„Andere Vereine können mehr bieten als wir“

Mit diesem Trainerstab für die Leistungsteams geht Jörg Pantring in die nächste Saison.
Mit diesem Trainerstab für die Leistungsteams geht Jörg Pantring in die nächste Saison.
Foto: IKZ

Iserlohner..  Die Saison bescherte Aufstiegsjubel und Bangen um den Klassenerhalt und erforderte hohen Einsatz für die Weiterentwicklung der Mannschaften in der leistungsstärksten Fußball-Nachwuchsabteilung in Südwestfalen. Über deren Stellenwert und die Perspektiven sprachen wir mit Jörg Pantring, dem Nachwuchs-Chef des FC Iserlohn.

Frage: Worüber haben Sie sich in der letzten Saison eigentlich mehr gefreut: Über den Bundesliga-Aufstieg der B-Juniorinnen oder den Klassenerhalt der B-Junioren?

Pantring: Das sehe ich beides etwa gleichrangig. Eine Bundesliga-Zugehörigkeit ist ein enormer Imagegewinn für unseren Verein. Emotional bin ich näher bei den Jungs, und wie diese Mission Impossible in der Westfalenliga noch bewältigt wurde, war sensationell. Wichtig für unsere gesamte Förderung war aber auch die Rückkehr der zweiten B-Jugend in die Bezirksliga.

Wie bewerten Sie die letzte Spielzeit insgesamt?

Von den Problemen bei der B-Jugend abgesehen, die wir so extrem nicht erwartet hatten, können wir im Leistungsbereich zufrieden sein. Die A-Jugend hat ihre Mission erfüllt, bei der C-Jugend war erst ganz am Ende etwas die Luft raus, und der vierte Platz der D-Jugend bei der Westfalenmeisterschaft war ein echter Erfolg. Aber es ist für mich nach wie vor ein Ärgernis, dass es im großen Landesverband Westfalen eine Westfalenliga mit nur zwölf Mannschaften geben muss, und dass der Staffelsieger einer C-Jugend-Landesliga nicht direkt aufsteigt. Hier wollen einige Leute partout keine Veränderung.

Ein Blick auf A- und B-Junioren. Seit einigen Jahren hofft man auf einen Aufwärtstrend, jetzt wären die B-Junioren fast abgestiegen. Weshalb geht es nicht voran?

Neben guten Fußballern braucht man auch die richtige Infrastruktur. Wir müssten möglichst vier Trainingseinheiten anbieten können, ein separates Krafttraining und einen umfangreicheren Fahrdienst. Das können wir nicht und müssen zugeben, dass andere Vereine mehr tun. Und da gehen die Spieler dann hin. Wir sind seit Jahren erfolgreich bei der C-Jugend, können aber nicht alle Talente halten. Einige zieht es zu den großen Vereinen, und dafür muss man dann auch Verständnis haben.

Wird die große Not der B-Junioren als Alarmsignal verstanden?

Ich denke schon. Wir müssen darauf achten, dass die Spieler auch charakterlich passen, was zuletzt nicht immer der Fall war. Und wir müssen mehr tun. Nur fehlt für ein besseres Angebot an die einzelnen Mannschaften derzeit das Geld.

Beim FC ist der Nachwuchs auf die Standorten Hemberg und Oestrich verteilt. Ist das im Sinne des Zusammenwachsens eines Fusionsvereins noch sinnvoll?

Im Vorstand läuft die Zusammenarbeit sehr gut, und wir haben ja damals beschlossen, dass der Leistungsbereich in Oestrich bleibt und Breitensport an beiden Standort angeboten wird. Vielleicht wird uns das Sportplatzthema neu zum Nachdenken bringen. Wer weiß, ob man nicht eine Alternative zum Hemberg-Nordhang braucht. Und ein anderer Standort würde andere Möglichkeiten eröffnen. Bis dahin bleiben uns aber die Probleme mit den Plätzen erhalten. Der Kunstrasen in Oestrich ist so schlecht, dass einige Schiedsrichter gar nicht mehr anpfeifen wollten. Hier muss dringend der neue Belag kommen. Denn es kann nicht sein, das der größte und leistungsstärkste Klub der Stadt auf den schlechtesten Plätzen spielt.

Ihr C-Juniorentrainer Oliver Ruhnert hat unlängst angeregt, sich mehr auf den Leistungsfußball zu konzentrieren und auf eine dritte oder vierte Mannschaft in den jüngeren Jahrgängen zu verzichten. Was sagen Sie?

Natürlich ist es wünschenswert, mehr Trainingskapazität für den Leistungsbereich zu bekommen, da stimme ich ihm zu. Nur wenn ich bei den Kleinen eine Einheit streiche, kann ich zu der Uhrzeit noch kein A-Jugendtraining ansetzen. Das bringt also nicht viel. Und ich betone, dass wir den Breitensport brauchen und deshalb auch keine Mannschaft streichen wollen.

Eine Dauerbaustelle beim FC ist der fehlende Unterbau, denn die zweite Mannschaft spielt in der B-Liga. Wie soll sich das ändern?

Das Kind ist in den Brunnen gefallen, und so schnell gibt es keine Besserung. Wir werden auch in der kommenden Saison keine zweite Mannschaft haben, die um den Aufstieg spielt. Man kann nur versuchen, junge Spieler zu motivieren und mit Geduld etwas aufzubauen. Derzeit gibt es nur die Lösung, talentierte Spieler, die aus unserer A-Jugend kommen, bei anderen Vereinen zu parken und sie im Auge zu behalten.

Was erwarten Sie von der kommenden Saison?

Sorgenfreie Spielzeiten für A- und B-Jugend. Die C-Jugend könnte dagegen vor einem schweren Jahr stehen. Und ich wünsche mir natürlich, dass wir ein paar Leute in den Kader der Ersten bringen.