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Ein Präsident hat doch eigentlich nichts zu tun

23.01.2015 | 14:00 Uhr
Ein Präsident hat doch eigentlich nichts zu tun
BSV Hohenlimburg, Dreiband, Wilfried Sager, Konrad Sommer, Ronald Grabow, Detlef SagerFoto: Verein

Hohenlimburg. Er ist derzeit Hohenlimburgs dienstältester Sportfunktionär. Detlef Sager (68) ist seit 1978 – mit zweijähriger Unterbrechung – Vorsitzender des Billard-Sport-Vereins Hohenlimburg. Der ehemalige Kranführer hat in mehr als drei Jahrzehnten einiges mitgemacht und geleistet, unter anderem die Bewerkstelligung mehrerer (zwangsweiser) Wechsel der Spiellokale. Über diese Zeit spricht er mit dieser Zeitung im Interview der Woche.

Frage: Herr Sager, sind Sie waschechter Hohenlimburger?

Detlef Sager: Nein, geboren bin ich in Bremen, und in Berlin habe ich meine Frau kennengelernt. Mit ihr bin ich dann nach Letmathe gezogen. Mein Zwillingsbruder Wilfried (Kassierer beim BSV, Anm. der Red.) ist ebenfalls hierhin gezogen.

Wie kam der Kontakt zum BSV zustande?

Ich habe in Berlin viel Billard gespielt am Kurfürstendamm, allerdings nur in meiner Freizeit. 1974 bin ich hierhin gezogen, den BSV Hohenlimburg habe ich erst ein Jahr später gefunden.

Wieso Billard?

(lacht) Billard ist ein schwerer Sport, auch von der mentalen Seite her. Aber es hat mir immer Spaß gemacht, auch in Berlin schon. Dann wurde ich mit vielem Training auch immer besser, war 1986 sogar einmal Südwestfalenmeister. Lange ist es her...

Und drei Jahre nach Vereinseintritt Verantwortung übernommen...

Ja, der damalige Vorsitzende Hugo Braun hat nicht mehr kandidiert. Er wurde dann zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Dann hat man mich gefragt. Ich wollte aber erst wissen, was ein Vorsitzender so zu tun hat. Die Antwort der Mitglieder lautete: Eigentlich nichts! So habe ich mich wählen lassen, hatte natürlich danach einiges mehr zu tun. Dass ich das mehr als 30 Jahre mache, habe ich nie für möglich gehalten.

In Ihrer Amtszeit mussten Sie häufig das Spiellokal wechseln.

Richtig! Bis 1981 haben wir bei Boecker bei Hoesch gespielt, sind dann in die Gaststätte Grote gegangen. Es folgten dann mehrere Wechsel, zunächst ins Alt Reher Stübchen, dann zu Timmerbeil in Hagen-Fley. Dort hat natürlich niemand etwas verzehrt, weil alle Auto fahren mussten. Außerdem war es im Winter so kalt, da haben wir im Mantel gespielt. Dann sind wir in die ,Schwarze Burg’ an der Oberen Isenbergstraße gewechselt. Dort herrschte viel Thekenbetrieb, da war es uns zu laut.

Sie haben doch lange in Räumen der Sparkasse gespielt...

Ja, in einem Kellerraum von 1983 bis 1997. Das war unsere beste Zeit, wir mussten nichts für den Raum bezahlen. Dann hat die Sparkasse renoviert, und wir mussten ausziehen. Wir haben dann bei Arnfried Biedermann zu Hause gespielt und die Meisterschaft für zwei Jahre ruhen lassen. Das schönste war, dass kein Mitglied abgesprungen ist. Am 13. Februar 1999 haben wir dann unsere Clubräume in der Nahmer eröffnet, die wir natürlich jetzt selbst finanzieren müssen.

Wie viele Mitglieder hatten Sie zu Spitzenzeiten und wie sieht die Lage heute aus?

Wir hatten damals um die 50 aktiven Mitglieder, haben mit fünf Mannschaften gespielt, obwohl wir nur einen Tisch zur Verfügung hatten. Heute haben wir drei Tische und nur noch eine Mannschaft. Wir haben 17 männliche und neun weibliche Mitglieder. Als wir von der Nahmer nach Oege gezogen sind, haben wir viele Mitglieder verloren, die Nahmeraner und die Oeger mochten sich damals nicht so gerne. Wir haben bis zur Bezirksliga gespielt, eine Klasse unter der Oberliga.

Wie sieht es in Sachen Nachwuchs aus?

Wir haben nur wenige junge Leute bei uns, obwohl wir als kleiner Verein schon viel Werbung gemacht haben und auch immer noch machen. Wir sind in der Öffentlichkeit gut vertreten, ich bin auch schon zweimal bei Radio Hagen gewesen. Nach wie vor kann zu unseren Trainingszeiten jeder kommen und sich am Billardtisch versuchen.

Wissen Sie, wie es in dieser Hinsicht bei anderen Vereinen aussieht?

Leider haben alle Nachwuchsprobleme. BC Ostend hat nur noch sieben Mitglieder, in Unna sieht es ähnlich aus.

An welche schönen Erlebnisse erinnern Sie sich?

2004 haben wir in den Niederlanden in der Nähe vom Ijsselmeer eine Bootsfahrt gemacht. Das war eine sehr schöne Sache. Bei den Kreisfesten, die es früher noch gab, war Hohenlimburg immer am stärksten vertreten. Seit 2001 veranstalten wir jährlich unseren Neujahrsempfang. Das wird immer gut angenommen, da bleiben wir auch bei.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ich möchte gesund bleiben. Ich habe einen Garten, mein Bruder übrigens auch, in dem wir im Sommer sehr viel Zeit verbringen. Ich hoffe, dass wir beide das noch lange machen können.

Lutz Risse

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2015-01-23 14:00
Hohenlimburg