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Kommentar zur Frauen-WM

„Teamerfolg steht im Vordergrund“

27.06.2011 | 19:00 Uhr
„Teamerfolg steht im Vordergrund“
Sie lebt für den Fußball: Annika Bäcker von der Volksbank in Hohenlimburg

Hohenlimburg. Das Damenfußball-Fieber hat auch die Sportfans in Hohenlimburg erfasst. Kein Wunder, gibt es doch im Verbreitungsgebiet mit der Eintracht, den Zehnern und dem SC Berchum/Garenfeld gleich drei Vereine, die Damen- und Mädchenfußball anbieten.

Natürlich werden dabei vor allem der deutschen Mannschaft die Daumen gedrückt. In einer kleinen Serie werden deshalb Aktive und Fans der heimischen Fußballszene die jeweiligen Partien der Neid-Schützlinge kommentieren.

Den Anfang macht Annika Bäcker (23). Die Bankangestellte hat als Kind in Nachrodt gespielt, dann mangels gleichaltriger Teamgefährtinnen lange pausiert, ehe sie, aufmerksam geworden durch einen Flyer des SV Hohenlimburg 10, mit 18 Jahren wieder einstieg. Die Stürmerin wechselte nach internen Querelen zu Eintracht Hohenlimburg und hatte mit fast 40 Toren großen Anteil am Kreisliga-Titelgewinn sowie Aufstieg in die Bezirkliga. Hier ihr persönlicher Spielbericht:

„In einer Zitterpartie gewinnen die Deutschen Fußballfrauen das WM-Auftaktspiel mit 2:1. die deutschen Frauen begannen die Partie mit hohem Tempo und setzten die Kanadierinnen direkt unter Druck. Die Nervosität war ihnen anzumerken, Unsicherheiten in der Abwehr führten zu Torchancen der Gegnerinnen, doch Torhüterin Angerer war immer zur Stelle.

Viel lief über die Außenbahnen, über die oft die Positionen wechselnden Behringer und Garefrekes, wodurch nach zehn Minuten auch die verdiente Führung folgte. Ein frühes Tor in so einem Spiel ist sehr wichtig, da alle Spielerinnen unter enormen Druck stehen und durch das Tor mehr Ruhe ins Spiel gebracht wird. Ansehnlich in diesem Spiel war die Ballbeherrschung und Sicherheit im Aufbau. Erst im zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit ließ die Präzision der Deutschen etwas nach, ebenso auch die Laufbereitschaft. Dadurch kamen die Kanadierinnen besser ins Spiel, doch ernstzunehmende Torchancen konnten sie sich nicht erarbeiten. Die richtige Antwort gaben unsere Frauen mit einem sehenswerten, genau zum richtigen Zeitpunkt erzielten Treffer zum 2:0.

Die zweite Halbzeit verlief noch besser, die Kanadierinnen kamen kaum noch über die Mittellinie und hatten den deutschen Frauen nichts entgegenzusetzen. Nur Pech bei der Chancenauswertung mit drei Aluminiumtreffern verhinderte die Entscheidung. Die Chancenauswertung ist aber auch das Einzige was zu bemängeln ist. Kurz vor Schluss konnte Kanada durch einen schönen Freistoßtreffer noch auf 2:1 verkürzen. Die Deutschen mussten zittern, brachten den Sieg aber souverän über die Zeit.

Fazit: Unsere Fußballfrauen zeigten, dass sie sehr zweikampfstark und motiviert sind. Jede kämpft für die andere. Sie wollen unbedingt im eigenen Land das dritte Mal in Folge Weltmeisterinnen werden. Es geht nicht um Einzelleistung, sondern um den Erfolg des Teams.

Ich hoffe, dass durch die WM viele junge Mädchen und Frauen dazu motiviert werden, selbst zu spielen. Der Frauenfußball hat meiner Meinung nach mehr Ansehen verdient, immerhin haben unsere Frauen zweimal den WM-Titel, sind siebenfache Europameisterinnen und vertreten unser Land sensationell. Ich denke, dass sie mindestens das Halbfinale erreichen werden. Das Sommermärchen 2011 kann beginnen!“

Diesen Ausführungen von Annika Bäcker ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Sie beweißt, dass sie nicht nur Fußballspielen, sondern auch darüber reden bzw. schreiben kann. Hat sich denn in der öffentlichen Wahrnehmung das Bild vom Damenfußball geändert? Dazu Bäcker: „Auf jeden Fall. Seit der Herren-WM 2006 ist das Interesse der Frauen, selbst zu spielen, deutlich größer geworden. Und auch die Akzeptanz bei den Männer ist deutlich gestiegen. Mittlerweile werde ich in der Disco sogar von Leuten auf Fußball angesprochen, die ich gar nicht kenne. Wir werden nicht mehr belächert, sondern es wird ernsthaft nachgefragt.“

Auch das Niveau im Nachwuchsbereich empfindet Annika Bäcker als deutlich gestiegen und bezieht sich dabei auf das von den Zehnern so unglücklich verlorene Relegationsspiel der U 17 gegen Bochum: „Da waren richtig tolle Spielzüge dabei, das konnte man sich echt anschauen.“

Apropos anschauen: das gilt für Annika Bäcker in besonderem Maße. Kaum zu glauben, dass die attraktive Blondine mit ihren 23 Jahren noch nicht vergeben ist. „Ich konzentriere mich eben ganz auf den Fußball“, kommentiert Bäcker ihren „Zustand“ mit einem Augenzwinkern - ihr Training für die erste Bezirksliga-Saison beginnt ja erst Mitte Juli...

DerWesten


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