Trostloser Kick bleibt ohne Tore

Auch Peter Rios (r.) konnte sich gegen die massierte  Holzwickedes Abwehr nicht  entscheidend durchsetzen.
Auch Peter Rios (r.) konnte sich gegen die massierte Holzwickedes Abwehr nicht entscheidend durchsetzen.
Foto: Barbara Zabka
Was wir bereits wissen
Der DSC Wanne-Eickel verlor im Kampf um die Tabellenspitze weiteren Boden. Gegen sehr defensive Holzwickeder reichte es nur zu einem 0:0.

DSC Wanne-Eickel -
SpVg Holzwickede 0:0

DSC: Johns - Rathmann (71. Nikolay), Melchner, Baum, Sommer - Greitemann, Niedzicki - Esen (64. Foth), Tomaschewski, Rios - Aydin.

SpVg: Trapp - Köhn, Grönewold, Kaiser, Oscislawski - Leclaire, Üstün, Lorenz (83. Midenjak), Hense, Gohr (62. Mihajlovic) - Lenz.

Grausiges Wetter, grausiger Kick. Nur ganz hartgesottene Fußballfreaks dürften dem 90-minütigen Gewürge bei Dauerregen und stürmischen Böen Positives abgewonnen haben, alle anderen verließen den Tatort an der Reichsstraße, wohin die Partie verlegt worden war, eher missmutig. Zumal auch das Ergebnis auf die Laune der DSC-Anhänger drückte. Mit dem zweiten 0:0 in Folge verloren die Wanne-Eickeler zwei weitere Punkte auf das Führungs-Duo und mussten mit dem SC Hassel ein drittes Team an sich vorbeiziehen lassen. Das hatte sich auch Trainer Martin Stroetzel anders vorgestellt.

Dabei wusste er genau, was auf seine Jungs zukam: Ein Gegner, der Beton anrührte, stabil in der Deckung stand und sich nur gelegentlich nach vorne wagte. Genau darauf hatte Stroetzel seine Elf eingestellt, hatte Mut zum „Eins gegen eins“, aber auch Schüsse aus der zweiten Reihe gefordert. Und offenbar tauben Ohren gepredigt. Nur ganz zu Beginn musste sich Gäste-Keeper Trapp einmal bemühen, um Tugrul Aydins 20m-Schuss zu entschärfen, danach blieb er weitgehend beschäftigungslos. Die Gastgeber hatten zwar gefühlt 80 Prozent Ballbesitz, konnten damit aber wenig anfangen. Immer wieder schoben sie die Kugel von links nach rechts, suchten eine Lücke – und fanden sie nicht. Es fehlte an Ideen und Überraschungsmomenten, aber auch an Präzision, wenn der Ball mal in die Tiefe gespielt wurde. Matthias Tomaschewski, Stroetzels „Mann fürs Kreative“, hatte keinen guten Tag, und auch Sebastian Greitemann, der Motor des DSC-Spiels, kam erst in der letzten halben Stunde richtig auf Touren. Und so konnten Esen, Aydin und Rios in der Offensive noch so oft die Positionen tauschen, sie bekamen kaum verwertbare Zuspiele und blieben ungefährlich.

Bis zur Pause schleppte sich die Partie ohne echte Höhepunkte dahin, nach Wiederbeginn wurden die Gäste etwas mutiger und zeigten sich ab und an auch mal in der Wanne-Eickeler Hälfte. Fast hätten sie sogar ein Tor vorgelegt, als Tomaschewski mit einem zu lässigen Abspiel einen Holzwickeder Konter einleitete, den Marvin Rathmann 20 Meter vor dem Tor nur mit einem Foul unterbinden konnte. Den von Tim Lorenz fein um die Mauer gezirkelten Freistoß konnte Marcel Johns im Hechtsprung um den Pfosten lenken (59.).

Es blieb die klarste Torchance des Spiels. Stroetzel brachte mit dem Jugendlichen Timo Foth und Tim Nikolay zwar zwei neue Stürmer, aber auch mit der Brechstange war der Holzwickeder Beton nicht aufzureißen. „Wir sind mit zunehmender Spieldauer immer nervöser und ungenauer geworden. Der Gegner blieb in seiner Ordnung, und wir hatten keine Idee“, räumte Stroetzel ein. „Und dann enden solche Spiele eben 0:0.“