Tornado besiegt laues Lüftchen

Herner EV -
ELV Tornado Niesky 3:4

Drittelergebnisse: 1:2, 2:1, 0:1.

Tore: 1:0 (8:00) Loecke (Brinkmann/Dreischer), 1:1 (8:59), 1:2 (18:35), 2:2 (30:48) Hauptig (Brinkmann), 3:2 (32:31, 5-4) Luft (Brinkmann/Scharfenort), 3:3 (37:39), 3:4 (40:38, 5-4).

Strafminuten: Herne 6 - Niesky 10.

48 Stunden nach dem Sieg in Erfurt waren die mühsam erarbeiteten Auswärtspunkte nichts mehr wert. Nach dem 3:4 gegen das bis dahin sieglose Schlusslicht aus Niesky hat der HEV praktisch keine Chance mehr, dem selbstgestellten Anspruch, in der Endrunde im Kampf um Platz zwei ein Wörtchen mitzureden, gerecht zu werden.

Auch zu diesem Auswärtsspiel war der ELV nur mit zehn Feldspielern angereist, doch die agierten clever in der Defensive und warteten geduldig auf ihre Chancen. Die Oberlausitzer kamen dabei im Angriff keineswegs wie ein Tornado daher, sondern profitierten davon, dass die unkonzentrierten Herner immer wieder selbst für eine frische Brise vor dem eigenen Tor sorgten.

Schon das erste Drittel war geprägt von Geschenken im ersten Aufeinandertreffen der Vereinsgeschichte beider Mannschaften. Das erste verteilte Schiedsrichter Zsolt Heffler, der einen Herner Treffer gab, den nicht mal die HEV-Fans als solchen gesehen hatten, gefolgt von zwei Puckverlusten der Gysenberger, die den Gästen die 2:1-Pausenführung auf dem Silbertablett präsentierten.

Doch was zunächst noch wie ein Betriebsunfall wahrgenommen wurde, erwies sich mit zunehmender Spielzeit als immer schwerere Bürde für den Favoriten, der an diesem Abend mit dieser Rolle nichts anzufangen wusste. Auch ein Doppelschlag im Mittelabschnitt brachte keine Ruhe ins Spiel des HEV, der nicht als Team auftrat und sich immer wieder in Einzelaktionen verrannte. Kaum ein Angriff wirkte durchdacht, Schüsse von der blauen Linie, gegen Essen und Erfurt ein probates Mittel, gab es auf das Gehäuse von Nationaltorhüterin Ivonne Schröder kaum. So drehte das kleine, aber erfahrene Aufgebot des Ost-Vierten die Begegnung vor 891 Zuschauern wieder und hatte wenig Probleme, die Führung über die Zeit zu retten. HEV-Trainer Frank Petrozza sprach anschließend Klartext: „Ich bin enttäuscht von meiner Mannschaft, die heute nur aus Einzelspielern bestand. Wir haben die meisten Zweikämpfe und das Spiel verdient verloren.“

Auf seine beiden Ausländer kann der HEV in dieser Runde offenbar kaum noch zählen. Konkrete Antworten zum Ergebnis der MRT-Untersuchung von Jiri Svejda gab es jedenfalls auch auf Nachfrage nicht. Stattdessen bemühte sich Frank Petrozza, bei den Fans das Prinzip Hoffnung zu wecken: „Jiri hat eine Schulterverletzung und immer noch Schmerzen. Wir müssen abwarten und hoffen natürlich, dass er in dieser Saison bald wieder für uns spielen kann.“

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