Westfalia steht nach 1:2 am Abgrund

Sebastian Mützel, am Ball, spielt am Mittwoch, 22.04.2015, in Herne für Westfalia Herne. In der Fußball-Oberliga Westfalen spielte Westfalia Herne (in blau) gegen den ASC 09 Dortmund. Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services
Sebastian Mützel, am Ball, spielt am Mittwoch, 22.04.2015, in Herne für Westfalia Herne. In der Fußball-Oberliga Westfalen spielte Westfalia Herne (in blau) gegen den ASC 09 Dortmund. Foto: Rainer Raffalski / FUNKE Foto Services
Foto: FUNKE Foto Services
Langsam wird es eng für Westfalia Herne. Nach der zweiten 1:2-Heimniederlage in vier Tagen schwindet die Hoffnung auf den Oberligaerhalt.

SC Westfalia Herne -
ASC 09 Dortmund 1:2

Tore: 0:1 (34.9 Rudnik, 1:1 836.) Gumpert, 1:2 (55.) Rudnik.

SCW: Carpentier - Kosien, Zakrzewski, Luvuezo, Horneffer (64. Schilling) - Bölstler, Zaskoku (17. Karagülmez) - Gumpert, Ferati, Mützel - Özbicerler (46. Kilic).

ASC: Held - Buyruk, Kemler, Dzaferoski, Lennertz - Stein - Diaz (85. Atalay), Münzel, Rudnik (74. Dedner), Seifert (64. Heinze) - Schwarz.

SR: Stefan Tendyck.

Zuschauer: 395.

Gelb/Rot: Mützel (SCW/82.)

Langsam zieht sich die Schlinge zu. Nach der zweiten 1:2-Heimniederlage binnen vier Tagen droht der SC Westfalia beim Kampf um den Verbleib in der Oberliga den Anschluss zu verlieren. Der Punkteabstand wird nicht kleiner, die Spiele weniger – und, was noch verhängnisvoll werden könnte, die Zahl der Spieler ebenfalls. Gestern schied bereits nach 17 Minuten Kapitän Fatlum Zaskoku mit einer Oberschenkelverletzung aus, kurz vor Schluss holte sich Sebastian Mützel die Ampelkarte ab. Beide dürften am Samstag in Bielefeld fehlen. Es wird Zeit für ein kleines Fußballwunder.

Holger Wortmann jedenfalls schien bedient. Strammen Schrittes eilte der SCW-Trainer gleich nach dem Abpfiff Richtung Kabine, wollte auch kein Statement abgeben. So blieb auch die Frage offen, warum Onur Özbicerler zur Halbzeit Platz machen musste für Jusuf Kilic, obwohl er nicht verletzt war, Herne bereits einmal hatte wechseln müssen und Manuel Bölstler angeschlagen ins Spiel gegangen war. Özbicerler hatte zwar als „falscher Neuner“ nur wenig Ballkontakte, doch das lag vor allem am umständlichen Aufbauspiel. Und immerhin hatte er die Vorlage zum Ausgleich gegeben, als er Mützels Pass zum einlaufenden Dennis Gumpert durchsteckte, der den herausstürzenden ASC-Keeper Jan Held überwand (36.). Erst zwei Minuten zuvor hatten die Gäste durch Rudniks perfekten 24m-Freistoß das 0:1 vorgelegt.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Herner eigentlich gerade besser ins Spiel gefunden. Anfangs hatten sie sich durch ihr Quergeschiebe in der hinteren Reihe oft selbst Probleme bereitet. So wie in der 9. Minute, als Münzel Zaskokus fatalen Querpass abfing, aber am langen Eck vorbei zielte. Auch bei einem Diaz-Schuss, den Benjamin Carpentier zur Ecke lenkte (21.), lag die ASC-Führung in der Luft. Herne kam erst nach einer halben Stunde gefährlich vors Tor, doch Mützel zielte erst zu hoch (30.) und dann wurde sein Rechtsschuss abgeblockt (32.). In der Schlussphase der ersten Hälfte bescherte der SCW den Gästen durch eigene Ballverluste noch zwei Großchancen, die Carpentier aber gegen Schwarz (39.) und Seifert (42.) vereitelte.

War das 1:1 zur Pause aus Herner Sicht eher glücklich, so hätte Westfalia sich im zweiten Abschnitt mindestens einen Punkt redlich verdient. Der SCW spielte nun strukturierter, hatte viel Ballbesitz und wurde auch ab und an gefährlich. Das Tor aber fiel auf der Gegenseite, und es war ein Zufallsprodukt, als ein von Carpentier abgewehrter Ball Rudnik vor die Füße fiel. Wortmann baute um, der SCW drängte auf den Ausgleich, hatte aber Pech, dass Schilling nach Feratis Traumpass freistehend das Ziel verfehlte (71.).

Die nächste Chance hatte Mützel: Am „Fünfer“ nahm er einen langen Ball mit links an, wollte mit rechts schießen – und kam zu Fall. Doch statt Elfmeter gab es Gelb wegen einer Schwalbe, die zweite wegen Meckerns gleich hinterher. Das war’s mit der Hoffnung auf einen Sieg. Auch mit der Oberliga?