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Fussball-Westfalenliga

Dicke Überraschung dank Demirel

12.11.2012 | 13:00 Uhr
Dicke Überraschung dank Demirel
Fußball, WestfalenligaFoto: Lutz Risse

Hohenlimburg.   Die Floskel „Wunder von Kaan Marienborn“ wäre vielleicht zu hoch gegriffen, aber dass Fußball-Westfalenligist SV Hohenlimburg 1910 mit dem letzten Aufgebot gestern drei Zähler beim bis dato Tabellenzweiten geholt hat, war schon überraschend. Die „Zehner“ siegten beim FC Kaan Marienborn mit 2:1 (1:1).

SV 10-Coach Sezgin Aydin räumte ein, dass der Erfolg unterm Strich etwas glücklich war. „Aber in unserer Situation hinterfrage ich das gar nicht“, so Sezgin Aydin im Gespräch mit dieser Zeitung. Die drei Punkte können für die Hohenlimburger „überlebenswichtig“ sein, in der jetzigen Situation sind sie ein Befreiungsschlag. „Ich mache der Mannschaft ein Riesen-Kompliment. Sie hat bis zuletzt für diesen Sieg alles gegeben und sich endlich auch mal selbst belohnt.“ Für Patrick Höppe, der tags zuvor seinen 22. Geburtstag gefeiert hat, war es ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk.

Aufgrund der vielen Ausfälle musste Sezgin Aydin die Mannschaft wieder umstellen, was besonders zu Lasten der Innenverteidigung ging. So ließen die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit viele Chancen des Gegners zu. SV 1910-Torwart Manuel Wolff musste sich mehrere Male auszeichnen.

In der 27. Minute hatte aber auch Wolff keine Möglichkeit mehr einzugreifen. Die Platzherren setzten einen schnellen Angriff über die linke Seite, Marcel Rathamone kam einen Schritt zu spät, um die präzise Hereingabe zu verhindern. Aus vollem Lauf schloss Hakan Firat zum 1:0 ab.

Aber die „Zehner“ ließen die Köpfe nicht hängen. In der 33. Minute schickte Nik Kunkel mit einem Steilpass Serdar Demirel in die Mitte, der auf den gegnerischen Torwart Jannik Erlmann zulief und die Kugel in die Ecke zum Ausgleich einschob. Nur sieben Minuten später fasste sich Nik Kunkel – der nach seiner langen Verletzung 85 Minuten die Zähne zusammenbeißen musste – ein Herz und drosch die Kugel aus 22 Metern auf den Kasten des FC. Nur mit Mühe schaffte es Erlmann zu parieren. „Das war schade. Fast wären wir mit einer Führung in die Kabine gegangen“, so Sezgin Aydin.

Nach dem Seitenwechsel musste der Coach aber nicht lange auf die Führung warten. Kunkel schickte Dogan Okumak, der mustergültig in die Mitte flankte. Serdar Demirel versenkte die Kugel mit einem sehenswerten Flugkopfball im Netz und es hieß 2:1 für den SV Hohenlimburg 1910 (57.).

Nur fünf Minuten später sahen die Zuschauer eine Kopie der Entstehungsgeschichte zum 2:1 für den SV 1910. Wieder bereiteten Kunkel und Okumak für Serdar Demirel vor, aber diesmal köpfte der Doppel-Torschütze über das Gehäuse.

Zittern musste Sezgin Aydin mit dem Anhang des SV 1910, als Serdar Demirel in Minute 84 wegen Reklamierens die Ampelkarte kassierte. „Das war ärgerlich, weil er zuvor schon Gelb gesehen hatte“, so Aydin. Vier Minuten Nachspielzeit mussten die Hohenlimburger überstehen, ehe der „Dreier“ endlich zur Gewissheit wurde.

Ihre erste „Westfalenliga-Luft“ schnupperten die Eigengewächse Christian Tewes und Sahin Kilic aus der zweiten Mannschaft.

SV 1910:Wolff, Grütter (74. Mecal), Kriz, Okumak (90. Kilic), Demirel, Rathamone, Höppe, Kerefidis, Kunkel (85. Tewes), Schrage, Grüterich. Schiedsrichter: Dennis Melsa (Hattingen). Tore: 1:0 Hakan Firat (27.), 1:1 Serdar Demirel (33.), 1:2 Serdar Demirel (57.). Gelb-Rote Karte: Serdar Demirel (84./Reklamieren). Gelbe Karten: Kaan (3), SV 1910 (6).

Lutz Risse



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