Westfalia verpasst Punkt in Lippstadt

Lippstadts Fabian Lübbers springt höher als Semih Aktas.
Lippstadts Fabian Lübbers springt höher als Semih Aktas.
Foto: Georg Giannakis
Was wir bereits wissen
Nach frühem 0:2-Rückstand verkürzt Mützel für Herne noch vor der Halbzeit. Im zweiten Durchgang hat der SCW gute Chancen, trifft aber nicht. Der Trainer ist trotzdem zufrieden.

SV Lippstadt -
SC Westfalia Herne 2:1

Tore: 1:0 Schröder (4.), 2:0 Krause (8.), 2:1 Mützel (18.).
SVL: Höttecke - Köhler, Lübbers, Kickermann, Kolodzig - Kickermann, de Souza, Ramsey - Jevric, Krause (82. Parensen/90.+3 Zimmermann), Schröder (90. Traufetter).
SCW: Carpentier - Kosien, Kilic, Luvuezo, Weßendorf (85. Inal) - Zaskoku, Bölstler - Aktas (46. Schilling), Ferati, Mützel - Özbicerler.

Nicht einmal kurz hielt Westfalias Abwehr dem Angriffsspiel des SV Lippstadt stand. Knapp fünf Minuten waren am Freitagabend zwischen Lippstadt und Herne gespielt, als Lippstadts Ardian Jevric Lars Schröder einsetzte, Abschluss, 1:0. Drei Minuten später ging es wieder zu schnell für die SCW-Defensive, Sven Krause nahm einen Ball mit der Brust an, zog ab, 2:0.

Völlig ungeordnet, immer einen Schritt zu spät war Westfalia in den Anfangsminuten und hatte Glück, dass der Unparteiische nach einer guten Viertelstunde keinen Elfmeter für Lippstadt pfiff – Jevric hatte allerdings in dieser Szene auch keine andere Absicht, als den Strafstoß zu provozieren.

Ein Debakel bahnte sich an – die vorhergegangenen Heimspiele hatte der SVL mit 4:1 und 5:0 gewonnen. Auch SCW-Trainer Holger Wortmann schwante Böses: „Wir haben das komplett verschlafen, ich dachte: Jetzt kriegen wir eine richtige Klatsche.“

Wenige Minuten revidierte er seine Meinung, denn Westfalia berappelte sich. Nach dem erwähnten Nicht-Elfmeterpfiff protestierte Lippstadt inbrünstig, vergaß dabei aber, den Herner Konter zu verteidigen: Mützel bekam den langen Ball, lief alleine auf Höttecke zu und traf zum 2:1. Wortmann: „Da wusste ich: Wir sind wieder da. Plötzlich waren wir drin, das war genau die Spannung in der Mannschaft, die wir hatten, als wir sieben Spiele nicht verloren haben.“ Westfalia spielte jetzt auf Augenhöhe, bis zur Halbzeit vergaben beide Teams noch je eine gute Torchance.

Nach zähem Wiederbeginn blieb das Spiel ausgeglichen, die besseren Chancen hatte aber der SCW: Höttecke parierte erst stark gegen Schilling (64.), dann gegen Özbicerler (78.), zwischendurch verfehlte ein Distanzschuss von Ferati knapp das linke Eck. Auf der anderen Seite versandeten sämtliche Konter des SVL. Daraus konnte Herne aber keinen Profit schlagen, auch die Einwechslung von Angreifer Inal für Verteidiger Weßendorf brachte nicht den Ausgleich – er wäre nicht unverdient gewesen.

Wortmann war trotzdem zufrieden: „Wir haben hier ganz viel Lob bekommen. Ergebnistechnisch haben wir den Bock nicht umgestoßen, aber ich glaube, dass das ein Wendepunkt war, so wie die Mannschaft aufgetreten ist.“

Trotzdem droht am Sonntag der Sturz auf Tabellenplatz 18, falls Zweckel Neuenkirchen schlägt.