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Lauf durch klirrende Kälte, Felder und Wälder

11.02.2013 | 14:00 Uhr
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Lauf durch klirrende Kälte, Felder und Wälder
Reinhard Kusch und Stefanie Schiffgen laufen UltramarathonFoto: privat

Hohenlimburg/Rodgau. Stefanie Schiffgen, in Hohenlimburg aufgewachsen, wohnhaft jetzt in der Schweiz, hat ihr Hobby „Laufsport“ wahrscheinlich von ihrem Vater Reinhard Kusch geerbt. Er wohnt in nach wie vor in Hohenlimburg.

Im vergangenen Jahr hat sie ihre beiden ersten Marathonläufe in Düsseldorf und Berlin auch gemeinsam mit ihm absolviert. Jetzt hat Stefanie Schiffgen eine für beide neue Herausforderung entdeckt: einen Ultra-Marathon über 50 Kilometer in Rodgau südöstlich von Frankfurt.

Der Ultra-Marathon in Rodgau wird auf einem ziemlich flachen Rundkurs von fünf Kilometern Länge ausgetragen, die Strecke muss also zehnmal gelaufen werden. Für die Ausrichter des Laufes bietet solch ein Rundkurs natürlich organisatorische Vorteile. So war zum Beispiel nur eine Verpflegungsstation notwendig, die sehr gut ausgestattet war. Auch die Läuferinnen und Läufer haben den Vorteil, nach jeder beliebigen Runde aus dem Rennen aussteigen zu können.

Zehn Runden

Die zehn Runden sind keineswegs langweilig, da man durch eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft läuft. Die Strecke führt auf schmalen Fahrwegen durch Felder und immer wieder durch Wälder. Etwa ein Drittel ist asphaltiert und war zum Glück schneefrei. Mehr als drei Kilometer führten jedoch über Feld- und Waldwege, die für Schnee-Räumgeräte ungeeignet sind und deshalb eine geschlossene Schneedecke aufwiesen.

Vater und Tochter starteten bei diesem Ultra-Marathon wieder gemeinsam. Sie liefen durch klirrende Kälte, es herrschten Temperaturen zwischen minus vier und minus zwei Grad. Schon nach etwa zwei Kilometern war klar, dass das geplante Lauftempo im Schnee nicht einzuhalten war. Die Organisatoren hatten sich zwar alle Mühe gegeben und versucht, den Schnee durch Streuen von Split griffiger zu machen, der Erfolg war aber mäßig.

Nur an wenigen Stellen war der Schnee fest und griffig, überwiegend war er locker, rutschig und wurde mit jeder Runde sulziger. Das Laufen auf der Asphaltstrecke war reiner Genuss, dagegen wurden im Schnee die Beine immer schwerer.

Unter diesen Umständen wurde die geplante Zielzeit völlig nebensächlich; es kam nur noch darauf an, die 50 Kilometer gut durchzustehen.

Die nackten Zahlen verdeutlichen die schwierigen Bedingungen: Über 1000 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet, 734 sind an den Start gegangen, 449 haben das Ziel nach 50 km erreicht. Fast 40 Prozent sind nicht durchgelaufen. Dazu gehörten einige Läufer, die von Anfang an einen kürzeren Lauf als 50 Kilometer geplant hatten.

Die Anstrengungen wurden für beide „Hohenlimburger“ mit einem Platz auf dem Treppchen belohnt: Reinhard Kusch erreichte in seiner Altersklasse M70 mit einer Zeit von 5:29:08 Stunden den dritten Platz. In der Mannschaftswertung erreichte Stefanie Schiffgen mit zwei Lauffreundinnen aus der Schweiz den zweiten Rang bei den Damen.

„Ultra-Kaffeeklatsch“

Vor, während und nach dem Lauf – beim „Ultra-Kaffeeklatsch“ in der Sporthalle mit Siegerehrung – herrschte eine tolle, sehr familiäre Atmosphäre. Die besonders harten Bedingungen in diesem Jahr wurden zwar ausgiebig diskutiert, aber mit Humor genommen.

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