400 Läufer trotzten den widrigen Bedingungen

Widrige Bedingungen herrschten beim Iserlohner Silvesterlauf 2014.
Widrige Bedingungen herrschten beim Iserlohner Silvesterlauf 2014.
Foto: Michael May IKZ

Iserlohn..  Es war das absolute Kon­trastprogramm zum Vorjahr. Lockten Ende 2013 nahezu optimale Bedingungen mehr als 500 Läufer zum sportlichen Jahresabschluss unter den Danzturm, trotzten diesmal gut einhundert Teilnehmer weniger widrigen äußeren Bedingungen beim 34. Iserlohner Silvesterlauf.

„Das Wetter haben wir schon gemerkt, aber nicht nur bei der Zahl der Teilnehmer, sondern auch bei den Zuschauern. Bislang war am Ende selten Kuchen oder andere Verpflegung übrig, diesmal schon“, bilanzierte Michael Weist vom veranstaltenden Lauftreff des TuS Iserlohn. Dennoch fiel sein Fazit insgesamt positiv aus. Alle 405 Läufer kehrten gesund ins Ziel zurück, auch die diesmal nur zehn Teilnehmer beim Walking durchschritten frohen Mutes den Einlaufkanal. „Und das ist doch bei einem Lauf wie wir ihn veranstalten das wichtigste“, betonte Weist.

Trotz Nieselregen und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt ließ sich der harte Kern der Laufsportbegeisterten nicht abschrecken und kam hinauf zur Fachhochschule. Selten zuvor war das Spek­trum der Teilnehmer aus verschiedensten heimischen Vereinen so breit gefächert. Besonders freuten sich die Lauftreffler über die aktive Teilnahme der Sportdezernentin Katrin Brenner, die beim Jedermannlauf über fünf Kilometer an den Start ging und die Strecke als 183. in 36:24 Minuten bewältigte.

Den Sieg über diese Distanz sicherte sich Dustin Benzler vom LAZ Iserlohn (19:10). Der neue Klub aller Iserlohner Leichtathleten zeigte beim Silvesterlauf ohnehin Flagge und erschien mit einem mehr als 30-köpfigen Aufgebot. Benzler distanzierte dabei den stark auftrumpfenden Alexander Althöfer (19:32), der ebenso wie Fabian Quent (MC Menden/19:53) noch unter 20 Minuten ins Ziel kam. Schnellste Teilnehmerin auf dieser Strecke war Sina Prinz (22:59) vom SV Hagen 94 vor Hanna und Franziska Heucks vom LAZ in 23:14 bzw. 23:17. 206 Läufer erreichten in diesem, von der Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag gestarteten Feld das Ziel.

Traditionell das größte Interesse gilt unter dem Danzturm aber dem von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens auf die Strecke geschickten Hauptlauf über 10,3 Kilometer. Hier kamen 190 Läufer ins Ziel. Da die beiden Erstplatzierten aus dem Vorjahr nicht am Start waren, schien der Weg für den letztjährigen Dritten und Sieger von 2012, Oliver Brammen, frei. Der Triathlet aus Hagen kam aber nicht am Vierten von 2013, Jörg Kowalke, vorbei. Der Ausdauersportler vom ITT siegte in 38:57 und sorgte dafür, dass der Siegerpokal in Iserlohn blieb. Brammen wurde Zweiter (39:21), gefolgt von Timo Kersten (39:28/Bochum).

Isabell Hafenmayer (LG Schwerte) sicherte sich als 28. des Gesamteinlaufes in 46:27 den Sieg bei den Frauen. Ihr folgten Christine Ruge (RCL/47:35) und Dinah Althöfer (49:37) auf den weiteren Plätzen.

Allen Läufern, die das Ziel erreichten, waren die Strapazen anzusehen. Der schon bei guten Bedingungen selektive Kurs offenbarte einmal mehr seine Tücken. Anfang der Woche noch verschneit, hatte das Tauwetter den Boden aufgeweicht und durch den Stunden vor dem Start einsetzenden Nieselregen für eine schlammige Oberfläche gesorgt. Die Rückenpartien der Trikots und Hosen vermittelten da durchweg eine eindeutige Sprache. Vom Publikum, das den Zielkanal säumte, wurden alle Finisher mit aufmunterndem Applaus bedacht.

Viel Lob gab es für den TuS-Lauftreff für die neugestaltete Medaille mit einem Mix aus Kunststoff und Holz, aber auch sonst war kaum ein Teilnehmer zu finden, der seinen Start bereut hatte. „Es hat sich wieder einmal gelohnt, die Mühen auf sich zu nehmen“, stellte Lauftreffleiter Michael Weist fest und spiegelte damit auch den Tenor seiner mehr als 30 Mitstreiter wider. Die meisten hiervon trafen sich bereits am späten Abend zur gemeinsamen Wanderung hinauf zum Danzturm, wo traditionell der Silvesterlauf für die Veranstalter ausklingt.

Zu diesem Zeitpunkt war einer, der für diesen Lauf wohl die längste Anreise auf sich nimmt, schon wieder in seiner friesischen Heimat angekommen: Helmut Hännig, ehemaliger Mitarbeiter des Iserlohner Sportbüros, lässt es sich auch als Pensionär nicht nehmen, das Scannen der Startnummern zur Zeiterfassung beim Silvesterlauf vorzunehmen - Hilfe, die die Lauftreffler ebenso gut gebrauchen können wie die kurzweilige Moderation von Gabriele Haschke und Klaus Fingerhut. Nur so kann eine von großem Idealismus getragene Veranstaltung Jahr für Jahr den ausdrucksstarken Schlusspunkt im Iserlohner Sport-Jahreskalender setzen.