: IKZ

Iserlohn..  Das schönste Geschenk, das er sich selbst zu seinem Ehrentag machen konnte, ist seine Vitalität. Denn am Donnerstag wurde Fritz Pütthoff 80 Jahre alt, doch wer den Radsportler des PSV Iserlohn erlebt, mag diese Zahl kaum glauben. Denn der Iserlohner ist noch immer putzmunter und überrascht diesbezüglich mit einer weiteren Zahl: 2600 Kilometer hat er in diesem Jahr schon mit dem Rennrad bewältigt. Pütthoff weiß es genau, denn er führt über seine Ausfahrten genauestens Buch.

Und es werden weitere Kilometer hinzukommen - dann mit einem nagelneuen Gefährt. Denn ein weiteres Geburtstagsgeschenk erreichte ihn just an seinem Ehrentag: Ein Rennrad! Dienstags und freitags treffen sich die PSV-Radsport-Oldies zu gemeinsamen Ausfahrten. „Zuletzt waren es hundertfünfzehn Kilometer“, berichtete der rüstige Senior von der jüngsten Tour. Ausfahrten nach Soest oder zur Möhne gehören zum Programm der Gruppe, die in der Regel aus zehn bis zwölf Radsportlern besteht. „Aber manchmal teilen wir uns.“ Einige sind dann doch etwas fixer im Sattel.

Sehr fix war auch Pütthoff in seiner Sturm- und Drangzeit unterwegs, ein exzellenter Radfahrer, so schnell, dass er sogar kurzzeitig zum Kader des Nationalteams gehörte. Hier erinnert er sich besonders an seinen Sieg in einem Auswahlrennen in Hamburg im Jahr 1958. „Bei Eis und Schnee habe ich gewonnen“, blickt er zurück. „Da war ich für acht Tage in der Nationalmannschaft.“ Ein Defekt bei einem Qualifikationsrennen in Nürnberg brachte ihn dann aber aus der Spur.

Pütthoff besaß sogar die Chance, sich für die Olympischen Sommerspiele 1956 in Melbourne zu qualifizieren. Mit 20 westdeutschen Radsportlern bestritt er in der DDR Ausscheidungsrennen, denn in jener Zeit ging noch eine gesamtdeutsche Mannschaft bei Olympia an den Start. Unter anderem war ein Einzelzeitfahren über 80 Kilometer auf der Autobahn von Halle nach Leipzig und zurück zu bestreiten. „Aber das waren Profis, da hatten wir keine Chance“, so Pütthoff und verweist u. a. auf den DDR-Ausnahmesportler Gustav-Adolf „Täve“ Schur. Gut in Erinnerungen geblieben sind ihm auch die Rennen in Hemer „Rund um die Hermannshöhe“, in den 1950er und 60er Jahren, ein deutscher Radsportklassiker mit enormen Zuschauerzuspruch. 1953 und 1954 erkämpfte sich der Iserlohner dort den Siegerkranz.

Mit 30 Jahren trat Pütthoff, der seine Karriere bei Schwalbe Westig begann und dann beim RV Wanderer Fröndenberg fortsetzte, kürzer, bestritt aber später im Trikot des PSV Iserlohn viele Seniorenrennen und war auch dort erfolgreich unterwegs. Einmal gewann er das Mehretappenrennen im österreichischen Deutschlandsberg, mit 65 Jahren wurde er in der Altersklasse inoffizieller Weltmeister.

Wer über den Sportler Fritz Pütthoff spricht, muss auch über dessen Kegelleidenschaft einige Worte verlieren. Denn der nun 80-Jährige war seit den 1970er Jahren ein erfolgreicher Sportkegler, kegelte in der Gau- und in der Oberliga. Und nicht nur hier kommen seine beiden Brüder mit ins Spiel. Denn Willi (76 Jahre) und „Nesthäkchen“ Peter (73) haben den Rad- und Kegelsport stets zusammen bestritten. Im Kegeln brachte das Bruder-Trio mit den Kegelfreunden Iserlohn als Teil der KV Iserlohn den Kontrahenten manch’ schmerzhafte Niederlage bei. Auch spätere Bundesligakegler bekamen die Stärke der Pütthoff-Brüder zu spüren. Bis Mitte der 90er Jahre wurde gekegelt, danach wurde es ruhiger. Dem Radsport und dem PSV aber sind Peter, Willi und Jubilar Fritz treu geblieben. Und so soll es auch bleiben - künftig mit Fritz’ neuer Rennmaschine.

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