Westfalia stürmt den Heidewald

Fatmir Ferati (rechts) zeigte vor allem bei den Freistößen seine hervorragende Schusstechnik.
Fatmir Ferati (rechts) zeigte vor allem bei den Freistößen seine hervorragende Schusstechnik.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Durch zwei Ferati-Freistöße und ein Tor von Gumpert setzte sich der SC Westfalia Herne beim FC Gütersloh mit 3:2 durch.

FC Gütersloh -
SC Westfalia Herne 2:3

Tore: 0:1 (9.) Ferati, 1:1 (23.) Beuckmann, 2:1 (68.) Birkenhake, 2:2 (78.) Ferati, 2:3 (82.) Gumpert.

FCG: Tiszai - Meiertoberens, Breuckmann, Rath, Wieckowicz - Gürer (71. Schiller), Fischer-Riepe - Thomas, Kagels, Birkenhake - Schürmann.

SCW: Carpentier - Kosien, Kilic, Luvuezo, Mützel - Bölstler, Zaskoku - Gumpert (84. Kaya), Ferati, Aktas - Schilling (72. Weßendorf).

SR: Jens Jeromin (Bochum).

Gelb/Rot: Luvuezo (SCW/89.).

Zuschauer: 382.

So dürfte sich Holger Wortmann die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte wohl gewünscht haben. Im Gütersloher Heidewaldstadion, wo Wortmann bis letzten Oktober fast drei Jahre lang gearbeitet hatte, feierte der Trainer mit dem SC Westfalia Herne am Sonntag einen 3:2-Erfolg und beendete damit die Negativserie von fünf Pleiten in Folge.

Dieser Sieg war unglaublich wichtig für die Strünkeder, die aufgrund des überraschenden Erfolges des SV Zweckel über die Spvgg. Erkenschwick selbst mit einem Unentschieden die „Rote Laterne“ übernommen hätten.

Das Ziel des SCW war aber eigentlich, sich wieder ein etwas größeres Polster auf die Gladbecker zuzulegen. Und das merkte man der Wortmann-Elf auch an, die sofort engagiert zu Werke ging und nach wenigen Minuten durch Fatlum Zaskokus 22-Meter-Schuss aufs Netz (7. Minute) auch die erste Chance verzeichnete. Die zweite, nur zwei Minuten später, saß dann bereits. Aus 24 Metern zirkelte Fatmir Ferati einen Freistoß über die Mauer ins obere Eck. Nach einer Viertelstunde und einem herrlichen Diagonalpass von Sebastian Mützel auf Dennis Gumpert hätte die Westfalia erhöhen können, doch Güterslohs Thomas Rath blockte den Ball zur Ecke.

Ohne ersichtlichen Grund verloren die Herner aber nach 20 Minuten den Faden und bauten die Platzherren auf. Der Ausgleich resultierte allerdings daraus, dass Christian Luvuezo bei einer Freistoßflanke nicht vom Boden weg kam und Lars Beuckmann fast ungehindert ins lange Eck einköpfen konnte (23.).

Der SCW wirkte verunsichert. Und leistete sich dennoch den Luxus, brenzlige Situationen im eigenen Strafraum spielerisch lösen zu wollen, anstatt den Ball einfach mal aus der Gefahrenzone zu dreschen. Bis zur Pause ging dieses Spielchen aber gut.

Bölstler wechselt in den Sturm

Nach Wiederbeginn durfte Ferati zwei weitere Male bei Freistößen Maß nehmen, diesmal war FCG-Keeper Sebastian Tiszai aber auf dem Posten (50./59.). Turbulent wurde es in der 68. Minute. Bei einem Getümmel im Herner Strafraum reklamierten gleich mehrere SCW-Spieler „Hand“, während Marc Birkenhake unbekümmert zum 2:1 einschoss. „Das war eine klare Fehlentscheidung“, beurteilte Holger Wortmann nach der Partie diese Situation.

Der SCW-Trainer musste reagieren – und tat das durch einen Wechsel, der die Herner Fans irritierte. Dass der harm- und wirkungslose Jean Pierre Schilling runter durfte, war logisch. Aber statt ihn durch Ahmet Inal mit einem echten Stürmer zu ersetzen, brachte Wortmann Dennis Weßendorf für die Sechserposition und beorderte Manuel Bölstler in die Spitze. „Er ist unser kopfballstärkster Spieler. Und wenn wir mit langen Bällen operieren, der richtige Mann da vorne drin“, begründete Wortmann später. So oder so, auf jeden Fall wurde das Spiel der Strünkeder wieder druckvoller, und in der 78. Minute sprang so ein weiterer Freistoß heraus. Diesmal betrug die Distanz gut und gerne 28 Meter. Anders als bei Versuch zwei und drei wählte Ferati diesmal wieder die Mauerecke, und wieder rauschte der Ball ins Netz. Tiszai zeigte nicht einmal eine Reaktion.

Aber der SCW hatte mit dem Ausgleich noch nicht genug. Vier Minuten später waren Bölstler und Semih Aktas die Vorbereiter, und Gumpert vollendete zum 3:2. Nachdem Luvuezo, der nicht seinen besten Tag hatte, mit der Ampelkarte vom Platz musste, hatten die Herner noch einige bange Nachspielminuten zu überstehen, ehe sie zum verdienten Jubel ansetzen durften.