Wortmann gibt Startschuss zur Aufholjagd

Onur Özbicerler (Mitte) und Ahmet Inal (l.) gehören zu den Spielern, die auch in der Rückrunde das Westfalia-Trikot tragen.
Onur Özbicerler (Mitte) und Ahmet Inal (l.) gehören zu den Spielern, die auch in der Rückrunde das Westfalia-Trikot tragen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Mit dem Heimspiel gegen den VfB Hüls startet der SC Westfalia Herne am Sonntag einen Marathonlauf, dessen Ziel der Verbleib in der Oberliga sein soll.

Die Schonfrist ist abgelaufen, am Sonntag gilt es, Farbe zu bekennen. Wenn die im Winter runderneuerte Oberligamannschaft des SC Westfalia Herne die bislang völlig verkorkste Saison noch retten will, sollte sie das Heimspiel gegen den ebenfalls abstiegsbedrohten Nachbarn VfB Hüls nach Möglichkeit gewinnen. Die Partie wird um 15 Uhr am Schloss Strünkede angepfiffen, es sei denn, es kommt noch sehr viel Wasser von oben. Stand Freitag war die Austragung nicht gefährdet.

Holger Wortmann sieht der Begegnung gespannt, aber mit einem durchaus guten Gefühl entgegen. „Wir haben jetzt sechs Wochen intensiv und hart gearbeitet. Und wir sind definitiv auf einem sehr guten Weg, das haben die letzten beiden Testspiele gezeigt“, strahlt der Herner Trainer Zuversicht aus. Gerade wegen der prekären Tabellensituation mit zehn Punkten Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz versucht er, den Druck auf die Spieler gering zu halten. „Wir alle können die Tabelle lesen und wissen, dass wir vor einer ganz schweren Rückrunde stehen. Aber es ist ein Marathonlauf und kein Sprint. Der Klassenerhalt wird erst am letzten Spieltag entschieden.“

Natürlich weiß Wortmann, dass sich sein letzter Satz auch als reines Wunschdenken entpuppen und der SCW schon vorzeitig den Kontakt zum rettenden Ufer verlieren kann. „Aber wir denken positiv. Für uns ist das Glas halbvoll, nicht halbleer“, spricht er auch für Co-Trainer Manuel Bölstler. „Und wir sind extrem froh, dass wir jetzt einen Kader haben, in dem niemand abfällt und wo jede Position doppelt besetzt ist.“

Weil er jetzt genügend Alternativen hat, kann der Herner Coach auch einige Ausfälle verschmerzen. Fehlen werden Jean-Pierre Schilling (Bänderdehnung) und der angeschlagene Nils Horneffer. Manuel Bölstler hat seine Wadenverletzung noch nicht auskuriert und wird sich auf seine Aufgabe als Co-Trainer konzentrieren. „Für Sprockhövel könnte es aber reichen“, rechnet Wortmann schon für nächsten Sonntag wieder mit dem Ex-Profi.

Allrounder Zakrzewski ist gesetzt

Auch für Bölstlers Position als strategisch denkendem „Sechser“ hat Herne jetzt mehrere Optionen. Zum Beispiel den Ex-Wattenscheider Fatlum Zaskoku, der sich in der Vorbereitung als die erhoffte Verstärkung erwiesen hat und im zentralen Mittelfeld gesetzt sein dürfte. Auch Jusuf Kilic hat zuletzt im defensiven Mittelfeld überzeugt. Und in Martin Zakrzewski sieht Wortmann einen Allrounder, der in Abwehr und Mittelfeld jede Position sehr gut ausfüllen kann. „Das eröffnet uns viele Optionen, auch im Spiel noch Umstellungen vorzunehmen“, so Wortmann.

Über seine Aufstellung wie über die taktische Ausrichtung schweigt sich der SCW-Coach noch aus. Damit nutzt er den Vorteil des radikalen Umbruchs, dass die neue Westfalia auch für den Gegner kaum auszurechnen ist. Demgegenüber steht natürlich auch ein Nachteil. „Wir konnten uns nicht so sehr auf das Athletiktraining konzenrieren, sondern mussten viel im technisch-taktischen Bereich arbeiten“, erläutert Wortmann. Dennoch bedürfe es noch einiger Spiele, bis alle Mechanismen griffen. „Wir sind auf einem gutenWeg, aber noch lange nicht am Ziel“, wirbt Wortmann um Vertrauen und Geduld. „Aber uns ist schon bewusst, dass wir schon bald liefern müssen.“ Am besten schon Sonntag gegen Hüls. „Falls das aber nicht klappt, dürfen wir aber nicht die Nerven verlieren. Wie gesagt, es ist ein Marathon.“