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Basketball, Bundesliga : Herne holt Hightower

Herne, 05.01.2010, Wolfgang Volmer

Carlene Hightower, im Vorjahr für den TSV Wasserburg die beste Punktesammlerin der Bundesliga, soll die Bastketballdamen des Herner TC zum Klassenerhalt führen. Die 23-jährige Flügelspielerin ersetzt Rebekah Lynn Parker.

Wolfgang Volmer

In den Tagen vor Weihnachten wirkte Marek Piotrowski mitunter arg verdrossen und angespannt - kein Wunder nach einigen vermeidbaren und schwer verdaulichen Niederlagen. Beim gestrigen Training seiner Bundesliga-Basketballerinnen aber umspielte wieder ein spöttisch-hintergründiges Lächeln die Mundwinkel des HTC-Trainers. Der Optimismus ist zurück, es geht vorwärts.

„Neues Jahr, neues Glück. Und natürlich setzen wir uns auch neue Ziele”, schmunzelt der „Magier”, der über die Feiertage eine hübsche Überraschung aus seinem Hut gezaubert hat: Carlene Hightower, im Vorjahr im Trikot des TSV Wasserburg mit 608 Punkten die beste Scorerin in der DBBL, trägt ab sofort das Trikot des Herner TC. Die 23-jährige Amerikanerin kehrt nach einem knappen halben Jahr aus Luxemburg zurück, wo sie zwar einen gut dotierten Vertrag hatte, aber keine sportliche Herausforderung fand. Die 1,80 m große Flügelspielerin ist den Hernern noch in schlechter Erinnerung. Sie war es, die dem HTC im entscheidenden dritten Viertelfinalspiel sechs Dreier einschenkte und Wasserburg mit ihren insgesamt 29 Punkten ins Halbfinale warf.

Messlatte lag hoch

Dafür kehrte Rebekah Lynn Parker nach dem Weihnachtsurlaub nicht mehr aus den USA zurück. „Rebekah ist eine gute Spielerin, hat einen super Charakter, aber sie hatte gesundheitliche Probleme und wäre in ihrer derzeitigen Verfassung nicht die richtige Spielerin für uns”, gibt Piotrowski offen zu. „Sie selbst hat mit einer starken Leistung im ersten Spiel die Messlatte sehr hoch gelegt und konnte die Erwartungen dann nicht erfüllen.”

Bei Hightower weiß man dagegen, worauf man sich einlässt. Die Statistiken ihrer einzigen Bundesliga-Spielzeit lassen wenig Fragen offen. In der Offensive ist sie ein Knaller. Ob sie auch mannschaftsdienlich spielt oder eine „Egozockerin” ist, wie böse Zungen behaupten, wird sich erst zeigen. „Die Statistiken sprechen für sich. Vor allem ist sie für eine Flügelspielerin auch sehr reboundstark, und genau das fehlte uns”, lässt sich Piotrowski nichts einreden. „Was andere Leute erzählen, interessiert mich nicht. Wenn Carlene im Alleingang Spiele für uns gewinnt, ist mir das auch recht. Ich habe sie als sehr offenen Menschen kennengelernt. Mehr kann ich erst sagen, wenn ich länger mit ihr zusammengearbeitet habe.”

Im Schaufenster

Auch andere Mythen zerstreut Piotrowski, noch bevor sie sich verfestigt haben. „Finanziell sprengt Hightower nicht den Rahmen. Das geht eins zu eins mit Parker aus. Sie hat hier drei Monate Zeit, sich ins Schaufenster zu stellen.” Auch an den Saisonzielen ändere die Verpflichtung nichts. „Wir stecken tief im Abstiegskampf und brauchten noch eine starke Spielerin, um uns möglichst schnell den Klassenerhalt zu sichern. Alles Weitere wird man sehen. Ich denke nur von Spiel zu Spiel.”

Das nächste übrigens wird ein ungemein wichtiges: Am Sonntag um 15 Uhr kommt mit WWK Donau-Ries ein direkter Rivale nach Herne. Gelingt dem HTC hier ein Sieg, muss WWK in der restlichen Saison noch drei Spiele mehr gewinnen, um den HTC hinter sich zu lassen. „Das wäre ein wichtiger Schritt”, weiß auch Piotrowski. Er nähme dem HTC auch etwas Druck von den Schultern, so dass er eine Woche später befreit zur Revanche nach Nördlingen fahren könnte, um dort mit einem Pokalsieg den Einzug ins Final Four und damit den größten Erfolg der Vereinsgeschichte perfekt zu machen.

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