Transfercoup für den HTC

Sonja Greinacher 2014  im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Sonja Greinacher 2014 im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Der Herner TC hat den ersten Neuzugang für die im Herbst beginnende Saison verpflichtet – es ist die womöglich begehrteste deutsche Basketballerin.

Was für ein Transfercoup für die Basketballerinnen des Herner TC: Mit Nationalspielerin Sonja Greinacher haben die Verantwortlichen um Präsident Wolfgang Siebert und Trainer Marek Piotrowski die womöglich begehrteste deutsche Basketballerin für den HTC gewonnen.

„Es freut uns, dass wir Sonja von unserem Konzept überzeugen konnten“, so Piotrowski. „Sie hatte nicht nur Angebote aus der deutschen Liga, sondern auch von Topclubs aus Europa und hätte auch in den USA spielen können. Hier hat sie die Nähe zur Familie, sie kennt zum Beispiel Emina Karic von der Nationalmannschaft – das passt.“

Die vergangenen vier Jahre verbrachte Greinacher in den USA im College-Team der Gonzaga Bulldogs an der Gonzaga-University, mit dem sie 2013 und 2014 den Meistertitel der West Coast Conference errang. In der Saison 2013/2014 wurde sie zur wertvollsten Spielerin der Conference gewählt. „Nach vier Jahren in den Staaten stand ich vor der Entscheidung, in die WNBA, nach Europa oder in die deutsche Liga zu gehen. Da ich meinen Bachelor in Psychologie zügig abschließen will, habe ich mich für Deutschland entschieden und nach guten Gesprächen mit Marek für Herne als neuen Verein“, so Greinacher, die für Herne die Nummer Neun tragen wird.

Greinacher lernte das Basketballspielen bei ETB Schwarz-Weiß Essen, spielte in der Bundesliga für NB Oberhausen, bevor sie ihr Studium in den USA begann. Zurück im Ruhrgebiet soll sie nun beim HTC die Schwächen am Brett beheben. Dass sie dazu in der Lage sein wird, beweisen ihre FIBA-Statistiken: 14,4 Punkte und 10,1 Rebounds sind dort im Schnitt für sie gelistet – statistisch gesehen bedeutet das jedes Spiel ein Double-Double. „Wenn wir eine Amerikanerin mit diesen Werten verpflichtet hätten, hätte die ganze Liga gestaunt“, so Piotrowski. „Wir sind stolz, dass wir eine so starke deutsche Spielerin bekommen haben.“

Die 1,93-Meter-große Greinacher sei aber „keine typische Fünf, die nur am Brett spielt. Sie ist groß und flexibel und kann auch außen spielen. Wir werden viel Freude an ihr haben“, verspricht Marek. „Das Team, der Verein, die Zuschauer.“

Der Transfer ist gleichzeitig auch ein Signal an die Liga. Piotrowski: „Wir wollen vorne mitspielen. 2013 waren wir Dritter, 2014 Zweiter nach der regulären Saison. Wir wollen uns mit jungen, deutschen Spielerinnen weiterentwickeln.“ Wo genau seine Mannschaft steht, sei aber schwer einzuschätzen: „Nachdem die Regelung mit zwei deutschen Spielerinnen gekippt wurde, setzen viele andere Teams auf ausländische Spielerinnen. Das macht die Liga sicher nicht schlechter.“