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„Ball bis zur Autobahn schlagen...“

05.07.2012 | 11:00 Uhr
„Ball bis zur Autobahn schlagen...“
Tennis TC WR Hohenlimburg, Übungsgruppe mit Eberhard Schwestka v.l. Alina, Larissa, Seline, Melissa und Joyce

Hohenlimburg. Als Boris Becker und Steffi Graf die Tennis-Welt verzückten, herrsche in Deutschland ein wahrer „Boom“ in dieser Sportart. Nach dem Karriereende der beiden folgte eine lange Flaute. Doch beim Tennis-Club Weiß-Rot Hohenlimburg hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan.

Prozentual zu den Mitgliedern des gesamten Vereins haben die Hohenlimburger den größten Anteil an Jugendlichen aller Hagener Tennisvereine. Sechs Jugendmannschaften hat der TC WR für diese Saison gemeldet – so viele wie lange nicht mehr. „Wir bieten viele Schnupperkurse an, hinzu kommt Mund-zu-Mund-Propaganda“, erklärt Eberhard Schwestka, Jugendtrainer beim TC, das große Interesse des Nachwuchses am Tennis-Sport. „Zudem haben wir viel mit Schulen zusammengearbeitet. Viele Kinder bringen auch mal einen Freund oder einen Cousin oder Cousine mit zum Training.“

Wie bestellt bringen an diesem Tag Larissa (7) und Melissa (8) ihre Cousine Seline (7) mit zum Training. „So läuft es“, so Eberhard Schwestka, der die jüngste Gruppe der Sechs- bis Siebenjährigen „auf dem Lölfert“ betreut. Zusammen mit Joyce und Alina haben sie heute einen ganzen Platz für sich alleine. Niemand stört sie, sie lernen in aller Ruhe den Umgang mit Racket und Filzkugel. „Unser Training kann immer stattfinden“, sagt Eberhard Schwestka. „Bei Regen oder starkem Wind gehen wir in die Halle.“

Die jüngsten Mitglieder des TC Weiß-Rot Hohenlimburg erlernen Tennis spielerisch. „Je jünger die Kinder sind, desto allgemeiner sind die Übungen“, erklärt Eberhard Schwestka. Kinder, die mit Tennis beginnen, müssen nur eine Voraussetzung mitbringen – nämlich Freude am Sport. „Wir beginnen mit Ballgewöhnungsübungen. Koordination und richtiges Absprungverhalten ergeben sich im Laufe der Zeit.“

Larissa, Melissa, Alina, Joyce und erstmals auch Seline geben sich beim Training schon viel Mühe. Nach einem gemeinsamen „Warmlaufen“ rund um die rote Asche folgt einfaches Schlagtraining – zunächst Vorhand, dann Rückhand. Eberhard Schwestka spielt seinen Schützlingen die Bälle auf die jeweilige Seite zu. „Und jetzt verrate ich nicht, wo ich den Ball hinspiele“, erhöht der Trainer den Schwierigkeitsgrad. „Für mich doppelt schwer“, ruft Melissa. Kein Problem!

Auch für Seline nimmt der Übungsleiter sich Zeit. Erstmals versucht sie, die kleine Filzkugel über das Netz zu schlagen. Ein wenig Geduld muss sie natürlich haben, aber irgendwann schlägt auch Seline den Ball erstmals über das Netz. „Und jetzt bis zur Autobahn schlagen“, sagt Eberhard Schwestka.

Das Training geht weiter mit einem Punktespiel. Wenn der Ball im Feld landet und nicht zurückgespielt werden kann, gibt es für die jeweilige Teilnehmerin einen Zähler. So wird auch langsam der Wettkampfcharakter eingeführt. Eberhard Schwestka weiß genau, wie er seine Jungtalente bei Laune hält. „Teilweise habe ich früher schon deren Eltern und Großeltern trainiert“, sagt der erfahrene Tennis-Trainer mit einem Schmunzeln.

Altersmäßig wird das Training dann gruppenweise weitergeführt, bis der Nachwuchs letztendlich ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Die jüngste Altersklasse im Mannschaftssport ist die U10.

In den Sommerferien werden die beiden Trainer des TC Weiß-Rot Hohenlimburg, Jörg Dausend und Eberhard Schwestka, auch wieder Schnupperkurse für Tennis-Interessierte anbieten. „Entgegen dem allgemeinen Trend ist Tennis in Hohenlimburg wieder im Kommen“, so Eberhard Schwestka.

Lutz Risse



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