Westfalia verschenkt Punkt in letzter Minute

Fatmir Ferati (l.) im Kopfballduell.
Fatmir Ferati (l.) im Kopfballduell.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Nach sieben Spielen ohne Niederlage gerät die Herner Aufholjagd ins Stocken. Der SC Westfalia verlor in letzter Minute mit 1:2 gegen den SC Roland.

SC Westfalia Herne -
SC Roland 1962 1:2

Tore: 1:0 (22.) Zakrzewski, 1:1 (53.) Daglar, 1:2 (90.) Mrowiec.

SCW: Carpentier - Kosien, Kilic, Luvuezo, Mützel - Zakrzewski, Zaskoku - Schilling (69. Inal), Ferati, Gumpert (79. Horneffer) - Karagülmez (56. Özbicerler).

SCR: Sander - Davulcu, Kaleoglu, Grieswelle (46. Kücükyagci), Höveler (71. Krahn) - Bajric, Köse (84. Pihl), Venker - Daglar, Mrowiec, Koopmann.

SR: Philipp Dräger.

Rote Karte: Bajric (SCR/nach Spielschluss).

Zuschauer: 460.

Die Serie ist gerissen, die Herner Aufholjagd ist ins Stocken geraten. Nach sieben Spielen ohne Niederlage verließ der SC Westfalia mal wieder als Verlierer den Platz. Und das nicht etwa, weil der Tabellenfünfte aus Beckum groß aufgespielt hätte. „Wir müssen uns diese Niederlage selbst ankreiden“, brachte Hernes Trainer Holger Wortmann das Geschehen treffend auf den Punkt.

Dabei dürfte er in erster Linie jene verhängnisvolle Szene im Auge gehabt haben, als seine Elf in letzter Minute auch den einen Punkt noch verschenkte, den sie zumindest verdient hatte. Erst vertändelte der ansonsten starke Kapitän Fatlum Zaskoku den Ball, als er es im Mittelkreis partout mit fünf Beckumern aufnehmen wollte. Den Gegenangriff spielte der Gast aber nicht gut aus, so dass Christian Luvuezo im Sechzehner an den Ball kam. Doch statt ihn zu löschen, spielte Hernes Innenverteidiger ihn einem Roländer in den Fuß, so dass Mrowiec nur noch einzuschieben brauchte. Ein mehr als großzügiges Geschenk.

Schon in den 89 Minuten zuvor machte Westfalia zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Nach einer nervösen Anfangsviertelstunde mit etlichen Abspielfehlern berappelte sich der SCW. Sebastian Mützel setzte mit resolutem Zweikampfverhalten und hoher Laufbereitschaft die ersten Akzente, dann tauten auch Zaskoku und Martin Zakrzewski auf, so dass die Platzherren im Mittelfeld langsam die Oberhand gewannen. Gleich die erste Chance führte auch zum 1:0. Von Karagülmez freigespielt, schob Zakrzewski den Ball an Torwart Sander vorbei ins Netz.

Das spielte den Hernern in die Karten. Sie machten die Räume eng, schalteten nach Ballgewinn schnell um und kamen so immer wieder gefährlich vor das Roländer Tor. Drei-, viermal hätte das 2:0 vor der Pause fallen können, einmal sogar müssen: Bünyamin Karagülmez lief allein aufs Tor zu, hätte auf Fatmir Ferati quer legen können, schoss aber selbst – so unplatziert, dass Sander noch die Hand an den Ball bekam und zur Ecke abwehrte (25.).

Wer solche Großchancen auslässt, wird nicht selten bestraft. So war es auch gestern. Erneut verschlief der SCW die ersten Minuten, und diesmal rächte sich das: Semih Daglar hatte viel zu viel Platz, durfte 22 Meter vor dem Tor in Ruhe den Ball annehmen und abziehen. Und obwohl Benjamin Carpentier gute Sicht hatte, war der harte und platzierte Schuss für ihn nicht zu halten.

Es dauerte ein Weilchen, bis der SCW diesen Schock verdaut hatte. Das Spiel dümpelte vor sich hin, bis Herne zur Schlussoffensive blies. Weil es im Strafraum an Durchsetzungskraft mangelte, versuchten es Mützel, Ferati und Zaskoku aus der Distanz. Oft verfehlten sie das Ziel, wenn nicht, riss Sander reaktionsschnell die Fäuste hoch. So lief alles auf ein 1:1 hinaus – bis der SCW den Punkt doch noch verschenkte.