Unerklärliche Leistungsschwankungen

Teutonia Riemke -
HC Westfalia Herne 37:32

HCW: Müller, Greger; Dudenhausen, Schumann, Bauer (12/5), Liedtke (3), Hettrich (6/1), Bartel (3), Hodde, F. Scheunemann (1), Barth (4), Rödiger (1), Schwitalski (2/1).

Für Spannung sorgte Westfalia auch diesmal, wenngleich es doch wieder eine klare Niederlage gab. Das Spiel in Riemke zeigte große Parallelen zur Vorwoche auf. Erneut traten unerklärliche Leistungsschwankungen zu Tage, und auch das Leistungsgefälle innerhalb des Teams war wieder unverkennbar. Eine starke Vorstellung im Mittelteil der Begegnung reichte letztlich nicht aus, die Riemker ernsthaft zu gefährden.

Positiv ist hervorzuheben, dass die deutlichen Rückstande (4:9, 11:17) beim HCW nicht komplett zu Lähmungen führten und drei Serientore den Halbzeitstand auf 17:14 hoffnungsvoll reduzierten. Mit Jerômé Barth kam mehr Stabilität in die Abwehr, die sich vorher zu einfach ausspielen ließ und die nie effizient verdichtete. Aber kurz nach dem Wiederanpfiff setzte der nächste Einbruch ein. Der Gastgeber zog wieder auf 21:15 weg, bis die Strünkeder mit einer 4:2-Deckung die Verunsicherung mit vielen Ballgewinn und guten Paraden von Hannes Greger zu fünf Toren in Folge nutzten.

Aber die Wellenbewegung setzte sich fort. Teutonia zog von 25:24 auf 29:25 davon, konnte sich seines Sieges aber erst in den letzten fünf Minuten sicher sein, als die Herner viele falsche Entscheidungen bei Würfen sowie Anspielen trafen und die zur kompletten Manndeckung übergehende Abwehr den Sturmlauf der Riemker nicht mehr stoppen konnte. Schlüsselszenen waren vorher zwei ausgelassene Großchancen und eine unberechtigte Zeitstrafe für den herausragenden Tim Bauer.

Dem agilen Co-Trainer hätte man im Angriff mehr Entlastung gewünscht. Im Rückraum ist Westfalia nicht durchschlagskräftig genug und muss auch auf der Position des Spiellenkers zu viel improvisieren. Der Riemker Sieg geht völlig in Ordnung, den Trainer Marcinowski am geschlosseneren Mannschaftsgefüge und der größeren Bereitschaft festmachte: „Wir wollten das Derby unbedingt gewinnen und haben uns stärker präsentiert als in den letzten Spielen. Zu siegen ist einfach ein schönes Gefühl“. Sein Gegenüber Jens Körner ließ seinem Frust freien Lauf: „Das war eine enttäuschende Leistung meiner Mannschaft, die nicht zuhört und Anweisungen nicht richtig umsetzt, aber auch den Trainingseinsatz vermissen lässt.“