Absolute Spielkontrolle langte HTV

Der HTV setzte seine Siegesserie auch gegen Gütersloh fort.
Der HTV setzte seine Siegesserie auch gegen Gütersloh fort.
Foto: IKZ

Hemer..  Ein Heimsieg mit fünf Toren Differenz klingt nach unspektakulärer Pflichterfüllung. Und davon hatte der Hinrundenabschluss auch einiges, den der Tabellenführer aber letztlich mit gebotener Souveränität über die Bühne brachte und weiter scheinbar unaufhaltsam in Richtung Oberliga marschiert.


Handball-Verbandsliga: HTV Sundwig/Westig - HSG Gütersloh 37:32 (19:12). Auch dieses Spiel lieferte den Nachweis: Die Höhe des HTV-Sieges hängt davon ab, wie lange die Mannschaft mit voller Konzentration und hohem Tempo agiert. Die Auftaktphase ließ in dieser Hinsicht auf einen überdeutlichen Erfolg schließen, denn die Hemeraner ließen dem Gast keine Zeit zur Orientierung und führten schnell mit 6:1. Der Ball lief flüssig durch die Reihen, und Lücken am Gütersloher Kreis wurden konsequent genutzt. Die Auszeit (6.) beim Gegner war naheliegend - und sie veränderte die Szenerie.

Denn nach Moritz Frenzels 7:2 schaffte die HSG in ihrer stärksten Phase den Gleichstand. Der HTV schloss unpräzise ab, arbeitete fahrig in der Deckung und bekam den Rückraumschützen Feldmann nicht in den Griff. Wenn Keeper Matthias Kohl nicht auf der Hut gewesen wäre, hätte gar der Rückstand gedroht. Aber Max Kleins 8:7 läutetet dann das zweite Hoch der Hausherren ein, die nun mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit einen Gang hoch schalteten.

Klasse-Tempogegenstöße, sehenswerte Kombinationen und gute Abschlüsse garantierten ein komfortables Polster zur Pause, das über 12:9 und 16:11 herausgearbeitet wurde. Damit war die Frage nach dem Sieger beantwortet, aber dass die zweite Halbzeit an die Gäste ging, musste als Schönheitsfehler verbucht werden.

Hendrik Ernst änderte die üblichen Einsatzzeiten, ließ Regisseur Christian Klein lange verschnaufen und Abwehrchef Thorsten Kötter vornehmlich zum (erfolgreichen) Siebenmeterwurf auflaufen. Auf Linksaußen gab es durch Alessio Sideris Fehlen eine Vakanz, so dass in der Summe fast zwangsläufig kein konstantes Topniveau erreicht werden konnte. Aber gute Unterhaltung wurde dennoch geboten, weil das Team immer wieder einmal sehenswert heraus gespielte Treffer einstreute. Bis Mitte der zweiten Hälfte pendelte der Vorsprung zwischen sechs und acht Toren, absolute Spielkontrolle langte dem HTV in dieser Phase.

Danach häuften sich jedoch die Nachlässigkeiten im Abschluss, und weil sich Gütersloh keineswegs eine derbe Packung einfangen wollte und nach Kräften gegenhielt, wurde es noch einmal etwas enger (32:27, dann 34:30). Aber Spannung konnte da schon nicht mehr aufkommen, der 29. Heimsieg in Folge war längst verbucht.